Alzheimer - und dann?

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Demenz und Trauma

ist ein Artikel im aktuellen Dr. Mabuse - Heft (Januar / Februar 2010) überschrieben. Da demente Menschen in der Vergangenheit leben und diese nicht nur positive Erlebnisse bereithält, hatte ich eigentlich erwartet, daß es um den Umgang mit dementiell veränderten Menschen geht, wenn sie in einer solchen traumatischen Situation aus ihrem früheren Leben gefangen sind.

Der Artikel geht aber in eine völlig andere Richtung. Der Autor, ein Sozialarbeiter und Sozialwirt beschreibt die Parallelität von Symptomen, die sich sowohl bei dementiell veränderten Menschen als auch bei schwer traumatisierten Menschen finden, wie etwa Dissoziation, Konsistenzverlust, Schreckstarre, Emotionalisierung erhöhte Erregung und Beziehungsstörungen.

Daraus schließt er, daß dementiell veränderte Menschen in einem höheren Ausmaß als die Durchschnittsbevölkerung mit traumatischen Erlebnissen konfrontiert waren, die sie nicht verarbeiten konnten.

Im letzten Absatz des Artikels führt ihn das zur Frage: "Sind also schwerwiegende traumatische Erlebnisse eine wesentliche Ursache für das Entstehen von Demenz im Alter?". Er weist dann noch auf die "traumatisierte Kriegsgeneration" hin und zieht aus seinen Annahmen Schlüsse im Hinblick auf die Vorbeugung gegen Demenz (Körperarbeit, Psychotherapie, meditative Körperübungen).

Insgesamt finde ich den Artikel schwach und unbefriedigend. Wenn traumatische Erfahrungen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Demenz spielen würden, dann müßte der Anteil dementiell veränderter Menschen in jüdischen Altersheimen signifikant höher sein als in anderen. Bekannte von mir, die auch in jüdischen Seniorenheimen arbeiten, können das nicht bestätigen. Eine Untersuchung gibt es dazu allerdings nicht.

Zum Weiterlesen hier im Blog: Die Gegenwärtigkeit des Vergangenen oder: Wenn die Vergangenheit nicht (mehr) vergangen ist.
20.1.10 10:30


Mantra

10. Januar 2010

Aufgrund der Wetterverhältnisse kann ich Mama zur Zeit nicht besuchen. Die Straßen sind nicht frei. Berlin und das Umland hat eine Schneedecke zwischen 17 und 27 cm. Ich übe mich im Mantra-Sagen:

Mama geht es gut. Sie vermißt mich nicht, wenn sie mich nicht sieht. Mama ist versorgt und hat, was sie braucht. Es wäre viel zu gefährlich, mich unter diesen Umständen auf den Weg zu machen...

Mama geht es gut. Sie vermißt mich nicht, wenn sie mich nicht sieht. Mama ist versorgt und hat, was sie braucht. Es wäre viel zu gefährlich, mich unter diesen Umständen auf den Weg zu machen...

Mama geht es gut. Sie vermißt mich nicht, wenn sie mich nicht sieht. Mama ist versorgt und hat, was sie braucht. Es wäre viel zu gefährlich, mich unter diesen Umständen auf den Weg zu machen...

Es klappt noch nicht so gut mit dem Mantra-sagen, aber ich arbeite daran ... Und gelegentlich ärgere ich mich trotzdem darüber, daß jede Provinzstadt in Bayern einen besseren Winterdienst hat als wir hier.
10.1.10 22:12


Pflegebedürftigkeit und Alzheimer im Tatort-Krimi

28. Dezember 2009

Gestern zur besten Fernsehzeit im Krimi: Bei der Leichenschau kurz vor der Einäscherung entdeckt ein sorgfältiger Armtsarzt beim 84jährigen Willi Schubert Anzeichen, daß dieser an einer Medikamentenvergiftung verstorben ist. Herr Schubert war schon jahrelang krank und pflegebedürftig. Und nun fächern die beiden Komissare Sebastian Bootz und Thorsten Lannert auf, wer es gewesen sein könnte? Da der alte Herr nach der Feier seines 55. Hochzeitstages verstorben ist, den er im Familienkreis begangen hat, werden die Familienmitglieder auseinandergenommen. Jeder hat ein Motiv.

