Alzheimer - und dann?

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legal - illegal - scheißegal

2. September 2005

Nennen wir sie hier Verena. Sie ist Ende Vierzig, hat ein naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen und arbeitet gut bezahlt in diesem Arbeitsfeld. Sie ist verheiratet mit einem Akademiker, ebenfalls gut bezahlt. Die beiden leben mit ihren Kindern im eigenen Haus in einer deutschen Gro?stadt.

Jeder Alzheimer Angeh?rige, der Verena unterkommt ? ob er es h?ren will oder nicht ? wird von ihr informiert, dass es doch nicht nur die Pflege zuhause durch Angeh?rige oder einen Heimplatz gibt, sondern ?ganz viel dazwischen?. Verenas Mutter hat Demenz.

Zuerst hat sie es mit dem versucht, was man ?die polnische L?sung? nannte. Die ?polnische L?sung? hei?t heute nicht mehr ?polnische L?sung?, weil sie inzwischen legal ist. Wenn der erkrankte Angeh?rige Pflegestufe hat, kann man inzwischen ?ber das Arbeitsamt ? mit einigem Papier- und Verwaltungskram ? eine Kraft aus Polen bekommen.

Dirk hat das schon fr?her praktiziert. Er hatte Mutter und Tochter aus Polen im fliegenden Wechsel. Wenn das f?r drei Monate g?ltige Touristenvisum f?r die eine abgelaufen war, dann war die andere dran. Das ging jahrelang bis zum Tod seines Vaters.

Verena hat ihre ganz eigene Dazwischen-L?sung. Nennen wir sie oder besser gesagt ihn hier Bruno. Bruno stammt aus einem osteurop?ischem Land, welchen, das tut hier nichts zur Sache. Er spricht ? so wird erz?hlt ? sehr gut deutsch und ist Arzt, genauer gesagt Facharzt f?r Lungenheilkunde. Er betreut Verenas Mutter rund um die Uhr ? sieben Tage die Woche in deren eigenem Haus. Er kocht, w?scht, putzt. Liest vor, unterh?lt, geht spazieren, wickelt und was noch so alles anf?llt.

Drei Wochen im Jahr hat er Urlaub, denn l?nger packt Verena, die ? wenn man es genau nimmt ? eine Kollegin mit allerdings anderer Fachrichtung ist, es nicht mit ihrer Mutter. Verena ist sich sicher, dass Bruno seine Familie nicht vermisst, denn ?er steht ?ber Internet und Webcam mit ihnen in Verbindung?.
Und was bekommt Bruno f?r seine rund-um-die-Uhr-Verf?gbarkeit , seine menschliche und fachliche Kompetenz? Unterkunft und Verpflegung sowie achthundert Euro monatlich. Im Zuge der Berichterstattung ?ber die bundesweiten Proteste von Assistenz?rzten wegen schlechter Entlohnung war zu erfahren, dass ein 27j?hriger Assistenzarzt 3000 Euro brutto und ein paar Zerquetschte im Monat bekommt.

Auf eine besondere Schn?ppchenm?glickeit hat uns Verena noch hingewiesen: ?Du bekommst oft noch gratis den Ehepartner dazu? erz?hlt sie und schw?rmt, wie toll das vor Bruno mit dem Doppelpack war, denn immer ?war der Rasen gem?ht, die Hecke geschnitten und die Fenster geputzt?. Verena sieht sich als politisch denkenden und handelnden Menschen. Sie kauft Kaffee nur im Eine-Welt-Laden und fair produzierte Kleidung.

Alle Namen wurden ver?ndert, Umst?nde verfremdet. Dennoch sind ?hnlichkeiten mit lebenden Personen alles andere als zuf?llig.

2.9.05 09:43
 



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