Alzheimer - und dann?

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Albtraum Sylvester

3. Januar 2007

In der Selbsthilfegruppe für Angehörige wurde von den Weihnachts- und Neujahrstagen erzählt. Durchgehender Tenor: Alle waren froh, dass diese Tage hinter ihnen liegen. Für die Angehörigen ist es wohl schwerer als für die Kranken. Die können oft mit den Feiertagen nichts verbinden. Die Angehörigen aber erinnern sich zurück, wie es zu gesunden Zeiten war.

Am Schlimmsten war der Sylvesterabend, und zwar für die Frauen, die zuhause pflegen und deren Männer im Krieg waren. Wenn es draußen krachte, dann kamen bei den Männern Kriegser-innerungen hoch - bei einem bis hin zur Todesangst, weil ihm eine Situation so gegenwärtig war. Er versuchte einen verletzten Kameraden in einen Unterstand zu ziehen und erlitt dabei selber einen Durchschuß, den er nur knapp überlebt hat.

Eine dieser betroffenen Frauen erzählte, daß sich in ihrer Straße zwei Jugendliche jeweils 50 Kracher namens "Kanonenschlag" gekauft hätten. Ein Ende war also nicht abzusehen. Sie war tagelang danach noch fix und fertig, denn mit: "Alfred, heute ist doch Sylvester" war seinen Ängsten nicht beizukommen. Er fühlte sich wie im Krieg und dachte, daß sie die Situation nicht angemessen einschätzen kann.

Zumindest eine der Frauen hat für das nächste Jahr eine Lösung gefunden. Sie will nächstes Sylvester zu ihren Verwandten, die in einem kleinen Ort leben, wo "dieses Jahr nur drei Raketen hochgingen". Kann man ihr nur wünschen, daß das dann nächstes Jahr genauso ist.
2.1.07 22:29
 



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