Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

http://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





Freiheitsentziehende Maßnahmen

27. Juni 2005

Sollen alte Menschen jederzeit die M?glichkeit haben ihr Bett zu verlassen, auch wenn sie wackelig auf den Beinen sind und die Gefahr des Hinfallens besteht?

Der Sturz von Mutti am ersten Abend ist ja relativ glimpflich verlaufen. Sie musste an der rechten Augenbraue gen?ht werden. Es h?tte ganz anders kommen k?nnen. Wie oft h?rt man von alten Menschen, die gest?rzt sind, sich das H?ftgelenk gebrochen haben und wochenlang im Krankenhaus liegen mussten. Das ist schon f?r jemand, der im Vollbesitz seiner geistigen M?glichkeiten ist eine Tortur. Was aber bedeutet es f?r einen an Demenz leidenden Menschen, der seine regelm??igen Abl?ufe braucht und immer weniger einordnen kann, was um ihn herum vorgeht?

In der Wohngruppe von Mama haben sie Pflegebetten, die nicht so aussehen wie man sich Pflegebetten vorstellt, weil sie aus hellem Holz sind. Man kann dort ein Zusatzteil einh?ngen, mit dem verhindert wird, dass der Bewohner aus dem Bett aussteigt.

Das Ganze gilt als Gitter, auch wenn es einem nicht an das erinnert, wie man sich ein Gitter landl?ufig vorstellt. Das Anbringen dieser Verrichtung stellt eine ?freiheitsentziehende Ma?nahme? dar, und die ist genehmigungspflichtig.

Weil ich Muttis Betreuerin bin, hat mich Pfleger D. gefragt, wie ich dazu stehe. Ich mu? zustimmen. Au?erdem m?ssen freiheitsentziehende Ma?nahmen genau dokumentiert werden.

Pfleger D. erz?hlt mir, dass eine von Muttis Mitbewohnerinnen schon mehrmals l?nger im Krankenhaus war, weil sie gest?rzt ist. Deren Angeh?rige erlauben den Einsatz eines solchen ?Gitters? in keinem Fall.

Schwierig, eine solche Frage spontan zu beantworten. Nat?rlich finde ich, dass sich ein Mensch frei bewegen k?nnen soll, aber wo ist die Grenze, wenn jemand vor Gef?hrdungen gesch?tzt werden mu?, die er selber nicht mehr einsch?tzen kann?

Ich merke ? so wie ich die Mitarbeiter bis jetzt im Umgang mit den dementen Bewohnern erlebt habe ? habe ich ein grundlegendes Vertrauen zu ihnen, dass sie die ihnen anvertrauten Bewohner im Blick haben. Ich als Laie f?hle mich aber nicht in der Lage, die Gesamtsituation wie sie in den Alltagsabl?ufen der Gruppe auftreten k?nnen, einzusch?tzen.

Rein theoretisch w?re es ja m?glich, dass eine solche ?freiheitsentziehende Ma?nahme? von Pflegekr?ften dazu missbraucht wird, die ihnen Anvertrauten ruhig zu stellen und sich die Arbeit leichter zu machen. Mit Grausen erinnere ich mich an ein mehrmonatiges Praktikum auf der Station einer kinderpsychiatrischen Einrichtung zur?ck. Dort habe ich erlebt, was Machtmissbrauch ist und wie man ihn mit den entsprechenden theoretischen Konzepten scheinbar begr?nden kann. Ich habe das Praktikum vorzeitig abgebrochen.



27.6.05 01:01
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung