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Kohle machen als Berufsbetreuer

29. Oktober 2006

Günter war völlig entsetzt und fassungslos als er mich am Freitagnachmittag anrief und fragte, ob ich schon Nachrichten gehört hätte.

Der Landesrechnungshof Brandenburg hat seinen Jahresbericht 2006 vorgestellt.

Unter dem Punkt "unwirtschaftliches Verhalten" wird ausgeführt, daß dem Land Brandenburg ein Schaden von 1 Million Euro entstanden ist, weil überhöhte Vergütungen für Berufsbetreuer bezahlt wurden. Die Ausgaben für Berufsbetreuer sind in den letzten vier Jahren um mehr als das Doppelte auf 14,5 Millionen Euro gestiegen.

So haben zwei Berufsbetreuer so viel Geld kassiert, daß sie rein rechnerisch pro Tag eine Durchschnittsarbeitszeit von 22,5 bzw. 27,5 Stunden hatten. Mein Tag hat immer noch nur 24 Stunden, und da geht so einiges für Schlafen etc. ab.

Den Vogel schoß eine Betreuerin ab, die im Jahr 2003 in drei Amtsgerichtsbezirken 245 100 Euro abrechnete und ausbezahlt bekam. Zweihundertfünfundvierzigtauseneinhundert Euronen - das muß man sich richtig auf der Zunge zergehen lassen.

Ich habe das mal durchgerechnet unter der Annahme, daß sie diejenige ist mit den 27,5 Arbeitsstunden am Tag und zwar an 250 Arbeitstagen, die 2003 im Land Branden-burg anfielen.

Sie bekommt dann 980 Euro am Tag und einen Stundensatz von 35 komma nochwas Euro - ist übrigens der übliche Stundensatz für Berufsbetreuer.

Übrigens hat der Landesrechnungshof auch moniert, daß der Grundsatz verletzt wurde, daß vorrangig ehrenamtliche Betreuer - meist Familienangehörige - genommen werden müssen. Ein ehrenamtlicher Betreuer - egal wie viel oder wie wenig er tut - bekommt pauschal im Jahr eine Aufwandsentschädigung von 329 Euro für Telefonate, Fahrkarten, Portokosten und damit man dem Betreuten mal was Kleines mitbringen kann.

Hat der Betreute selber (noch) Vermögen, so werden aus diesem die Vergütungen bzw. Aufwandsentschädigungen für die Betreuungsleistung vergütet. Ist kein Vermögen mehr da, dann muß die Staatskasse ran.

Ach ja - man kann es sich schon denken - die Betreuten, denen diese zumindest finanziell bombastischen Betreuungs-leistungen zuteil wurden, waren allesamt an Demenz erkrankt.


Mehr zum Jahresbericht 2006 des Landesrechnungshofes Brandenburg (257 Seiten - pdf-Datei)
Kohle machen als Berufsbetreuer - Teil 2: praktische Anleitung
29.10.06 00:02
 



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