Alzheimer - und dann?

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Hoch die Tassen ...

10. Juli 2009

Hieß es bis jetzt, daß mäßiger Kaffeekonsum (drei bis fünf Tassen täglich) die Gefahr an Alzheimer zu erkranken, reduziert, so wird jetzt eine neue Sau durch's Dorf ... äh ... durch's Sommerloch getrieben haben jetzt Forscher herausgefunden, daß "Koffein die komplette Wiederherstellung der Gedächtnisleistung bewirken kann", zumindest bei Mäusen. Eine Humanstudie steht noch aus.

Photobucket


Die Zukunft der Demenz-Therapie könnte also in der Behandlung mit Koffein liegen: 5 Tassen Kaffee oder 12 Tassen schwarzer Tee entsprechen beim Menschen derm Quantum, das Labormäusen verabreicht worden ist. Nicht nur, daß der weitere Verfall gestoppt werden konnte, nein: die Forscher im "Alzheimer's Disease Research Center" (ADRC) in Florida haben nach Versuchen an Labormäusen festgestellt, dass Koffein nicht nur eine vorbeugende Wirkung hat, sondern auch für eine vollständige Regeneration des Erinnerungsvermögens sorgen kann. Viel zu schön um wahr zu sein.

Also: Kaffeetrinken oder - wie heißt es so schön im Volksmund: "Abwarten und Tee trinken".
10.7.09 05:13


Fernsehtipp: Heideferien statt Pflegestress

8. Juli 2009

In den verschiedenen dritten Programmen wird derzeit ein Dokumentarfilm über ein Urlaubsangebot für Demenzkranke und deren Angehörige, das von der Alzheimerangehörigeninitiative veranstaltet wird, gezeigt.

Wer einen an Alzheimer Erkrankten zu Hause betreut, ist irgendwann am Ende seiner Kräfte. Oft machen sich bei den Angehörigen psychische und finanzielle Überforderung, Ratlosigkeit bis hin zur Verzweiflung breit.

Nicht selten geraten die pflegenden Personen ins soziale Abseits. In solchen Fällen bietet die Alzheimer Angehörigen-Initiative e. V. in Berlin einen betreuten Urlaub in der Lüneburger Heide an. In der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten können pflegende Angehörige zehn Tage lang ihren schwierigen Alltag vergessen und Kraft tanken. Auch die Kranken selbst profitieren von den Ferien - immer wieder überraschen sie mit plötzlich wiederkehrenden Fähigkeiten.

Aus der Angehörigengruppe kenne ich einige Angehörige, für die diese 10tägige Urlaubsfahrt eine Insel im Pflegealltag ist. Für einen Angehörigen und einen Alzheimerkranken kostet die 10tägige Fahrt 1900 Euro. Die Pflegekasse übernimmt 700 Euro.

In der Reportage wird eine Frau gezeigt, die erst ihre Schwiegermutter und nun ihre Mutter - beide Demenz krank -pflegt. Sie ist 64 und pflegt seit 16 Jahren.
8.7.09 23:03


Getröstet und geborgen

7. Juli 2009

Das Buch, über das Mama sich so gefreut hat, ist eine Auswahlbibel für dementiell veränderte Menschen. So heißt sie zwar nicht offiziell, denn das wäre nicht werbewirksam, und so habe ich sie nach langem Suchen nur durch den Hinweis einer Pfarrerin gefunden.

Sie heißt "Getröstet und geborgen" und hat 96 Seiten, ist also leicht und übersichtlich genug, daß auch demente Menschen damit umgehen können.

Bibel


Sie ist sehr geeignet für Menschen, die mit einer normalen Bibel nicht mehr zurechtkommen, weil:

- die Texte nach Themenbereichen zusammengestellt und dem Ablauf des Kirchenjahres zugeordnet sind
- Die biblischen Texte wurden auf bestimmte Kernaussagen hin gekürzt und reduziert, aber der vertraute Luthertext wurde beibehalten; Erwachsene werden hier nicht auf die Sprachebene von Kindern gestellt. Jeder Text kann in der Zeit zwischen einer Minute und drei Minuten vorgelesen werden.
- Die Bilder sind bekannt und vertraut, und die Bildunterschriften stellen noch einmal eine bestimmte Aussage oder einen Gedanken ins Zentrum.
- Auch einige bekannte Lieder aus dem Gesangbuch wurden aufgenommen. Die Auswahl der Lieder ist auf das wesentliche bezogen und beschränkt, so daß man nicht gedanklich in verschiedene Richtungen geführt wird oder gedanklich „abhängt“.
- Die Bilder sind bekannt und vertraut. Sie geben zusätzlich Impulse und ermöglichen Gespräche zum Text noch einmal auf einer anderen Ebene. Die Bildunterschriften fokussieren noch einmal eine bestimmte Aussage oder einen Gedanken.

