Alzheimer - und dann?

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Einrichtung einer dauerhaften Betreuung

25. November 2005

Mit gemischten Gef?hlen fahre ich ins Heim zum Anh?rungstermin. Wie w?rde dieses Gespr?ch ablaufen? Ich hatte allerlei Bef?rchtungen, denn die Zusendung des Gutachtens an meine Mutter, von der ich hier vor einigen Tagen berichtet hatte, versprach nichts Gutes. Wenn das Vorgehen bei der Vorbereitung dieses Termins schon so unsensibel und an der Realit?t vorbei war, wie w?rde dann erst die Anh?rung verlaufen?

Als ich um 9.00 Uhr ankam, war die Richterin noch nicht da. Die meisten Bewohner sa?en um den Fr?hst?ckstisch. Mama ? fr?her von der Fraktion der Langschl?fer ? war ausgesprochen munter. Sie tat Butter auf Herrn Ludwigs Brot und wollte ihm Brote streichen. Das wollte er aber nicht. ?So sind sie, die M?nner? kommentierte Schwester Silke.

Mutti war dann ganz besch?ftigt mit ihren eigenen Broten. Sie strich sich gleich drei Scheiben. Das erregte den Unmut ihrer Zimmergenossin Frau Holzapfel, die ihr gegen?ber sa?. Die zeterte los: ?Aber das geht doch nicht. Das tut man doch nicht. Man isst erst ein Brot auf und dann macht man sich das n?chste?. Schwester Silke meinte: ?Schauen Sie einfach auf Ihren Teller?.

Da treffen Welten aufeinander: Frau Holzapfel, bei der alles eine geordneten Gang gehen mu?: Erst ein Brot aufessen, dann gibt es das n?chste. Und Mutti, die sich immer mehrere Brote gemacht hat und den ganzen Teller dann mit ins Wohnzimmer nahm um alles gem?tlich zu verspeisen. Allerdings wunderte mich sehr, dass sie sich drei ganze Scheiben machte. Eine legte sie dann Herrn Ludwig auf sein Brettchen: ?Das ist f?r Dich mein Junge. Ich will Dich jetzt bemuttern?. Schwester Silke war etwas hin- und hergerissen, weil Herr Ludwig Diabetikermarmelade bekommt. Aber sie lie? es dann doch laufen.

Dann kam die Richterin und wir gingen aufs Zimmer. Ich war gespannt wie das Gespr?ch nun laufen w?rde. Wie verschafft sie sich einen Eindruck dar?ber, was meine Mutter kann oder nicht mehr kann? Die erste Betreuung ist immer eine vorl?ufige, die auf ein halbes Jahr befristet wird um dann herauszufinden, ob eine Verbesserung eingetreten ist oder eine dauerhafte Betreuung eingerichtet wird. Das ist nat?rlich bei Demenz / Alzheimer nicht der Fall, aber es gibt ja auch andere Anl?sse f?r die Einrichtung einer Betreuung.

?Wie gef?llt es Ihnen denn hier?? er?ffnet die Richterin das Gespr?ch. ?Gut? sagt Mama. ?Sie sind aus S?ddeutschland. Sie sprechen anders als die Leute hier. Wie lange sind Sie denn schon in Berlin?? Mama wei? es nicht: ?Keine Ahnung!?.
?Sie wissen warum ich hier bin?? fragt die Richterin. Mama schielt auf die Akte, auf der ?Amtsgericht? steht und sagt: ?Wegen meinem mentalen Zustand?.

?Was haben Sie denn fr?her gemacht?? Dar?ber kann Mama Auskunft geben, aber nicht wie hoch ihre Rente ist: ?Das wei? ich nicht. Das macht alles meine Tochter.?
Und wollen Sie, dass das weiterhin Ihre Tochter macht?
- Ja! Meine Tochter soll alles regeln.

Wir gehen die weiteren Aufgabenkreise durch (Gesundheitsf?rsorge, Aufenthaltsbestimmung, Verhandlung mit Beh?rden und Sozialleistungstr?gern ?). Nach einer halben Stunde verabschiedet sich die Richterin und sagt zu, dass ich den Beschlu? innerhalb einer Woche erhalte. Mit dem Betreuerausweis k?nne es noch etwas l?nger dauern ? etwa einen Monat. Die dauerhafte Betreuung wird nach sieben Jahren ?berpr?ft. Mama ist ganz angetan, wie nett die Richterin war.


Mehr zum Betreuungsrecht findet man hier
25.11.05 10:02
 



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