Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

http://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





Künstlerisches Arbeiten von Menschen mit Demenz

23. Oktober 2006

Ganz bewußt sprechen die Mitarbeiter von Mamas Heim nicht von „Kunsttherapie“, obwohl es auch einen speziellen Raum für künstlerisches Arbeiten gibt und Mitarbeiter, die eine Ausbildung als Kunsttherapeuten haben. Einige Bewohner haben auch die Möglichkeit bei einem Künstler im offenen Atelier zu arbeiten ohne Festlegung von Zeiten, Material oder Technik – ganz nach ihrem persönlichen Rhythmus.

Beim Symposium zeigte ein Mitarbeiter aus diesem Bereich Bilder wie sie auch in der Ausstellung, die letzten Freitag im Heim eröffnet wurde, zu sehen sind. Er hatte auch drei Bilder von sehr berühmten Künstlern hineingeschmuggelt, und keiner hat es erkannt. Keiner von den Dementen, deren Werke ausgestellt sind, hat vor der Krankheit schon gemalt.

Ein Beispiel, von dem ein Therapeut erzählte, hat mich besonders berührt. Die Frau eines Bewohners war sehr verzweifelt, daß sie keinen Kontakt mehr zu ihrem Mann mehr fand. Sie erlebte ihn nur noch als Hülle. Sie weigerte sich auch, der Einladung des Therapeuten zu folgen sich anzusehen, was ihr Mann beim künstlerischen Gestalten macht. Sie wollte sich sein „Gekrakel“ nicht anschauen, weil sie dachte, er würde sich dadurch bloßstellen. Sie war dann doch einverstanden, daß seine Werke im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung gezeigt werden. Als gesetzliche Betreuerin mußte sie auch ihr Einverständnis geben.

Sie kam dann zur Vernissage der Ausstellung und erlebte ihren Mann als selbstverständlichen Teil der Vernissage und der Künstlergemeinschaft. Ihr Mann nahm sie an der Hand – wie er das auch früher oft getan hatte – und führte sie zu seinen Gestaltungen. Für sie war das eine sehr schöne und wichtige Erfahrung, die an Früheres anknüpfte.

Als einige Monate später ihr Mann starb, bat sie um seine Bilder, denn darin habe sie ihn wieder gefunden, wie sie ihn früher gekannt habe. Was kann man eigentlich Schöneres von Kunsttherapie sagen – abgesehen davon, dass künstlerisches Gestalten ein Wert an sich ist.
23.10.06 11:14
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung