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Demenz im Fernsehen

20. Dezember 2009

Fällt das nur mir auf oder kommt Demenz jetzt immer öfter im Fernsehen jenseits von Gesundheitssendungen vor? Vor einigen Wochen kam im Tatort ein dementiell veränderter Angehöriger vor. Gestern im "Stubbe"-Krimi war es sogar eine Tatverdächtige, die an Demenz litt und deren Ehemann das Mordopfer war. Sogar die Medienseite der taz hat vor einigen Tagen darüber berichtet.

Gerade läuft im rbb die Dokumentation "Frau Walter Jens - Wie die Demenz das Leben eines Intellektuellenpaares veränderte". Inge Jens berichtet sehr ehrlich, was diese Krankheit für ihr Leben bedeutet. "Es ist nicht mehr der Mann, den ich geheiratet habe". Immer wieder werden Filmsequenzen von früher in den Film geschnitten. Der Kontrast von dem hochintellektuellen Professor und dem Menschen, der gelegentlich noch das eine oder andere Wort sagt ist erschütternd. Die letzten Aufnahmen wurden dieses Jahr gedreht.

2006 hat er noch mit seiner Frau Lesungen gehalten. Sie hatten ein Buch über Katja Pringsheim, die Frau von Thomas Mann geschrieben. Inge Jens sagt, als er dann sein Buch nicht mehr signieren konnte, weil er nicht mehr in der Lage war, seinen Namen zu schreiben, sei das für sie das Signal gewesen, die Lesungen zu beenden, denn sie wollte ihren Mann nicht zur Schau stellen. Heute versteht Walter Jens nicht mehr, wenn er die Treppe steigt und seine Frau ihm die Anweisung gibt, noch zwei Stufen zu steigen.

2006 war Mama schon im Heim und erstaunlicherweise sind einfache Unterhaltungen immer noch möglich. Bei ihr dauert diese Phase sehr lange und es bringt mit sich, daß sie sich immer weider sehr bewußt darüber ist, was sie nicht mehr kann. Bei Walter Jens ist der Verlauf der Krankheit ganz anders - offensichtlich viel schneller - verlaufen.

Ich bewundere Inge Jens dafür, wie sie immer wieder die Balance findet. Einerseits will sie ihrem Mann so lange wie möglich ermöglichen, Lesungen zu halten, weil es ihm so viel bedeutete, in der Öffentlichkeit zu stehen. Andererseits mußte sie den Zeitpunkt wahrnehmen, wann es nicht mehr geht, weil es ihn bloßstellen würde. Aus diesem Grund sind die aktuelleren Aufnahmen von Walter Jens so gedreht, daß die Kamera von hinten auf ihn gerichtet ist. Wie kann man Einblick in das Leben eines dementiell veränderten Menschen geben ohne ihn zur Schau zu stellen oder zu blamieren.

Und diese Schwierigkeit ist auch teilweise der Grund, warum es in diesem Blog seltener etwas zu lesen gibt als früher. Deswegen wurde es auch schon aus einigen Blogrolls gestrichen. Und in einer Blogroll wird es unter der Rubrik "nur gelegentlich aktualisiert" geführt. Abgesehen davon hätte ich mir zu Beginn des Blogschreibens niemals vorstellen können, daß ich mehr als fünfhundert Einträge über diesen gemeinsamen Weg verfassen würde, genauer gesagt ist das heutige Posting das fünfhundertzweiunddreißigste.

Gerade ist wieder eine Passage, in der Walter und Inge Jens lesen. Ein voller Saal. Ein Orchester spielt. Walter Jens liest, und er verheddert sich mehrmals in den Sätzen. Sie muß seinen Part übernehmen. Da war es für mich schon an der Grenze. Aber was sind das für Entscheidungen, vor die Angehörigen im Verlauf dieser Krankheit gestellt werden.
20.12.09 23:56


Wachsender Gruppenbezug

30. November 2009

Mama hält sich immer mehr in ihrer Wohngruppe auf. Die Mitbewohnerinnen werden wichtiger für sie. Oft ist es schwer, mit ihr auf ihr Zimmer zu gehen. Nun hatte sie diese Woche Geburtstag. Mit Günter bereitete ich in ihrem Zimmer den Geburtstagstisch vor und nur die Ankündigung eines Überraschungsgasts (Günter) ließ sie zustimmen, in ihr Zimmer mitzukommen. Den Kuchen erklärte sie zur "besten Geburtstagstorte meines Lebens".

Geburtstag 2009


Als ich sie nach dem Geburtstagskaffeetrinken wieder ins Gruppenwohnzimmer brachte, begrüßte sie die Mitbewohnerinnen: "Grüß Euch alle zusammen. Jetzt bin ich wieder bei Euch." Bei ihrem Platz stand den ganzen Tag ein Geburtstagslicht und ein Blumenstrauß. Sie war ganz begeistert von den vielen Gratulanten.
30.11.09 00:11


Fotos auf dem Mini-Laptop

17. November 2009

Bilder anschauen ist eine von Mamas Lieblingsbeschäftigungen. Für den Mini-Laptop, den wir beim vorletzten Besuch dabei hatten, hat sie sich lebhaft interessiert. So ein Gerät hatte sie noch nie gesehen und war sichtbar angetan davon. Allerdings konnte sie sich nur ein paar Minuten konzentrieren. Auch sprachlich hatte sie Schwierigkeiten. Sie verhedderte sich immer wieder - konnte Sätze, die sie angefangen hatte, nicht mehr zu Ende bringen. Ich wurde ganz traurig und dachte, daß es wohl ein Anzeichen dafür sein wird, daß ihre sprachlichen Möglichkeiten sehr rapide zurückgehen.

Als ich dann gestern wieder bei ihr war, bot sich mir ein völlig anderer Eindruck. Die Bewohnerinnen saßen beim Kaffeetrinken in der Runde und Mama bestritt die verbale Kommunikation. Als wir dann in ihrem Zimmer saßen, meinte sie, daß ihr Gesundheitszustand so gebessert sei, daß sie wieder nach Hause will. Ich mußte schon sehr schlucken.
17.11.09 00:37


9.11.09 17:54


Frau Elsa in Aktion

27. Oktober 2009

Von Frau Elsas etwas unorthodoxen Methoden der Beschäftigungstherapie mit Mama habe ich an anderer Stelle bereits erzählt.

Als ich beim letzten Besuch Mamas Zimmer betrat, hing dieses Bild an der Wand:

Baum


Ich frage eine der Mitarbeiterinnen: Hat das meine Mutter gemacht? Sie nickt. Ich will wissen: "Und wie ging das denn zu? Meine Mutter hatte nie etwas mit Malen, Kleben, Schneiden etc. am Hut?" Ich bin einigermaßen perplex. Mama hat meine Bastelorgien immer durch den Kauf entsprechender Materialien unterstützt, aber sie selbst hat sich nie daran beteiligt. Ich bin also höchst erstaunt, ein Bild vorzufinden, das Mama gemacht hat. Es ist ja nicht nur die dementielle Veränderung, Mama ist ja auch mit Händen und Armen sehr eingeschränkt in ihren Bewegungsmöglichkeiten.

Die Mitarbeiterin meint: Ich war auch nicht dabei. Da müssen Sie Frau Elsa fragen. Die macht mit Ihrer Mutter immer die Beschäftigungsangebote am Montag.
27.10.09 14:11


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