Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

http://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





sauer - wütend - aggressiv

5. Oktober 2006

Mama ist sauer, wütend und aggressiv

- weil sie denkt, dass ihre Verwandten (also ich) sie „ins Heim abgeschoben haben“

- Weil sie „zuhause leben will“ in ihrer alten Wohnung und nicht versteht, warum das nicht möglich sein soll

- Weil sie mit der Fernbedienung des neuen Fernsehgeräts nicht klarkommt

- Weil sie bei den Mahlzeiten „nicht immer am gleichen Platz sitzen“ will

- Weil „das Zimmer vieeel zu klein ist, vieel kleiner als die alte Wohnung – eine Besenkammer ist das“ findet sie. Sie weiß nicht mehr, daß sie 14 Monate ein Zimmer gleicher Größe mit jemand geteilt hat. Und im Vergleich zu früher ist ihr Leben KLEINER geworden.

- Weil sie meint, dass ich ihr Geld gestohlen habe

- Weil in dem neuen Heim bestimmt niemand ist, der zu ihr passt

- Weil die Bank ihr keine Kontoauszüge schickt

Und ganz viele andere „WEILs“, große „WEILs“ und kleine „WEILs“, die auf die Aussage rauslaufen: „Mein Alter habe ich mir anders vorgestellt“.

Sie überschüttet mich mit Vorwürfen, beschuldigt mich und beschimpft mich. Sie ist ungerecht und weiß es auch, denn zwischendurch versucht sie einzulenken.

Ich versuche diesem Schwall standzuhalten und sage ihr, dass ich nach der besten Lösung gesucht habe und versucht habe, alles in ihrem Sinn zu machen. Mehr kann ich nicht für sie tun.

Was ist krankheitsbedingt und was ist durch ihren Charakter bedingt? Ein zufriedener Mensch war sie nie und wird es nicht werden.

Ich kann mich darum bemühen, dass die Rahmenbedingungen möglichst gut für sie sind und so weit wie möglich auf ihre Wünsche eingehen: Das eigene Zimmer, ein Bad für sich allein und einen Fernseher – und dafür sorgen, dass sie die Unterstützung bekommt, die sie braucht.

Ich sehe die Not hinter ihren Vorwürfen. Gleichzeitig weiß ich, dass ich für sie getan habe, was ich konnte.
5.10.06 08:15
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung