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Langzeitarbeitlose als Pflegeassistenten für Demenzkranke?

16. August 2008

Seit gestern schwappt eine neue Idee durch die Medien und ist auch schon in der Tagesschau gelandet: Langzeitarbeitslose sollen als Pflegeassistenten in Heimen für dementiell veränderte Menschen eingesetzt werden. 10 000 neue Stellen - so meint die Bundesregierung - könnten dadurch entstehen. Das überlastete Pflegepersonal soll dadurch unterstützt werden.

Die Logik verstehe ich nicht: Hilfskräfte brauchen eine Ausbildung und danach Anleitung und Begleitung. Am Dienstag soll über ein Konzept der Ausbildung für diese Mitarbeiterinnen entschieden werden, das 160 Ausbildungsstunden vorsieht (100 Theoriestunden, 60 Praxisstunden). Für die Anforderungen, die man an diese Kräfte, die aus dem hauswirtschaftlichen und familienpflegerischen Bereich kommen sollen, sind sehr niedrig angesetzt.

Pflegeassistentin ist schon jetzt ein Ausbildungsgang. Je nach Ausbildungseinrichtung und Bundesland umfasst diese Ausbildung wenn die Zielgruppe, auf die hin ausgebildet wird, Demenzkranke sind 700 (siebenhundert!!!) bis 900 (neunhundert!!!) Stunden.

In einem Artikel des Spiegel heißt es:
Pflegevertreter äußerten sich skeptisch: "Demenz gleichzusetzen mit Basteln, Vorlesen und Spazierengehen, ist eine Unverschämtheit", sagte Helmut Wallrafen-Dreisow, Mitglied des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe. Die Grünen-Pflegeexpertin im Bundestag, Elisabeth Scharfenberg, kritisierte: "Man muss sich für diesen Beruf entscheiden und kann nicht hinein-entschieden werden."
mehr hier .

In der Süddeutschen Zeitung heißt es:

Doch gerade in den vergleichsweise geringen Anforderungen sieht die Bundesagentur offenbar ihre Chance, auch Langzeitarbeitslose in den Pflegeheimen zu beschäftigen. Besonders offensiv bereitet die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen die Vermittlung vor. In der Pflege entstünden derzeit neue Arbeitsplätze für "schwer vermittelbare Kunden", heißt es in einem internen Schreiben. "Alle Möglichkeiten müssen ausgeschöpft werden", um hier Arbeitslose unterzubringen.
Das klingt wenig vertrauenderweckend und wirkt auf mich so als ob die Arbeitslossenstatistik möglichst billig verbessert werden soll.

Weiter heißt es in dem gleichen Artikel:

Experten bezweifeln, dass unter den Arbeitslosen qualifizierte Pflegekräfte in nennenswerter Zahl zu finden sind. Schon heute suchen viele Heime verzweifelt nach geeignetem Pflegepersonal. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren zuletzt 10.157 Stellen für Altenpfleger und Altenpflegehelfer gemeldet. Und das obwohl 30.000 Menschen mit dieser Qualifikation arbeitslos gemeldet waren.
Diejenigen, die diese Idee aufgebracht haben, wissen wohl nicht, was für eine anspruchsvolle Aufgabe die Begleitung von dementiell veränderten Menschen ist. Die Diskussion im Spiegel-Forum ist sehr lebhaft und geht hier los.
16.8.08 22:09
 



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