Alzheimer - und dann?

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Eigentumsverhältnisse

3. Juli 2005

Eigentlich hat Mama gleich das erste Zimmer rechts wenn man zur Wohnung der Wohngruppe reinkommt. Aber da scheint sie nur zu schlafen.
Wenn sie sich tags?ber zur?ckziehen will, geht sie meist in das Zimmer von Frau L. und Frau T. Das liegt am n?chsten beim Wohnzimmer, geht zum Garten raus und ist etwas heller als ihres.

Gelegentlich finde ich sie dann im Bett von Frau T: Deren rotes Kissen unter dem Po und die Nackenrolle hat sie sich auch zurecht geschoben. Ihre Bildzeitung, die Handtasche und die Zigaretten liegen auf dem Tisch neben dem Bett. Sie hat sich da h?uslich eingerichtet f?r ihre R?ckz?ge tags?ber. Frau T. und Frau L. gehen untertags nicht ins Zimmer. Also scheint es niemanden zu st?ren.

Bei meinem letzten Besuch sagte Mama: ?Also wei?t Du, was ich nicht verstehe ist das mit den M?beln. Ich hatte doch dunkle M?bel und warum stehen hier helle M?bel rum? Und was ist das ?berhaupt f?r ein Viech auf dem Schrank??
Ich hole das Tier herunter und zeige es ihr. Es ist ein ?berdimensionaler dunkelgr?ner, grinsender Drache Marke ?Schie?budengewinn?. Was dieses Andenken f?r Frau L. bedeuten mag? Hat es jemand f?r sie auf einem Jahrmarkt geschossen oder hat sie es an einer Losbude gewonnen?
Ich denke an Karussell fahren, gebrannte Mandeln, klebrige Zuckerwatte, das Heulen von Geisterbahnen und Bierzeltmusik. Mit ihr war ich einmal im Grundschulalter auf einem Volksfest. Sie hatte sich den Nachmittag von der Arbeit frei genommen. Wir hatten damals sehr wenig Geld, und f?r das Volksfest war ein bestimmter Betrag eingeplant. Ich liebte Ponyreiten ?ber alles und verzichtete gerne auf anderes f?r drei Runden Ponyreiten. Die Chips durfte ich selber an der Kasse holen.

W?hrend ich ritt, mu? sie ein Gespr?ch mitgeh?rt haben, denn als ich von meiner ersten Runde zur?ckkam, sagte sie zu mir: ?Du, das Kind da dr?ben ist sehr traurig. Es m?chte auch gern Ponyreiten, aber es kann nur zuschauen. Die haben kein Geld und seine Mama kann ihm kein Ponyreiten bezahlen. Gibst Du ihm einmal Ponyreiten ab?? Ich erinnere mich, dass ich mich bei dieser Frage v?llig frei f?hlte. Ich w?re nicht geschimpft oder getadelt worden, wenn ich die weiteren beiden Runden Ponyreiten f?r mich behalten h?tte.
?Mei, is des greislich? (meine G?te, ist das scheu?lich), t?nt Muttis Kommentar in meine Gedanken, und ich setze den Drachen wieder auf den Schrank.

?Mir gef?llt er?.
?Warum des?? fragt sie interessiert nach.
?Weil ich vor 15 Jahren mit einer Kollegin eine Kinderfaschingsparty organisiert habe, und die hat sich ein Drachenkost?m gemcht, das sah genauso aus wie der.?
3.7.05 08:25
 



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