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Psychiatrische Diagnose: Wortfindungsstörungen

1 Oktober 2008

Heute Vormittag bei Mama: Medizinischer Großeinsatz, d.h. die Hausärztin war in der Wohngruppe. Ich habe mich bei ihr bedankt, daß sie Mama so gut versorgt, besonders was die Schmerztherapie betrifft. Das war ja meine große Sorge vor dem Heimwechsel gewesen. Der Frau Doktor war es ganz peinlich und sie meinte, das wäre doch selbstverständlich. Ach, wenn sie wüßte ... Eigentlich ist es eher anders herum peinlich. Die Frau Doktor bringt einen Rieseneinsatz in diesem Heim und kann das nur relativ minimal abrechnen. Pro Patient und Quartal bekommt sie nicht einmal 30 Euronen.

Dann lernte ich einen jungen Facharzt für Psychiatrie im Einsatz kennen vom Typ "hoppla-hier-bin ich". Mama saß gerade ganz frisch aufgestanden und deshalb etwas vertrant vor ihrem Frühstück. Sie wollte in Ruhe gelassen werden und ihr war nach allem möglichem anderen, aber nicht nach Fragen. Deshalb ließ sie den Herrn Doktor abfahren: "Lassen Sie Ihre dummen Fragen. Ich will jetzt mein Frühstück essen."

Ich ging mit dem Herrn Doktor auf dem Flur, weil er von mir wissen wollte, wie ich denn meine Mutter einschätze. Er diagnostizierte "Wortfindungsstörungen". Ich war verblüfft und fragte ihn, wie er denn darauf käme: Ja, also die unwirsche Reaktion meiner Mutter sei auf Wortfindungsstörungen zurückzuführen, denn sie wolle nur verschleiern, daß sie die Frage nicht beantworten könne.

Das schien mir doch eine gewagte Spekulation, denn Mama kann sich gut ausdrücken. Wenn ihr gelegentlich ein Wort fehlt, dann kann sie es umschreiben (ich meine das Gelenk zwischen Hand und Schulter - ach ja - Ellbogengelenk).

Eine halbe Stunde später treffe ich Frau Elsa, die mir ganz begeistert vom gestrigen Nachmittag und der Beschäftigung erzählt, die sie sich für Mama ausgedacht hat. Sie hat herausgefunden, daß Mama Tiere und Natur mag. Deshalb hat sie ein Tier- und Naturmemory mitgebracht. Den beiden hat es Spaß gemacht, und sie haben sich gut über die Bilder auf den Memory-Karten unterhalten. "Und anschließend" meint Frau Elsa "habe ich mit Ihrer Mutter noch einige kurze Texte auf englisch gelesen. Das ging auch prima."

Ich erzählt Frau Elsa von des Doktors Diagnose in Sachen Wortfindungsstörung. Frau Elsas trockener Kommentar hierzu: "Wenn Ihre Mutter einet nich hat, dann sinn et Wortfindungsstörungen". Alles klar?
1.10.08 22:46
 



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