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Pflegeheim als rechtsfreier Raum

18. April 2006

„Ein Gerichtsurteil zeigt: Menschen gelten wenig in der Altenpflege“ heißt die Unterüberschrift eines Artikels im Tagesspiegel. Der Artikel bezieht sich nicht etwa auf die von mir im Blogeintrag vom 14. April geschilderten Vorfälle, wo ein Pflegeheimbetreiber recht bekam, der eine Altenpflegerin entlassen hatte, weil sie mit Missständen an die Öffentlichkeit gegangen war nachdem sie intern nichts verändern konnte.

Nein, es geht um Wolfgang K. Er „war am 13. August 2003 im Zustand schwerer Auszehrung mit einem Geschwür an der linken Hand sowie einem faustgroßen durchgebrochenen Hodenabszess in das Vivantes Klinikum Am Urban eingeliefert worden. Dieser Abszess – so das übereinstimmende Urteil mehrerer Fachärzte der Klinik – musste seit Wochen bestanden haben, war jedoch weder von den Pflegekräften des Heimes noch von der Hausärztin bemerkt worden. Nach einem erbarmungswürdigen Siechtum in einem der aufwendigsten und teuersten Gesundheitssysteme der Welt starb der Patient wenige Tage später infolge des Abszesses an einer nicht mehr beherrschbaren Blutvergiftung.

Dennoch fällte das Gericht ein (Fehl-)Urteil, das allein die Entlastung der Angeklagten zuließ, weil in seinen Augen betreuerisches, pflegerisches oder ärztliches Verschulden nicht zweifelsfrei nachzuweisen war. Es bleibt dennoch unstreitig, dass der Abszess bei gewissenhafter Pflege und Behandlung hätte erkannt und behandelt werden müssen und der Tod des Mannes keineswegs als schicksalhaft anzusehen ist.“

Der Autor kommt zum Schluß, das Urteil zeige einmal mehr die Misere von pflegebedürftigen alten Menschen. In der Schlußpassage seines Artikels fordert er: " Die Politik ist aufgefordert, der verbreiteten Missachtung der Würde und der Rechte von Heimbewohnern ein Ende zu setzen“. Ein Mittel sieht er in unabhängigen Heimbesuchskommissionen mit Sanktionsbefugnissen.

Völlig d’accord. Am Ende des Artikels heißt es: „Der Autor ist Leiter der Notaufnahme des Klinikums am Urban“. Aha! Der Träger des Krankenhauses am Urban ist die gleiche landeseigene Gesellschaft, die das Pflegeheim beteibt, aus dem die Altenpflegerin rausgeschmissen worden ist, weil sie die untragbaren Zustände nicht hinnehmen wollte und an die Öffentlichkeit gegangen ist.
18.4.06 10:53
 



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