Alzheimer - und dann?

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Wie sich die Zeiten ändern - wie uns die Zeiten ändern

30. November 2008

Weil uns letztes Jahr der Weihnachtsmarkt so gut gefallen hat, wollten wir da dieses Jahr wieder hingehen. Aber um es kurz zu sagen: Es war ein Fiasko!

Letztes Jahr war es ein stiller, kunsthandwerklich geprägter Weihnachtsmarkt mit Kinderkarussell, Losestand und Streichelgehege. Die Musik variierte von Weihnachtsliedern, Posaunenchor und ein bißchen jazzig. Es war gemütlich heimelig.

Die Losbude, das Kinderkarussell und ein Stand mit Gestecken waren wie im letzten Jahr, aber ansonsten: Krawall und Krach. Musikalisch wurde man nur bedudelt und neben einem Stand für Korbwaren, Bücher und einigen Freßständen gab es alle möglichen Billigangebote - sogar ein Stand mit Putzmitteln und ein anderer mit Fußball-Fan-Artikeln waren geboten. Ich dachte, ich bin im falschen Film. Ich bin ja durchaus dafür, dass unterschiedliche Musikgeschmäcker zu ihrem Recht kommen, aber die ganze Zeit kein einziges Advents-, Weihnachts- oder Winterlied finde ich schon befremdlich.

Ärgerlich war auch, daß auf die Belange von Rollstuhlfahrern überhaupt keine Rücksicht genommen worden ist. So standen direkt auf dem Weg vor dem Heimgrundstück die Stände, obwohl die Straße dafür breit genug gewesen wäre. Man mußte also erst durch einen Grünstreifen bevor man den Rollstoll dann etwas umständlich auf die Straße absenken mußte, denn an eine Rampe war nicht gedacht worden.

Was dieses Jahr anders war: Die Kirche war geöffnet und geheizt. Dort gab es einen Stand mit 3. Welt-Waren, eine Vorleseecke und einen Adventskranz. Ich habe mich mit Mama dann dort einige Zeit aufgehalten. Sie hatte heute wieder einen schweren Tag, brauchte Sondermedikation wegen starker Schmerzen und wollte wissen, wer sie "in diesem Altensilo abgeliefert" hat. Außerdem bekäme sie immer das kleinste Stück Sahnetorte. Sie wolle jetzt nach Hause und zwar sofort! ... Als sie mir dann noch sagte, sie sei zwischen 20 und 30 Jahre alt und ich dann auch noch eine Weihnachtskarte an ihre ehemalige Schwiegermutter schreiben sollte, die sie schon mindestens 58 Jahre nicht mehr gesehen hat, war ich völlig bedient. Gute Nacht!
30.11.08 21:10
 



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