Alzheimer - und dann?

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Situationskomik an Weihnachten

25. Dezember 2009

Schon im Flur höre ich Frau Hahn mit der ihr eigenen Lautstärke. Aber noch lauter mit energischer Stimme höre ich Mama. Sie fordert Frau Hahn auf: "Jetzt halten Sie endlich ihre Klappe, Frau Hahn. Sie gehen mir auf die Nerven. Wenn Sie jetzt nicht gleich still sind, dann kommen Sie in den Keller".

Ich begrüße Mama und frage: "Frau Hahn soll in den Keller?". "Das habe ich doch nicht ernst gemeint. Das soll nur zur Abschreckung sein. Aber ich glaube, es nützt nichts".

"Ja", sage ich "den Eindruck habe ich auch. Frau Hahn hat Alzheimer. "Frau Hahn hat Alzheimer?" sagt Mama mit erstaunter Stimme.

Nicht nur sie - denke ich. Laut sage ich: "Und weil sie Alzheimer hat, weiß sie drei Minuten später nicht mehr, was Du ihr gesagt hast" erkläre ich ihr. "Ach ich glaube, dass drei Minuten bei der Frau Hahn schon viel zu lang veranschlagt sind" kommentiert Mama.

Wir waren im Haus unterwegs und haben uns die Weihnachtsdekorationen im Haus angeschaut. Sie war drauf wie in gesunden Tagen, wußte, dass der erste Weihnachtsfeiertag war, wo sie im Heim ist und vieles andere mehr. Nur einmal war sie zeitlich desorientiert, nämlich als sie fragte, wo denn der Hund (vor dreißig Jahren verstorben) sei und warum ich ihn nicht mitgebracht hätte. In solchen Situationen lüge ich gnadenlos: "Der Hund ist erkältet und bekommt deshalb Medikamente. Die Medikamente machen ihn müde und deshalb habe ich ihn heute zuhause gelassen, damit er sich gesund schlafen kann. Nächstes Mal wenn er wieder gesund ist, dann kommt er wieder mit."

Als ich mich verabschiede, reagierte sie mit Sätzen, die ich schon Jahre nicht mehr von ihr gehört habe - mit den Worten, mit denen sie mich immer nach einem Besuch verabschiedet hat, wenn ich nach Berlin zurückgefahren bin: "Gib gut obacht auf dich, damit Dir nicht passiert. Das wäre das allerschlimmste für mich, wenn mit dir was wäre".
25.12.09 20:42
 



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