Photobucket


Der einzige Kritikpunkt ist der Druck. Leider wurde die Times-New-Roman-Schrift gewählt, die anstrengend ist, wenn man sie länger liest. Ein klareres Schriftbild wäre günstiger.


Hier die bibliografischen Angaben:
Getröstet und geborgen
Geschichten und Gebete der Bibel
Herausgegeben von Gottfried Mohr und Reiner Zeyher
96 Seiten, 9,80 €
ISBN 978-3-438-04822-6
Deutsche Bibelgesellschaft
7.7.09 15:29


Traum

3. Juli 2009

In all den Jahren ihrer Krankheit habe ich noch nie von Mama geträumt, zumindest nicht so, daß ich mich daran erinnern kann. Ich erinnere mich sowieso nicht sehr oft an Trauminhalte.

Aber heute habe ich von Mama geträumt als sie noch relativ gesund war, also noch keine Anzeichen der Demenz erkennbar waren. Der Traum war sehr intensiv, zugleich verstörend. Ich bin aufgewacht, und in mir war eine große Trauer.
3.7.09 06:00


Fernsehtipp: ... wie mit einem Glasauge - das Vergessen malen

28. Juni 2009

Heute nacht um 0.05 kommt eine interessante Dokumentation auf arte, auf die ich hier hinweisen will:

Die Alzheimer-Krankheit erfreut sich einer traurigen Berühmtheit in der Bevölkerung. Fast jeder kennt sie: Die eigenen Eltern beziehungsweise Großeltern werden im Laufe der Zeit oft vergesslich, tatterig, unselbstständig - kurz: dement. Doch wie viel bekommt der Erkrankte selbst von seinem Verfall mit? Zum ersten Mal drückt nun ein Maler und Alzheimer-Patient mit seinen Bildern seine Gedanken und Gefühle aus.

Der im März 2007 nach zwölfjähriger Krankheit in London verstorbene Künstler William Utermohlen stellte in seinen letzten Werken den eigenen langsamen, unaufhaltsamen, geistigen Verfall dar. Er schuf dadurch eine völlig neue Art von medizinischen Aufnahmen, eine künstlerische, subjektive und bildliche Ausdrucksform.

Seine sehr persönlichen Bilder wirken wie ein klinisches Tagebuch. Als ob er dort, wo ihn sein eigenes Gehirn verrät, durch die bildliche Darstellung sein Ich zurückerobern wollte. In seinen Bildern spürt man den Kampf, mit dem der Mensch dem Unausweichlichen seine ganze Lebenskraft entgegensetzt.
William Utermohlen malte Selbstporträts - vielleicht, um sich selbst nicht zu vergessen. Und obwohl er allmählich und letztendlich verschwand, überdauern ihn seine Gemälde auf ewig.

Frédéric Compain stellt mit viel Poesie und Wärme den Maler und sein Werk vor. Eine künstlerische und sehr persönliche, völlig unmedizinische Betrachtung der Alzheimer-Krankheit.

"Das künstlerische Schaffen ist für Utermohlen auch ein Selbstheilungsversuch. Über die Malerei, das heißt durch den Erhalt existenzieller Orientierungspunkte und eines Identitätsgefühls versucht er, gegen den Prozess der geistigen Verwirrung anzukämpfen. Wir werden hier zu Zeugen des erbitterten Kampfes, den der Künstler zum Erhalt des Lebendigen in sich selbst austrägt, indem er nicht aufhört zu malen. Es gelingt ihm bis zur äußersten Grenze seiner Möglichkeiten, Herr seines Lebens zu bleiben und sich selbst darzustellen, um nicht spurlos von der Erdoberfläche zu verschwinden", so Utermohlens ehemaliger Psychologe Polini Patrice.
so der Sendetext.

Sonntag, 28. Juni 2009 um 00.05 Uhr
Wiederholungen:
03.07.2009 um 04:20
03.07.2009 um 07:00
05.07.2009 um 04:25
... wie mit einem Glasauge
Dauer: 26 Minuten
(Frankreich, 2008, 26mn)
ARTE F
Regie: Frederic Compain

Ein sehr eindrucksvolles Selbstportrait findet sich hier . Es wurde fünf Jahre nach der Alzheimerdiagnose gemalt.
28.6.09 14:45


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