Alzheimer - und dann?

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Zeitsprünge

23. Januar 2006

?Ach ist das sch?n, dass wir wieder einen Papa haben? meint Mama als sie G?nter sieht. Ich wei? nicht, wie ich darauf reagieren soll. ?Wir sind 1926 geboren? sagt sie zu mir. Aha, sie h?lt mich f?r ihre Zwillings-schwester. ?Und wann ist er geboren?? fragt sie mit Blick auf G?nter. Nach einiger Zeit sagt er: ?1940?.

?Dann ist er ja j?nger als wir? stellt Mama verwundert fest. Ich spreche sie mit ?Mama? an, und da scheint sich ein Schalter umzulegen. Sie wei?, wer wir sind.

Sie ist heute schlecht drauf. Sogar Lieblingspfleger Fritz hat sie r?de beschimpft. Sie beklagt sich, dass sie nicht hier im Heim bleiben will. Eher w?rde sie vom Turm gegen?ber runterspringen. Sie will ihre eigene Wohnung f?r sich haben und findet, dass sie nicht so krank ist als dass sie nicht allein leben k?nnte.

Ich will, dass sie sich wohl f?hlt, m?chte ihr erm?glichen, was geht. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, dass das zuhause leben nicht mehr geklappt hat. Sie hat den Pflegedienst immer ?fter nicht mehr hereingelassen ? vermutlich, weil sie die Leute nicht mehr erkannt hat. Essen, trinken und die Medikamente einnehmen hat sie vergessen. Es war ein Fiasko.

Ich bin froh, dass G?nter dabei ist. So d?nnh?utig und angeschlagen wie ich derzeit bin, w?rde ich diesen Besuch allein nicht durchstehen. Er redet sehr einf?hlsam mit ihr, erkl?rt ihr, dass die ?rzte entschieden haben, dass sie nicht mehr nach Hause kann. Die Frage w?re nur, ob sie hier ist, wo wir auch sind und sie oft besuchen k?nnen oder weit weg an ihrem fr?heren Wohnort, wo wir nicht so oft zu Besuch kommen k?nnen.

Sie sagt, wie sehr sie sich freut, dass wir so oft kommen.
Was ist richtig und was ist falsch in so einer Situation? Ich bin zwiesp?ltig dar?ber, wie das Gespr?ch verlaufen ist. Soll man sie eher ablenken oder eher auf ihre Trauer eingehen oder eine Mischung aus beidem? Ich kann gut verstehen, dass ihr ihre Eigen-st?ndigkeit fehlt. Selbst wenn im Heim alles getan wird, den Bewohnern ihr eigenes Leben zu erm?glichen, ist es eine Heimsituation.

Bei diesem Besuch ist es das erste Mal, dass sie nicht mehr zwischen starken und schwachen Beugungs-formen bei der Vergangenheitsform unterscheidet. Sie bildet alle schwach (gegeht, geseht, gesteht statt gegangen, gesehen und gestanden). Gelegentlich hat sie schon mal die eine oder andere Form falsch gebildet, aber nicht so durchg?ngig wie heute. Wie lange wir noch miteinander reden k?nnen werden?
23.1.06 08:44
 



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