Alzheimer - und dann?

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Wer war der Mann im Bett?

14. November 2005

Die Tür geht auf und Frau Holzapfel kommt rein: „Passen Sie bloß auf“ wendet sie sich an Mama „gestern lag ein Mann in meinem Bett“. Aha! Mama und ich wissen nicht so recht, was wir damit anfangen sollen. Frau H. bemerkt unsere zurückhaltende Reaktion und legt nach: „Ja, der lag auf meinem Bett und wollte sehen, welche Frauen hier sind. Ich habe gleich wieder die Tür zugemacht“. „Haben Sie den Mann gekannt“ frage ich nach. „Nein, den habe ich noch nie in meinem ganzen Leben gesehen. Also passen Sie auf!“ instruiert sie uns, schließt die Tür und zieht weiter ihrer Wege.

Zwar darf sich tagsüber jede/r Bewohner/in in jedes Bett legen, aber ein Mann in Frau Hs Bett? Die beiden männlichen Bewohner der Gruppe sind Rollstuhlfahrer und können ohne fremde Hilfe in kein Bett. Ich habe die beiden auch noch nie in diesem Bereich des Stockwerks gesehen.

„Schpinna is schoo schee, aber so schpinna muas ma dann doch ned. I glab, de hod Halluzinationen“ kommentiert Mutti den Vorfall (hochdeutsch: Spinnen ist schon schön, aber so spinnen muß man dann doch nicht. Ich glaube, die hat Halluzinationen).

Ich wundere mich. Halluzinationen können durchaus im fortgeschrittenen Stadium von Demenz auftreten, aber dafür ist es bei Frau H. zu früh. Dann reden Betroffene von Besuchern, die außer ihnen niemand gesehen hat. Fremde Männer, die einfach in der Wohnung waren, stellen sich nicht selten als die Sprecher der Fernsehnachrichten heraus.

Später erzähle ich Pfleger Fritz von Frau H’s Begegnung der besonderen Art. Er meint: „Das war zwar nicht gestern, aber der Mann in Frau H’s Bett war ich. Das war ein Test. Wir wollten wissen, ob sie das als ihr Zimmer und ihr Bett betrachtet und ob und wie lange sie sich daran erinnert.“
14.11.05 12:01
 



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