Alzheimer - und dann?

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abgefertigt ...

7. Juli 2008

In den letzten Monaten bedauerte Mama immer wieder, daß so selten Kirche ist. Einmal im Monat ist ihr zu wenig. Als sie einmal nicht geweckt wurde, weil eine neue Mitarbeiterin nicht wußte, wie wichtig für sie der Gottesdienst ist, hat sie in der Zeit danach tatsächlich registriert, daß sie "schon länger als sonst" nicht mehr in der Kirche war.

"Woanders ist doch auch jeden Sonntag Gottesdienst" meinte sie. Ich redete mich raus, daß der Pfarrer an mehreren Kirchen abwechselnd Gottesdienst halten muß. Ehrlicherweise muß gesagt werden, daß es zwei sind, also der Gottesdienst im 14tägigen Wechsel stattfindet.

Photobucket


Nachdem das Thema immer wieder kam, habe ich dem Pfarrer geschrieben und die Situation geschildert. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß es für diese Situation keine Lösung geben sollte. Man könnte es ja erst einmal mit einmal monatlich versuchen. Das Heim befindet sich gegenüber von der Kirche. Also wird sich doch einmal monatlich jemand finden, der Mama abholt, in den Gottesdienst mitnimmt und sie anschließend zurückbringt. Ist höchstens 20 Minuten zusätzlicher Aufwand.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Pfarrer ließ mich wissen, daß Mama auch bei den Sonntagsgottesdiensten herzlich willkommen sei, man von der Kirche aus hier nicht tätig werden könne. Da die Wünsche der Bewohner im Heim eine große Rolle spielen, gehe er davon aus, daß man dort eine Lösung finden könne.

Theoretisch schon, aber am Sonntag ist niemand von den Sonderdiensten da, und die reguläre personelle Besetzung in der Wohngruppe ist geringer als an Wochentagen.

Was nun die beiden Kirchen, in denen er abwechselnd Gottesdienst hält, betrifft, sieht es so aus, daß es sonntags keine öffentliche Verkehrsverbindung gibt. Deshalb wurde ein Fahrdienst eingerichtet. Mir fehlen die Worte!
7.7.08 01:20


Mamas erstes Kirchenkonzert

5. Juli 2008

Vor einiger Zeit hatten wir bei unseren Spaziergängen im Schaukasten einen Hinweis auf ein Kirchenkonzert gesehen. Mama war ganz interessiert, weil sie die Kirche sehr gern mag. So machten wir uns nach Kaninchenbesuch und Eisessen in der örtlichen Konditorei auf den Weg in die Kirche.

Es war ein schönes, abwechslungsreiches Programm mit Orgel- und Trompetenstücken aus verschiedenen Epochen. Das Highlight war eine ca 1,50 m lange Engelstrompete. Mama war ganz begeistert und wollte wissen, wann das nächste Kirchenkonzert ist.
5.7.08 23:22


Fass, Largo!

2. Juli 2008

Mama ist in ihrer Bewegungsfähigkeit sehr eingeschränkt. Sie sitzt im Rollstuhl. Bei meinem letzten Besuch hatte sie einen ganz besonderen Wunsch: "Wenn der große, schwarze Hund wieder zu Besuch kommt, dann will ich, daß er auf mich dressiert ist."

Und was soll er dann tun? will ich wissen.

Er soll alle beißen, die ich nicht mag, wenn ich "fass" sage.
Und wen magst Du nicht? frage ich weiter.
Da fällt mir jetzt niemand ein, meint Mama. Aber wenn er das kann, dann weiß ich sicher jemanden.
2.7.08 16:58


zwischen den Extremen

Das Wort "Kamel" gibt es in Mamas Wortschatz nicht mehr. Ihr Stofftier-Kamel umschreibt sie wechselweise "das Tier da" oder "das Pferd". Drei Minuten später erwähne ich, daß ich letzte Woche in Ostfriesland war. Ja, kommentiert Mama, von da hast Du mir eine Karte geschickt. Stimmt! Und als wir später über den Gottesdienst sprechen, den sie heute vormittag besucht hat, weiß sie noch, daß es um Brot ging und alle etwas Brot zu essen bekommen haben.
1.7.08 20:12


Angst vor den Schlangen

22. Juni 2008

Wenn ich Mama besuche, dann schauen wir gelegentlich im Fernsehen Tiersendungen an. Die finde ich, indem ich mich durch das Programm zappe. Zumindest bis jetzt, denn Mamas Wahrnehmung hat sich so verändert, daß sie die Fernsehwelt und die reale Welt nicht mehr auseinanderhalten kann.

Gemerkt habe ich das beim Zappen. Es lief gerade keine der einschlägigen Tierparksendungen von Panda, Gorilla, Nashorn und Co. Also arbeitete ich mich durch die Sender.

Und wir blieben bei einem Winnetou-Film hängen, wegen Lex Barker. An den erinnerte sich Mama.

Winnetou und Old Shatterhand bereiten einen Hinterhalt für ihre Feinde vor. Sie wollen sie in einen Steinbruch locken, was ihnen auch gelingt. Von beiden Seiten sind die Feinde eingeschlossen. Es gibt kein Entkommen. Überall ringeln sich Giftschlangen hervor. Männer schreien, Pferde scheuen. Es ist ein Riesengetümmel.

Und Mama hat Angst. "Tu die Schlangen weg. Ich will die nicht hier im Zimmer haben" schreit sie. Und es ist ihr nicht zu vermitteln, daß die Schlangen im Fernsehen sind. Ich muß unter dem Bett, im Schrank, in der Kommode und überall nachschauen, damit sich nicht irgendwo doch eine Schlange versteckt, die ihr was tun könnte.
22.6.08 00:13


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