Alzheimer - und dann?

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sehr berührend: ein Gottesdienst der anderen Art

24. Mai 2007

Für Religion hat Mama sich ihr ganzes Leben wenig bis gar nicht interessiert. Wenn sie zu einer Hochzeit oder Taufe eingeladen war, ging sie hin. Jetzt im neuen Heim geht sie gerne in den monatlich stattfindenden Gottesdienst, der für Demenzkranke angeboten wird. Dafür wurde ein spezielles Konzept entwickelt. Da im Heim Menschen unterschiedlicher religiöser Prägung sind, soll der Gottesdienst für alle sein und auf allgemein menschliche Erfahrungen Bezug nehmen. Außer den Heimbewohnern kommen auch Bewohner einer Alzheimerwohngemeinschaft sowie Menschen, die noch bei ihrer Familie leben können. Manche nehmen einen Weg von über dreißig Kilometer auf sich.

Am letzten Dienstag war Günter mit ihr wieder dort. Dieses Mal wurde der Gottesdienst von der Kantorin geleitet, die einen kleinen Chor von Frauen, die schon im Ruhestand sind, mitbrachte. Es wurde viel gesungen: mehrstimmig und Kanons.

Dann ging es um Landwirtschaft: Wie wichtig der Regen ist, damit alles wachsen kann. Die Kantorin hatte Getreideähren vom letzten Jahr und auch Brote dabei. Einige Gottesdienstbesucher erzählten von ihren Erfahrungen in der Landwirtschaft, und was alles getan werden muß, damit aus den Körnern dann das Brot wird.

Die Kantorin erzählte dann die Geschichte von der Moabiterin Ruth – wie sie in der Bibel zu finden ist - , die ihre Heimat verlässt um mit ihrer Schwiegermutter mitzugehen und wie die beiden Frauen in Bethlehem ein neues Leben finden. Das Ganze spielt zur Zeit der Gerstenernte, deshalb der Bezug zu Landwirtschaft , Getreide und Ähren. Einige von den Chorsängerinnen stellten das Erzählte pantomimisch dar. Die Wahl der Mittel war einfach und gerade in ihrer Einfachheit sehr aussagekräftig. Als zum Beispiel die drei Ehemänner von Naomi, Orpa und Ruth gestorben waren, setzten die drei Frauen schwarze Kopftücher zum Zeichen ihrer Trauer auf.

Am Schluß bekam jeder ein kleines Tütchen mit Dinkelsamen mit. Mama hat bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, dass es ein Buch Ruth in der Bibel gibt. Günter erzählte, dass sie Tränen in den Augen hatte und meinte, das wäre der schönste Gottesdienst gewesen, den sie jemals erlebt hätte.


Das biblische Buch Ruth
24.5.07 18:45
 



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