Alzheimer - und dann?

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Umdeutungen

28. Juli 2005

?Bin ich froh, dass ich mich um das Geld nicht mehr k?mmern muss und Du das alles jetzt machst? meint Mama. F?r mich sind das neue, v?llig ungewohnte T?ne. Mama hat sich ihr ganzes Leben nie in die Karten schauen lassen, wie viel sie verdient oder wie hoch ihre Rente ist. Im Herbst letzten Jahres bat sie mich dann, mit ihr ihre Bankunterlagen durchzuschauen, weil sie Unregelm??igkeiten vermutete, denen sie aber nicht auf die Spur kam. Diesen Wunsch nach Hilfe ?u?erte sie um 17.50 h. Ich erinnere mich, dass ich ziemlich sauer war. 17.50 h war zehn Minuten vor Schalterschlu? bei der Bank. Da ich au?erdem am gleichen Abend mit dem Nachtzug nach Hause fahren wollte, war klar, dass man nichts mehr machen konnte. Ich war w?tend. Warum hatte sie die ganzen Tage vorher sich in Andeutungen ergangen und immer wieder hin ? und hergeschwankt, was sie von mir wollte. Ich nahm das Ganze als Ausdruck ihrer Ambivalenz und dachte, sie sei hin- und her gerissen, ob sie mir Einblick geben will oder nicht. Ich fuhr ab, ohne mich mit ihren Bankunterlagen besch?ftigt zu haben.

Die habe ich erst einige Wochen sp?ter durchgesehen als ich sie wieder besuchte. Soweit Kontoausz?ge vorhanden waren, waren sie nicht ? sie sonst bei ihr ?blich ? ordentlich chronologisch eingeordnet, sondern durcheinander. Es gab keine Systematik. Sie br?tete stundenlang ?ber diesem und anderen Aktenordnern ohne weiterzukommen. Auf den Kontoausz?gen waren allerlei handschriftliche Anmerkungen, bei denen sie nicht mehr durchblickte. Au?erdem hatte sie sich Duplikate der Ausz?ge von der Bank schicken lassen und schien nicht mehr den Durchblick zu haben, dass es sich um Zweitschriften handelte. Mama, die ihr ganzes Leben mit B?ro- und Rechnungswesen zu tun gehabt hatte, wusste nicht mehr, was der Unterschied zwischen Barscheck und Verrechnungsscheck war.

Ich war alarmiert und ging zur ?Beratungsstelle f?r ?ltere Menschen?, denn ich vermutete Alzheimer. Der Hausarzt jedoch hatte abgewiegelt nach dem Motto ??ltere Menschen sind nun mal langsamer und schusseliger?. Die Sozialarbeiterin best?rkte mich, darauf hinzuwirken, dass eine Alzheimer-Diagnostik gemacht wird. Au?erdem solle ich mir ?berlegen, ob ich ein Verfahren f?r eine Betreuung beim Vormundschaftsgericht einleiten wolle. Jeder k?nne das machen, allerdings seien die Aussichten relativ schlecht, wenn der Hausarzt dagegen sei, denn der w?rde sicher gefragt. Ich nahm mir die Unterlagen daf?r mit, unterlie? es aber, denn ich wollte mir nicht Mamas Aggressionen zuziehen. Die Sozialarbeiterin vom geronto-psychiatrischen Dienst, die Mama alle zwei Wochen besuchte, wollte darauf hinwirken, dass sie sich ambulant einer neurologischen Diagnostik unterzieht. Manchmal wollte sie das, denn sie war verunsichert, was mit ihr los war, merkte, dass etwas anders war, wusste aber nicht was. Letztendlich war aber die Angst f?r verr?ckt erkl?rt zu werden gr??er.

Nun bin als Betreuerin offiziell f?r ihre Geldangelegenheiten zust?ndig. Sie blendet das aus und deutet es um: ?Bin ich froh, dass ich es so geregelt habe, dass Du das jetzt alles machst mit den Finanzen?. Zumindest ?u?ert sie derzeit keine Verarmungs?ngste und beschuldigt niemand mehr, ihr Konto manipuliert zu haben.

28.7.05 08:25
 



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