Alzheimer - und dann?

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Wir müssen unser Veto einlegen

26. Oktober 2008

Als ich mit Mama unterwegs war, hing vor der Kirche eine riesige Stoffbahn, auf der zu lesen war, daß es ein Kirchenkonzert zum Reformationstag am 31. Oktober gibt. Was "Reformationstag" ist, weiß Mama nicht, aber ins Kirchenkonzert wollte sie unbedingt wieder. Leider findet das nicht in der kleinen Kirche gegenüber vom Heim statt, sondern an einem der anderen Gemeindestandorte. Den können wir nicht erreichen. Mama kommentiert das folgendermaßen: "Dann mußt Du den Herrn Pfarrer anrufen und ihm sagen, daß wir dagegen unser Veto einlegen."

Ich bezweifle, dass das etwas nützt, werde dem Herrn Pfarrer aber trotzdem eine eMail schreiben.
26.10.08 18:03


Fernsehtipp: Mein Vater

20. Oktober 2008

Vor knapp zwei Jahren lief dieser Film schon mal und ich habe hier darüber berichtet. Morgen (Di 21. Okt.) wird dieser Film um 20.15 auf 3 sat gezeigt:
Jochen, seine Frau Anja und ihr Sohn sind eine glückliche Familie. Sie haben sich soeben einen Traum erfüllt und sind in das eigene Reihenhaus gezogen. Die Renovierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, als sie erfahren, dass Jochens Vater Richard einen Schwächeanfall erlitten hat. Aus Mitleid und Zuneigung entscheiden sie sich, den Opa zu sich zu nehmen. Richard leidet an einer Demenz, deren Ursache die Alzheimer-Krankheit ist. Sein Zustand verschlechtert sich Tag für Tag und dramatischer, als alle erwartet hatten. Als der Opa schließlich eine Bedrohung für das Haus und die Familie darstellt, hält Ehefrau Anja die Situation nicht mehr aus: Sie zieht zu ihrer Mutter. Schließlich ist Jochen allein mit seinem Sohn und seinem alten Vater. Jochen opfert ihm seine ganze Zeit. Eines Abends verlässt Richard mit dem Einverständnis seines Sohnes das Haus, sein Ende ist ungewiss.
20.10.08 16:44


Pflegebedürftige verlor durch Finanzkrise ihr Vermögen

10. Oktober 2008

... so steht es in einem Artikel der Salzburger Nachrichten.

Aber ich sag's gleich: In Deutschland wäre das so nicht möglich. In dem Artikel heißt es:

Eine Wiener Rechtsanwältin veranlagte Geld für ihr Mündel, eine 78-jährige Frau, die gänzlich pflegebedürftig ist, in Immofinanz-Aktien. Jetzt reicht das Geld für das Pflegeheim nicht mehr aus, wie die Salzburger Nachrichten exklusiv in ihrer Samstag-Ausgabe berichten.
.
In Deutschland würde die Rechtsanwältin dafür belangt werden, denn das Betreuungsgesetz verbietet eine Geldanlage in Form von Aktien.

Die Aktien der Frau, die 250 000 Euro wert waren, sind jetzt nur noch 30 000 Euro wert. Deswegen ist jetzt nicht mehr die erforderliche Rücklage vorhanden um das private Pflegeheim zu bezahlen.

Ob nach die Rentnerin nach österreichischem Recht in dem Heim bleiben kann, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.
10.10.08 17:58


Geschenk von der Kirche (2)

4. Oktober 2008

Photobucket


nennt Mama das Schneckenhaus, das sie beim letzten G-ttesdienst als Erinnerung bekommen hat. Dieses Mal war ich nach längerer Pause auch mal wieder dabei. Ich fand es wieder sehr bewegend. Ich war richtig gespannt, wie der Pfarrer die inhaltliche Kurve zum Schneckenhaus bekommen würde. Er sprach mit den Leuten darüber - und er sprach wirklich mit ihnen und "bepredigte" sie nicht - wie das Leben im Alter und wenn man krank ist sich verändert, daß es dann vom Tempo und von der Wahrnehmung so ist, wie bei einer Schnecke. Die bewegt sich langsam, und die sieht etwas anderes als der Vogel, der oben fliegt oder das Reh, das schnell laufen kann... Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und er ließen allen auch ganz viel Zeit, um das passende Schneckenhaus auszusuchen.

