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Pflegeheime wollen Qualität offenlegen

29. März 2007

So ist heute ein Artikel im Tagesspiegel überschrieben:

Rund 280 Pflegeheime versorgen in Berlin schwerkranke, meist hochbetagte Menschen. Doch angesichts der Negativschlagzeilen über vernachlässigte oder falsch gepflegte Heimbewohner hat die Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei/PDS) Heimbetreiber, Pflegekassen und Selbsthilfegruppen zu einem Runden Tisch Pflegequalität eingeladen, der gestern erstmals tagte.

Bei den vielen Negativschlageilen, die es in den letzten Monaten über diverse Berliner Heime gab, besonders im Hinblick auf die Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen, ist das sicher nicht zu früh..

Der erste Beschluss lautet so: Die Wahl einer geeigneten Betreuungseinrichtung soll künftig leichter sein, denn im Laufe des Jahres werden die Heime einen Qualitätsbericht vorlegen – freiwillig. Denn für eine Veröffentlichungspflicht müssten erst auf Bundesebene die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, sagte Knake-Werner. Aber die große Zustimmung der Berliner Anbieter, die eigenen Leistungen transparent zu machen, zeige, dass das Bewusstsein dafür vorhanden sei. Darüber hinaus solle der Pflegebericht auch dazu beitragen, das öffentliche Ansehen der Einrichtungen zu verbessern. „Die meisten Mitarbeiter dort machen einen harten Job unter großer psychischer und körperlicher Belastung“, sagte Knake-Werner.

Also, wenn die Berliner Anbieter ein Bewußtsein für die Notwendigkeit haben, ihre Leistungen transparent zu machen, was hält sie dann ab, den Angehörigen, die einen Heimplatz suchen, Einblick in die Prüfberichte des MDK zu gewähren?

Diese Prüfberichte liegen im jeweiligen Heim. Das Heim kann sie offen legen oder auch nicht. Allerdings bluffen sehr viele Heime und behauten wahrheitswidrig, die Berichte seien beim MDK und deshalb nicht zugänglich.

Der Pflegebericht richtet sich an Menschen, die kurz vor dem Umzug in ein Heim stehen, und deren Angehörige. Sie sollen sich so ein Bild machen können von der Gestaltung des Umzugs, vom Ablauf der Aufnahme, von den Betreuungsangeboten bis hin zur Sterbebegleitung und sie sollen die Angebote vergleichen können. „Nachvollziehbare und vergleichbare Qualitätsberichte nach fachlich anerkannten Standards sind ein wichtiger Schritt zur Transparenz auf dem unübersichtlichen Pflegemarkt.“ Eine Arbeitsgruppe des Landespflegeausschusses wird die Standards für den Bericht zusammenstellen und dem Runden Tisch vor der Sommerpause vorlegen.

Das hört sich nun so an als ob jedes Pflegeheim seine Berichte, die es den Angehörigen vorlegen wird, selber verfaßt. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) wird ja wohl seine Prüfberichte nach einheitlichen Standards verfassen. Jede Einrichtung hat doch Konzepte und Prospekte, die Interessenten erhalten. Wozu dann noch ein "Pflegebericht"?
29.3.07 18:59
 



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