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Weihnachten 2008

25. Dezember 2008

Weil gestern Sauwetter war, haben wir beschlossen, unseren Weihnachtsbesuch bei Mama zu verschieben. Da sie seit sie im Heim ist, gern und regelmässig in den "Gottesdienst für Demenzkranke" geht, beschloss ich einen Versuch zu machen und mit ihr in den normalen Gemeindegottesdienst am 1. Weihnachtsfeiertag zu gehen.

Die Idee fand sie gut, aber als es ans Anziehen ging, hat ihr das nicht gefallen wegen der damit verbundenen Schmerzen. Allerdings hat mich irritiert, daß sie schon über Schmerzen klagte als wir sie noch gar nicht angefaßt hatten.

In der kleinen Kirche waren etwa 25 Leute als wir kamen. Die Pfarrerin begrüßte Mama persönlich. Ich fuhr ganz nach vorne durch und plazierte den Rollstuhl vor der ersten Bankreihe. Das war strategisch günstig, weil wir direkt neben dem Taufstein mit dem Adventskranz und vor dem großen Weihnachtsbaum mit den vielen Strohsternen standen. Auch den Altar mit der Krippe hatten wir gut im Blick.

Direkt hinter uns saßen Menschen. Das war insofern günstig, weil Mama deren Singen mithören konnte. Ich war ja gespannt, wie sie auf den Gottesdienst reagieren würde. Die Liturgie kennt sie ja nicht, und ob es ihr nicht zu lange dauern würde, denn natürlich geht so ein Feiertagsgottesdienst länger als das spezielle gottesdienstliche Angebot für dementiell veränderte Menschen.

Ich bin ja nie so ganz sicher, was Mama mitbekommt und was nicht. Wenn sie so in sich versunken dasitzt, schweift sie dann mit ihren Gedanken und Gefühlen. Also war ich ganz erstaunt, als die Pfarrerin bei einem Gebet zum Aufstehen aufforderte und Mama sagte: "Aber ich kann doch gar nicht mehr aufstehen".

Nach dem Gottesdienst war sie wieder ganz begeistert wie schön das war. Günter wollte dann wissen, ob es ihr nicht zu lang gedauert hätte: "Nein, das hätte ruhig doppelt so lang dauern können." Für Mama war es eine Premiere: Ihr erster Weihnachtsgottesdienst.
25.12.08 21:11
 



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