Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

http://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





Weihnachtspost von Andrea

27. Dezember 2007

Auf Mamas Tisch liegt ein Briefumschlag, den ich überhaupt nicht zuordnen kann. "Du hast Post bekommen?" frage ich sie. "Ja, aber keine Ahnung von wem. Ich weiß nicht, wer das ist." Wir schauen die Karte an, und mir wird klar, daß sie von Andrea ist. Andrea war Mamas Krankengymnastin im vorherigen Heim. Sie kam von einer Praxis in der Nachbarschaft und hatte für Mama einen ganz großen Stellenwert.

Auch für mich waren die Gespräche mit ihr sehr hilfreich, weil ich sehr verunsichert war. Mama erzählte mir immer, daß sie nicht im Heim bleiben mag. Die Mitarbeiter äußerten sich mir gegenüber, daß Mama sich wohl fühlen würde und gern da sei. Ich konnte Andrea nach ihren Eindrücken befragen und wie Mama sich ihr gegenüber äußert. Auch bei Andrea sagte Mama, sie wolle nicht dort im Heim bleiben.

Als ich dann das neue Heim gefunden hatte, wünschte Mama sich, daß Andrea sie dort weiterhin betreut und hat sehr geweint als das nicht möglich war. Zum Abschied hat sie Andrea - und auch dem Hausarzt, den sie sehr gern mochte - eine Karte geschrieben. Ich versuche ihr zu erklären, wer Andrea ist, aber es kommt nicht bei ihr an.
27.12.07 04:06


22.12.07 22:02


Geschenk von der Kirche

20. Dezember 2007

"Daß Du auf Deine alten Tage noch zur regelmässigen Kirchgängerin wirst, hättest Du auch nicht gedacht?" fragt Günter. "Nein" lacht Mama "wirklich nicht, aber die hier machen das so schön". Vor drei Wochen bekam sie Besuch vom Pfarrer. Das wußte sie dann bei meinem darauffolgenden Besuch sogar noch - und daß er sehr nett war. Jetzt wird sie sogar namentlich begrüßt, wenn sie in die Kirche rollt.

Jedes Mal gibt es auch eine kleine Erinnerung zum Mitnehmen. Beim letzten Mal war es ein ...

Photobucket


nein - kein Tannenzweig - sondern ein Zweig von einer Eibe mit einem Stern. Tanne hat nämlich harte Nadeln, und da könnte sich jemand stechen. Eibe sieht wie Tanne aus, hat aber weiche Nadeln, an denen sich niemand was tun kann - also Eibe. Schön, daß sie so mitdenken bei den Vorbereitungen. Auch die ehrenamtlichen "Damen von der Kirche" wie Mama sie nennt, sind für sie eine feste Größe. Die sind nämlich vor dem G-ttesdienst im Heim unterwegs und fragen, wer teilnehmen möchte. Sie holen dann die Interessierten ab, bringen sie in die Kirche, geleiten sie auf die Plätze, sorgen dafür, daß diejenigen, die noch lesen können, ein Liederbuch haben, und daß dieses Liederbuch dann jeweils an den richtigen Stellen geöffnet ist. Sie helfen dem Pfarrer beim Austeilen der Erinnerungsstücke. Das kann eine Getreideähre sein (Thema: Ernte) oder eine Baumscheibe.

Die Damen vom Chor waren auch wieder da, und dann ist der G-ttesdienst ein besonderes Highlight. Einige der Sängerinnen hatten sich zu einer Flötengruppe formiert und einige Stücke vorbereitet. Mama war ganz glücklich, daß sie bei einem Lied mitsingen konnte: Weißt Du wieviel Sternlein stehen - das kannte sie auch.

Der nächste G-ttesdienst ist am 8. Januar, und solange wollen sie auch den Weihnachtsbaum stehen lassen, damit die G-ttesdienstbesucher aus dem Heim und den anderen Einrichtungen auch was davon haben.

Habe ich schon erzählt, daß Demenzkranke, die noch in ihren Familien leben, teilweise sehr weite Fahrwege zu diesem G-ttesdienst auf sich nehmen?
20.12.07 10:39


19.12.07 10:08


Kunst- und Gestaltungstherapie für Demenzkranke

15. Dezember 2007

Im Tagesspiegel von gestern schildert Barbara Bollwahn unter der Überschrift "malerischer Lebensabend" eine Kunsttherapie-Sitzung für Frauen, die an Demenz erkrankt sind:

Herbstblätter in grünen, gelben und braunen Farben hängen an der Staffelei. Kastanien, Äpfel und kleine Kürbisse liegen um eine Kerze herum auf dem Tisch. Mittendrin stehen zwei Töpfe mit Erikapflanzen und ihren violetten Blüten. Leise läuft im Hintergrund Musik: „Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt.“

Das ist die Kulisse eines einzigartigen Projektes für Menschen, die den Herbst des Lebens längst erreicht haben. Erna Strack ist 97 Jahre alt und hat es am Herzen – wie auch die 88-jährige Frieda Jaenicke neben ihr. Bei Marion Hauboldt, 80 Jahre, macht sich eine beginnende Demenz bemerkbar. Käthe Herrmann, 94 Jahre, leidet an fortgeschrittener Demenz. Elisabeth Becker, 78 Jahre, hat Asthma und sieht fast nichts mehr. Einige der sorgsam frisierten und zurechtgemachten Frauen sind mit dem „Mercedes" gekommen – ihren Gehhilfen. Kaum haben sie am Herbsttisch Platz genommen, tauchen sie in eine Welt, in der ihr Heimalltag draußen bleibt. Es ist eine Welt, in der sie nicht nur versorgt werden, sondern aus der Reserve gelockt werden und gefragt sind, bis sie rote Wangen kriegen...
weiter hier


Wie das in Mamas Heim läuft und warum dort nicht von "Kunsttherapie", sondern "künstlerischem Arbeiten von Menschen mit Demenz" gesprochen wird, steht hier.
15.12.07 17:40


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung