Alzheimer - und dann?

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Weihnachtsabend im Heim

25. Dezember 2005



Komme mit G?nter kurz nach 16.00 h an. Fritz und Sema haben Dienst ? Mamas Lieblingsbesetzung. Alle Bewohner sitzen um den Tisch, auch die, die auf der anderen Seite des Flures wohnen. Ich habe selbstgebackene Weihnachtspl?tzchen f?r alle dabei. Da jetzt eine Bescherung in der Gruppe stattfinden soll, setzen G?nter und ich uns in die Fernsehecke, wo schon eine junge Frau sitzt, die ihre Gro?mutter besucht.

Fritz leitet das Gruppengespr?ch ein mit der Frage: ?Was ist denn heute f?r ein Tag?. Einzelne erz?hlen, woran sie sich an Weihnachten erinnern. Frau L. hat auch noch Geburtstag. Sie ist die j?ngste von drei Kindern. Eine andere Frau will absolut nicht von ihren Kindern reden. Mutti erinnert sich an Honigkerzen. Sie erz?hlt so, als ob sie Weihnachten immer in gro?er Familie gefeiert hat. Fritz fragt, wer einen Text zu Weihnachten vorlesen will, den Sema mitgebracht hat. Niemand will: Angst vor Blamage, nicht mehr lesen k?nnen, aber auch: ?meine Brille ist nicht so gut?, ?ich mag nicht vor der Gruppe lesen? etc.

Schlie?lich liest Sema die Weihnachts-geschichte vor. Geschenkt?ten werden verteilt. Fritz versucht, einzelne zu animieren, dass sie die P?ckchen zu den Bedachten bringen. Frau Holzapfel weiss nicht so recht, was sie damit anfangen soll. Mama schaut immer wieder zu uns und winkt. Ich merke, dass sie eigentlich nur darauf wartet, mit uns allein sein zu k?nnen. N?chstes Mal muss ich das besser planen und erst nach dieser Gruppenzusammenkunft kommen.

Dann sind wir in ihrem Zimmer. Sie freut sich sehr ?ber das Gesteck und die Dose mit den Weihnachtspl?tzchen. Die beiden anderen P?ckchen packt sie nicht aus. Sie sagt, wie froh sie sei, dass wir da sind. Ich richte ihr die Gr?sse von ihrem ehemaligen Chef, der am Vormittag angerufen hat, aus. Sie fragt nach ihren Kusinen in Kanada und Amerika ? das erste Mal seit l?ngerer Zeit.

Irgendwie scheint durchgedrungen zu sein, dass es die Wohnung M. nicht mehr gibt. Sie will wissen, wer da jetzt drin wohnt. Was mit ihren M?beln und ihren Sachen passiert ist. Sie ist sehr traurig: ?Jetzt habe ich gar nichts mehr au?er Dir?. Warum sie nicht mehr in die Wohnung zur?ck kann. Ich erkl?re ihr, dass sie nicht mehr allein leben kann, weil sie Hilfe braucht und immer jemand erreichbar sein muss. Die ?rzte h?tten sie nicht nach Hause entlassen.

Wenn sie st?rzt und hinf?llt und dann lange nicht gefunden wird, das w?re schrecklich f?r mich. Und durch das Vergessen besteht auch die Gefahr, dass sie wieder eine Pfanne auf dem Herd vergisst und die Feuerwehr kommen muss. Sie streitet den Feuerwehreinsatz nicht ab und verweist ihn in das Reich meiner Phantasie wie vor ein paar Monaten. Dieses Mal erstaunt mich ihre Reaktion: ?Man muss ja auch an die Sicherheit von den anderen Leuten, die da im Haus leben denken?. Ich bin verbl?fft ?ber diesen Gedankengang. Das soll Alzheimer sein? Eine so ?vern?nftige? Reaktion hatte noch nicht einmal ihr Hausarzt, der davon ?berzeugt war, dass sie noch jahrelang zuhause leben k?nnte bei entsprechender Unterst?tzung.

26.12.05 01:09
 
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