- War es die Tochter, die als Lehrerin nach einer einjährigen Auszeit wegen der Pflege ihres Vaters wieder in den Schuldienst zurückgekehrt ist und selber ein verhaltensauffälliges "besonderes" Kind hat?
- War es die Ehefrau, die an einer beginnenden Demenz leidet?
- War es der Hausarzt, der keine teuren Medikamente verschreiben wollte, weil die sein Budget gesprengt hätten? Er hatte am Vormittag das Hedelbeerkompott mitgebracht, mit dem das Gift verabreicht wurde.
- War es der Sohn, der eine Galerie betreibt und kurz vor der Privatinsolvenz steht, weil er das Erbe gut gebrauchen hätte können?
- War es der Schwiegersohn, der die Anwaltskanzlei des alten Herrn übernommen hatte und sich mit diesem wegen der Übernahme eines Mandats gestritten hatte.

Schließlich kommt die etwa 12jährige Enkeltochter ins Polizeipräsidium und ist überzeugt, daß sie am Tod des Großvaters schuld ist, denn sie hat ihm nachmittags Valiumtabletten gegeben.

Dann ist auch noch die demente Ehefrau verschwunden. Aber es war alles ganz anders: Eine zurückgelassene Video-Aufnahme wird gefunden. In ihr tun die beiden Alten kund, daß sie den gemeinsamen Suizid als letzte Möglichkeit sehen, selbstbestimmt zu sterben wie sie selbstbestimmt gelebt haben.

Fazit: Selbst als Tatort-Fan war mir das alles etwas zu dick aufgetragen.
28.12.09 08:44


27.12.09 20:06


Situationskomik an Weihnachten

25. Dezember 2009

Schon im Flur höre ich Frau Hahn mit der ihr eigenen Lautstärke. Aber noch lauter mit energischer Stimme höre ich Mama. Sie fordert Frau Hahn auf: "Jetzt halten Sie endlich ihre Klappe, Frau Hahn. Sie gehen mir auf die Nerven. Wenn Sie jetzt nicht gleich still sind, dann kommen Sie in den Keller".

Ich begrüße Mama und frage: "Frau Hahn soll in den Keller?". "Das habe ich doch nicht ernst gemeint. Das soll nur zur Abschreckung sein. Aber ich glaube, es nützt nichts".

"Ja", sage ich "den Eindruck habe ich auch. Frau Hahn hat Alzheimer. "Frau Hahn hat Alzheimer?" sagt Mama mit erstaunter Stimme.

Nicht nur sie - denke ich. Laut sage ich: "Und weil sie Alzheimer hat, weiß sie drei Minuten später nicht mehr, was Du ihr gesagt hast" erkläre ich ihr. "Ach ich glaube, dass drei Minuten bei der Frau Hahn schon viel zu lang veranschlagt sind" kommentiert Mama.

Wir waren im Haus unterwegs und haben uns die Weihnachtsdekorationen im Haus angeschaut. Sie war drauf wie in gesunden Tagen, wußte, dass der erste Weihnachtsfeiertag war, wo sie im Heim ist und vieles andere mehr. Nur einmal war sie zeitlich desorientiert, nämlich als sie fragte, wo denn der Hund (vor dreißig Jahren verstorben) sei und warum ich ihn nicht mitgebracht hätte. In solchen Situationen lüge ich gnadenlos: "Der Hund ist erkältet und bekommt deshalb Medikamente. Die Medikamente machen ihn müde und deshalb habe ich ihn heute zuhause gelassen, damit er sich gesund schlafen kann. Nächstes Mal wenn er wieder gesund ist, dann kommt er wieder mit."

Als ich mich verabschiede, reagierte sie mit Sätzen, die ich schon Jahre nicht mehr von ihr gehört habe - mit den Worten, mit denen sie mich immer nach einem Besuch verabschiedet hat, wenn ich nach Berlin zurückgefahren bin: "Gib gut obacht auf dich, damit Dir nicht passiert. Das wäre das allerschlimmste für mich, wenn mit dir was wäre".
25.12.09 20:42


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