Alzheimer - und dann?

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18.12.08 21:47


...auch und trotzdem

16. Dezember 2008

Bei seinen letzten Besuchen wurde Günter von Mama immer angemeckert und ausgeschimpft. Er konnte ihr nichts recht machen, obwohl er vorher immer fragte. Teilweise wurde sie richtig dreist, so nach dem Motto: Ich-kann-mir-rausnehmen-was-ich-will-du-mußt-mich-trotzdem-besuchen. Nun herrscht im Moment Funkstille, besser gesagt Besuchspause von Günter.

Aber nicht ganz: Bei meinem letzten Besuch gab er mir ein Adventsgesteck für Mama mit. Ich packte für sie das Gesteck aus und sagte: "Das ist von Günter für Dich. Du hast ihn ja bei den letzten Besuchen ziemlich viel angemeckert. Aber er mag Dich trotzdem."

Darauf sie: "Ich mag ihn auch, trotzdem".

"Warum trotzdem?" frage ich.

Im Brustton der Überzeugung meint sie: "Wenn ich ihn angemeckert habe, dann wird das schon einen Grund gehabt haben!"
16.12.08 23:12


Die Sorgen möchte ich haben ...

15. Dezember 2008

Normalerweise überlasse ich die Geschichten von kuriosen merkwürdigen Verhaltensweisen von Angehörigen dem Altenheimblogger. Aber heute habe ich selber etwas zu dieser Rubrik beizutragen.

In Mamas Gruppe gibt es eine schwarze Katze. Sie wurde von Frau Hahn, einer von Mamas Mitbewohnerinnen mitgebracht. Im Sommer ist Blacky meist draußen. Im Winter hält sie sich im Haus auf, wo sie möchte. In jedem Stockwerk gibt es diverse Katzenklos.

Nun hat Tochter Hahn mitbekommen, daß die Katze bei einer anderen Mitbewohnerin genächtigt hat. Das geht natürlich nicht. Deshalb ließ sie eine Beschwerde vom Stapel. Die Mitarbeiter hätten dafür Sorge zu tragen, daß die Katze und ihre Mutter zusammen übernachten. Das kommentierte Mona trocken: "Wenn Blacky und Hähnchen zusammen übernachten sollen, dann müssen wir Hähnchen in den Keller bringen, denn da schläft die Katze meistens".

Also, wenn die Tochter keine anderen Probleme hat ...
15.12.08 19:58


Wie sich die Zeiten ändern - wie uns die Zeiten ändern

30. November 2008

Weil uns letztes Jahr der Weihnachtsmarkt so gut gefallen hat, wollten wir da dieses Jahr wieder hingehen. Aber um es kurz zu sagen: Es war ein Fiasko!

Letztes Jahr war es ein stiller, kunsthandwerklich geprägter Weihnachtsmarkt mit Kinderkarussell, Losestand und Streichelgehege. Die Musik variierte von Weihnachtsliedern, Posaunenchor und ein bißchen jazzig. Es war gemütlich heimelig.

Die Losbude, das Kinderkarussell und ein Stand mit Gestecken waren wie im letzten Jahr, aber ansonsten: Krawall und Krach. Musikalisch wurde man nur bedudelt und neben einem Stand für Korbwaren, Bücher und einigen Freßständen gab es alle möglichen Billigangebote - sogar ein Stand mit Putzmitteln und ein anderer mit Fußball-Fan-Artikeln waren geboten. Ich dachte, ich bin im falschen Film. Ich bin ja durchaus dafür, dass unterschiedliche Musikgeschmäcker zu ihrem Recht kommen, aber die ganze Zeit kein einziges Advents-, Weihnachts- oder Winterlied finde ich schon befremdlich.

Ärgerlich war auch, daß auf die Belange von Rollstuhlfahrern überhaupt keine Rücksicht genommen worden ist. So standen direkt auf dem Weg vor dem Heimgrundstück die Stände, obwohl die Straße dafür breit genug gewesen wäre. Man mußte also erst durch einen Grünstreifen bevor man den Rollstoll dann etwas umständlich auf die Straße absenken mußte, denn an eine Rampe war nicht gedacht worden.

Was dieses Jahr anders war: Die Kirche war geöffnet und geheizt. Dort gab es einen Stand mit 3. Welt-Waren, eine Vorleseecke und einen Adventskranz. Ich habe mich mit Mama dann dort einige Zeit aufgehalten. Sie hatte heute wieder einen schweren Tag, brauchte Sondermedikation wegen starker Schmerzen und wollte wissen, wer sie "in diesem Altensilo abgeliefert" hat. Außerdem bekäme sie immer das kleinste Stück Sahnetorte. Sie wolle jetzt nach Hause und zwar sofort! ... Als sie mir dann noch sagte, sie sei zwischen 20 und 30 Jahre alt und ich dann auch noch eine Weihnachtskarte an ihre ehemalige Schwiegermutter schreiben sollte, die sie schon mindestens 58 Jahre nicht mehr gesehen hat, war ich völlig bedient. Gute Nacht!
30.11.08 21:10


Geburtstagsrealitäten

30. November 2008

Als ich zu Mama fuhr, war ich darauf eingestellt, dass es wohl ein schwieriger Geburtstag werden würde. Ich war froh, dass Günter mitkam. Mama war sehr müde und schlapp, weil sie die beiden vorhergehenden Nächte Schlafprobleme gehabt hatte. Vor ihr lag ein Heft mit Gedichten, Gebeten und anderen kurzen Texten. Das hatte ihr am Vormittag der Pfarrer beim Geburtstagsbesuch mitgebracht und eine sehr ausführliche Widmung hineingeschrieben. Auch wenn sie ansonsten ziemlich durch den Wind war - wer wäre das nicht nach zwei Nächten mit wenig Schlaf - wußte sie noch, dass der Herr Pfarrer da gewesen war und ihr das Heft geschenkt hatte.

Wir tranken miteinander Kaffee und verspeisten die Geburtstagstorte, wobei Mama heftigen Einspruch gegen die Aufschrift "82 Jahre" hatte. "Ich bin keine 82 Jahre" protestierte sie. "Was hätte ich denn sonst draufschreiben sollen?" wollte ich wissen. Sie zuckte mit den Schultern.

Da ich noch vom letzten Besuch ihren Wunsch nach einer eigenen Wohnung im Ohr hatte, war ich umso mehr erstaunt, wie sehr sie - ohne daß wir mit dem Thema angefangen hätten - die Mitarbeiter des Heimes lobte: "Die sind so lieb zu mir und kümmern sich so um mich". Anscheinend ist irgendwo schon bei ihr auch das Bewußtsein da, daß sie gar nicht mehr allein leben könnte. Es ist ja nicht nur die Demenz, sondern sie braucht viel Hilfe wegen der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit und der chronischen Schmerzen.
30.11.08 09:14


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