Alzheimer - und dann?

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Über was schreiben Sie nicht?

18. Januar 2006

Eine junge Frau will sich an einer Journalistenschule bewerben. Daf?r muss sie einen Artikel ?ber ein Weblog schreiben und hat sich daf?r mein Alzheimer-Blog ausgesucht.

Eine Frage hat mich noch ?ber unser Gespr?ch hinaus besch?ftigt: ??ber was w?rden Sie nicht schreiben?? wollte sie wissen.

Gar nicht so einfach dazu etwas zu sagen. Der erste Gedanke, der mir kam, betrifft das Thema Inkontinenz. Ausscheidungen hat man oder hat man nicht. Aber au?er beim Arzt sind sie ? soweit sie einen erwachsenen Menschen betreffen ? ein Tabu. Inkontinenz hat mit Kontrollverlust zu tun. Ich kann noch gar nicht einsch?tzen, ob und wie ich dar?ber mehr als andeutungsweise ? wie in meinem allerersten Blogbeitrag - schreiben kann.

Auch Erlebnisse, bei denen ich sehr viel Hintergrundinfos geben m?sste, damit sie von einem Au?enstehenden verstanden werden, erz?hle ich nicht.

Au?erdem finde ich, dass jeder Mensch das Recht hat, nicht blo?gestellt zu werden. Ich vesuche mir also vorzustellen, ob ich mich an Mamas Stelle blo?gestellt f?hlen w?rde.

Manche Themen sind noch so im Flu? und unabgeschlossen, dass ich noch keine Worte finde.

Ich kann nichts ?ber die Vorf?lle schreiben, die ich als traumatisch empfinde wie etwa die Aufl?sung von Mamas Wohnung. Die Bilder davon haben mich lange verfolgt. Ich finde es schon schlimm, die Wohnung von jemand aufzul?sen, der gestorben ist, aber bei jemand, der lebt ist es einfach nur entsetzlich.

?ber die Zwangsma?nahmen , die im Krankenhaus an Mama durchgef?hrt wurden, weil sie gegen Mitpatienten und Pflegepersonal aggressiv geworden sein soll, habe ich erst Monate sp?ter erfahren. Ich war vom Gericht ?bergangen worden und nicht gefragt worden, ob ich die Betreuung ?bernehme. So ist das durch die H?nde einer Berufsbetreuerin gegangen. ?Freiheitsentziehende Ma?nahmen? hei?t das im Amtsdeutsch und bedarf einer richterlichen Genehmigung. Das f?ngt bei Bettgittern an, die verhindern sollen, dass jemand aus dem Bett aussteigt, st?rzt und sich etwas bricht.

Das geht bis zur Fixierung ? unter Umst?nden mit dem Bauchgurt. Wolfi, der selber im Krankenhaus arbeitet, hat es auf meine Nachfrage hin plastisch so ausgedr?ckt: ?Bauchgurt ist das fieseste, was es gibt. Da bist du festgeschnallt, liegst in deiner eigenen Schei?e und kannst dich nicht r?hren?.

Warum haben Sie das Mama angetan? Mit einer 79j?hrigen Frau, die durch Arthrose schon eingeschr?nkt in ihren Bewegungsm?glichkeiten ist und auf 41 Kilo abgemagert war, konnten sie nicht anders umgehen? Ich will mir das nicht weiter vorstellen.

Ein Weblog ist ein gestalteter Text. Und Manches f?llt aus unterschiedlichen Gr?nden raus.
18.1.06 15:35
 



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