Alzheimer - und dann?

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Mein Vater oder :

1. November 2006

Götz George und Klaus Behrendt kennt man eher als Tatort-Komissare. Vor einigen Tagen kam im Fernsehen der Film "mein Vater", in dem sie Vater und Sohn gespielt haben.

Der Vater ist an Alzheimer erkrankt. Eine sehr ausführliche Beschreibung der einzelnen Szenen findet man hier.

Günter hat den Film aufgenommen. Wir haben gelegentlich angehalten und über einzelne Szenen gesprochen. In einem Stück hätte ich den Film nicht sehen können.

Von Mamas Nachbarn wußte ich, daß sie manchmal nicht nach Hause gefunden hat und von Fremden begleitet wurde. Ich habe mir das gelegentlich schon vorgestellt, aber das im Film dargestellt zu sehen ist schon sehr beklemmend.

Der Vater im Film hatte nach dem Tod seiner Frau einige Jahre alleine gelebt. Er verlor seine Arbeitsstelle als Busfahrer, weil er mehrmals Haltestellen überfahren hat. Der Film schilderte sehr realistisch den Weg des Kranken und seiner Familie, wie die Krankheit alle überfordert und die Familie in eine Krise stürzt.

Unheimlich gut auch die Szene vom Besuch der Gutachterin, weil eine Höherstufung beantragt wird. Der Kranke kann seine Fassade aufrecht erhalten und der Antrag wird abgelehnt. Fazit des Sohnes: "Wir sind rund um die Uhr beschäftigt und bekommen nicht einmal drei Stunden Pflegebedarf am Tag genehmigt".

Manche Szenen sind sehr poetisch beispielsweise wenn der Kranke sich ausgelassen den ersten Schnee freut oder beim Anblick einer Kugellampe meint: "Der Mond ist heruntergefallen".

Viele ethische Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Krankheit stellen, werden angesprochen:
- Der Vater wird eingesperrt, weil er immer wieder wegläuft und der Sohn hat ein schlechtes Gewissen, das ihn versprechen läßt, das nicht mehr zu tun.
- Die Situation eskaliert derart, daß es zu Gewalt gegen den kranken Vater kommt. Aber auch dieser ist gewalttätig gegenüber einer Besucherin.

Gewalt gegen Pflegebedürftige in der Familie ist eines der bestgehüteten Geheimnisse. Das äußerste, worüber pflegende Angehörige in der Selbsthilfe-gruppe sprechen ist Ungeduld ("da schreie ich ihn schon einmal an"). Hoffentlich gibt es wenigstens in der Einzelberatung oder am Sorgentelefon für pflegende Angehörige die Möglichkeit, diese Notsituationen anzusprechen.

Fazit: Ein beklemmend realistischer Film.


Den Film gibt es als DVD.

Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. einen Emmy für den "best foreign feature film" im Jahr 2003.
1.11.06 22:42
 



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