Manche der G-ttesdienstbesucher können noch lesen und wenn man ihnen das Liederbuch aufschlägt, können sie dann das Lied dort mitverfolgen. Als der Pfarrer dann sagte: Das nächste Lied ist im Gesangbuch Nummer soundso, sagte eine Frau ganz verzweifelt: "Aber ich kann doch gar nicht mehr lesen. Und ich würde so gern mitsingen." Da meinte der Pfarrer: Ich sage immer eine Strophe vom Text. Dann singen wir die, und dann spreche ich die nächste Strophe vor. Und so arbeiten sie sich teilweise durch 6strophige oder längere Lieder.

Eine Frau scheint ein wandelndes Gesangbuch zu sein. Sie darf dann mit dem Pfarrer die Strophe vorsprechen und fühlt sich sehr geehrt.

Zum Gottesdienst für Demenzkranke kommen Menschen aus unterschiedlichen Einrichtungen für Demenzkranke und auch solche, die noch in ihrer Familie leben. Teilweise nehmen sie eine Anfahrt von 60 Kilometer auf sich um dabei zu sein. Der Gottesdienst für Demenkranke ist auch der bestbesuchte. Am durchschnittlichen Sonntagsgottesdienst der Gemeinde nehmen - man möchte es nicht für möglich halten - bestenfalls ein dutzend Menschen teil.


Mehr von Mamas Gottesdienst-Erlebnissen steht hier.
4.10.08 18:30


Psychiatrische Diagnose: Wortfindungsstörungen

1 Oktober 2008

Heute Vormittag bei Mama: Medizinischer Großeinsatz, d.h. die Hausärztin war in der Wohngruppe. Ich habe mich bei ihr bedankt, daß sie Mama so gut versorgt, besonders was die Schmerztherapie betrifft. Das war ja meine große Sorge vor dem Heimwechsel gewesen. Der Frau Doktor war es ganz peinlich und sie meinte, das wäre doch selbstverständlich. Ach, wenn sie wüßte ... Eigentlich ist es eher anders herum peinlich. Die Frau Doktor bringt einen Rieseneinsatz in diesem Heim und kann das nur relativ minimal abrechnen. Pro Patient und Quartal bekommt sie nicht einmal 30 Euronen.

Dann lernte ich einen jungen Facharzt für Psychiatrie im Einsatz kennen vom Typ "hoppla-hier-bin ich". Mama saß gerade ganz frisch aufgestanden und deshalb etwas vertrant vor ihrem Frühstück. Sie wollte in Ruhe gelassen werden und ihr war nach allem möglichem anderen, aber nicht nach Fragen. Deshalb ließ sie den Herrn Doktor abfahren: "Lassen Sie Ihre dummen Fragen. Ich will jetzt mein Frühstück essen."

Ich ging mit dem Herrn Doktor auf dem Flur, weil er von mir wissen wollte, wie ich denn meine Mutter einschätze. Er diagnostizierte "Wortfindungsstörungen". Ich war verblüfft und fragte ihn, wie er denn darauf käme: Ja, also die unwirsche Reaktion meiner Mutter sei auf Wortfindungsstörungen zurückzuführen, denn sie wolle nur verschleiern, daß sie die Frage nicht beantworten könne.

Das schien mir doch eine gewagte Spekulation, denn Mama kann sich gut ausdrücken. Wenn ihr gelegentlich ein Wort fehlt, dann kann sie es umschreiben (ich meine das Gelenk zwischen Hand und Schulter - ach ja - Ellbogengelenk).

Eine halbe Stunde später treffe ich Frau Elsa, die mir ganz begeistert vom gestrigen Nachmittag und der Beschäftigung erzählt, die sie sich für Mama ausgedacht hat. Sie hat herausgefunden, daß Mama Tiere und Natur mag. Deshalb hat sie ein Tier- und Naturmemory mitgebracht. Den beiden hat es Spaß gemacht, und sie haben sich gut über die Bilder auf den Memory-Karten unterhalten. "Und anschließend" meint Frau Elsa "habe ich mit Ihrer Mutter noch einige kurze Texte auf englisch gelesen. Das ging auch prima."

Ich erzählt Frau Elsa von des Doktors Diagnose in Sachen Wortfindungsstörung. Frau Elsas trockener Kommentar hierzu: "Wenn Ihre Mutter einet nich hat, dann sinn et Wortfindungsstörungen". Alles klar?
1.10.08 22:46


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