Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

http://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





Sie müssen eingreifen ...

4. Oktober 2009

Als ich das Gruppenwohnzimmer betrete, winkt mich eine neue Bewohnerin zu sich und läßt mich ganz aufgeregt wissen: "Sie müssen eingreifen!". Ich frage nach, was denn passiert ist. Sie erzählt: "Ihre Mutter hat mich mit schlimmen Worten beschimpft". Ich bin ja gaaar nicht neugierig und frage deshalb nach: "Was denn für Wörter?" "Wörter, das können Sie sich nicht vorstellen. Unflätige Wörter - die kann ich gar nicht sagen!" Es stellt sich heraus, daß sie Mama beim Essen helfen wollte - und Mama das offensichtlich das nicht wollte. Die Situation hat sich dann offensichtlich aufgeschaukelt: "Sogar angespuckt hat mich Ihre Mutter als ich ihr beim Essen helfen wollte." Ich konnte ihr nur raten, Mama nicht zu helfen, wenn die das nicht will.
4.10.09 20:19


Frau

1. Oktober 2009

Eine von Mamas Mitbewohnerinnen ist vor einigen Wochen gestorben. Wir nannten sie "Frau Jalousie", weil sie immer "Jalousie" sagte, wenn ihr ein Wort fehlte. Die letzte Zeit hat sie nicht mehr sprechen können.

Sie war die lebhafteste in Mamas Gruppe. Leider war sie oft nicht nur lebhaft, sondern hat viel herumgeschrien, wenn sich nicht eine Person ausschließlich mit ihr beschäftigt hat. Die Stimme war oft sehr fordernd und durchdringend, was schon strapaziös war.

Und nun ist die "Frau Jalousie" tot und den Part der Aggressiven hat die sonnige und herzensgute Frau Hahn übernommen, die der Liebling von allen war. Am Wochenende war die Tochter von Frau Hahn da, die gut und gern auch schon Mitte sechzig ist. Sie geht gern mit ihrer Mutter in den Garten, wenn es das Wetter zuläßt. Aber Frau Hahn schrie - egal was ihre Tochter sagte - immer nur durchdringend "nein - nein - nein" und schlug nach ihrer Tochter, die weinend zusammengebrochen ist. Glücklicherweise war einer der sehr einfühlamen Pfleger da, der sie in den Arm nahm.
1.10.09 18:26


Konfetti im Kopf - Kampagne zum Thema Demenz

21. September 2009

Vom 23. Oktober bis 2. November startet in Berlin die Kampagne "Konfetti im Kopf" zum Thema Demenz. Der Hamburger Fotograf Michael Hagedorn arbeitet seit 2005 an einer Langzeitdokumentation über Menschen mit Demenz und begleitet Betroffene und ihre Angehörigen mit der Kamera. So entstanden bewegende Fotomotive, die nun zuerst in Berlin und dann in weiteren Städten die Botschaft "Demenz berührt mit vielen Gesichtern" in die öffentliche Diskussion tragen sollen.

Im Zentrum von Berlin werden auf 400 Plakatwänden, Citylights und Megapostern Fotos von Michael Hagedorn zu sehen sein, die Klischees über Demenz in Frage stellen und sehr persönliche Geschichten erzählen. Konfetti im Kopf will abseits der üblichen düsteren und trostlosen Schwarz-Weiß-Bilder neue Sichtweisen eröffnen.

"In der Regel assoziiert man mit Demenz ja einen völligen Verlust von Persönlichkeit und Lebensqualität. Im Laufe der Zeit, die ich in Familien, Altenheimen und Wohngemeinschaften verbrachte, traf ich allerdings viele einzigartige, eigenwillige Menschen mit Demenz, die ihr Leben durchaus zu genießen schienen", so Michael Hagedorn.

Der Kampagnenname "Konfetti im Kopf", erzählt der 43-jährige Fotograf, entstand, als er gemeinsam mit Werner Leypoldt aus Lörrach auf der Basler Fasnacht unterwegs war: "Wir waren mitten im Trubel, überall schneite es Konfetti. Plötzlich tätschelte Herr Leypoldt liebevoll meinen bunt gesprenkelten Kopf und meinte: Siehst Du und ich habe Konfetti im Kopf!"

Eine sehr informative und ansprechende Internetseite zur Kampagne gibt es hier
21.9.09 10:11


20.9.09 18:10


Dement sein, wo andere Urlaub machen

Vorgestern im Cafe lese ich eine Tageszeitung. Als Beilage fällt mir das Chrismon-Magazin entgegen, das monatlich von der evangelischen Kirche herausgegeben wird und unterschiedlichen Tages- oder Wochenzeitungen beigelegt wird.

Ein alter Mann im Schwimmbecken ist auf dem Titelbild zu sehen und die Titelzeile Dement sein, wo andere Urlaub machen springt mich an. Ich finde es geschmacklos. In den siebziger Jahren war ein beliebter Werbespruch für das bayerische Voralpenland, Österreich und die Schweiz: "Arbeiten, wo andere Urlaub machen". Jetzt also dement sein, wo andere Urlaub machen. Hurra, so schön kann Demenz sein: Ganz relaxt im Swimmingpool in Thailand bei Markus Woodtli. Da sehnt man sich doch nach den guten alten Zeiten zurück, als die evangelische Kirche noch wöchentlich das "Deutsche allgemeine Sonntagsblatt" herausgab.

Ich weiß von betreuten Urlauben der Alzheimerinitiative in Bad Bevensen. Da schwimmt keiner der dementiell veränderten Menschen allein im Schwimmbecken. Man kann den Artikel bei Chrismon nachlesen - zumindest in diesem Monat.

Vor 2 Jahren gab es schon auf 3sat eine Reportage zu diesem Projekt in Thailand. Damals hat eine Leserin dieses Blogs, Inge S., Lehrerin für Pflegeberufe den Film hier kommentiert. Ihre Gedanken sind nach wie vor aktuell und deshalb zum Nachlesen empfohlen.
10.9.09 11:32


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung