Alzheimer - und dann?

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Demenz spielend kennenlernen?

1. Februar 2007

Versuch einer Rezension: Nennt man das bei Spielen auch so wie es bei Büchern heißt? Ich hatte ja vorgestern den Pressetext des Spiels Memopoly - Demenz spielend verstehen veröffentlicht. Ein Spiel, das für Pflegekräfte, Therapeuten, Angehörige und Interessierte sein soll.

Heute hatte ich nun die Gelegenheit, das Spiel auszuprobieren. Es ist für 1 - 6 Spieler. Ich habe drei Runden gegen den Computer gespielt in den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Es ist natürlich eine amüsante Vorstellung, wenn der Computer mit "seinem / ihrer Angehörigen" diese oder jene praktische Aktivitäten ausführt und dafür punktet. Bei meinen drei Runden war der Computergegenspieler entweder völlig bescheuert (alles falsch) oder völlig genial (alles richtig). Wenn das immer so ist, dann ist es etwas öde.

Wenn es um mögliche Beschäftigungen mit Demenzkranken geht, dann haben nur blutige Anfänger etwas von dem Spiel. Es ist derart naheliegend, was da vorgeschlagen wird: "Falten Sie mit Ihrem Angehörigen zusammen Handtücher".

Wenn ich bei einer Runde 4 Mal die Multiple-Choice-Frage beantworten soll, was "konzentrisch" ist oder drei Mal gefragt werde, welches Boot nicht in diese Reihe paßt (Jacht, Kanu, Kanadier, Kajak), dann komme ich zu dem Schluß, daß man das Spiel besser programmieren könnte.

Zu den Fragen rund um das Thema Demenz / Alzheimer gehören auch medizinische. Und die hören sich dann so an:

Eine depressive Begleitsymptomatik läßt sich am Besten mit trizyklischen Antidepressiva behandeln

"Nein" ist die richtige Antwort. Und als Begründung wird geliefert: "Trizyklische Antidepressiva können wegen ihrer anticholinergen Nebenwirkung kognitive Defizite verdeutlichen". Was dazugelernt? Wenn man nicht vorher schon weiß, was das bedeutet, dann hat man es auch jetzt nicht verstanden.

Aber es kommt noch besser:

Auch mit ja oder nein ist zu beantworten:

"Sekundäre Demenzsymptome lassen sich nicht durch Cholinesterasehemmer beeinflussen"

durch was bitte? Richtig oder falsch?

Und weil aller guten Dinge drei sind, noch eine der Fragen:

"Paresen und Reflexdifferenzen im Frühstadium sprechen für eine degenerative Genese"

Ja oder nein?
Nein ist richtig, denn: "Fokalneurologische Defizite sollten im Frühstadium immer an eine Demenzverursachung denken lassen". Alles klar?

Das muss man sich richtig auf der Zunge zergehen lassen: Für Pflegekräfte, Angehörige, Interessierte, Therapeuten ...

Also, ich bin Angehörige und habe sicherlich ein größeres medizinisches Wissen als der Mann oder die Frau auf der Straße. Im Rahmen meines Studiums hatte ich sechs Semester Sozialmedizin als Pflichtfach, davon zwei Semester das, was man im Alltagsdeutsch als "Volkskrankheiten" bezeichnet, wobei Demenz damals noch nicht dazu gehörte, aber alles rund um Herzinfarkt, Alkoholismus, Diabetes etc. hatten wir recht ausführlich. Meine sämtlichen Klausuren in diesem Bereich habe ich mit einer glatten Eins hinter mich gebracht, aber diesen Medizinsprech verstehe ich nicht.

Frau Pepa, Frau Gitte, Frau Medbrain, Herr Eugen oder Herr Eddy - Sie sind dran!


Gesamteindruck des Spiels: Kann man bleiben lassen - und die Beschäftigungsvorschläge, die man sich für seinen kranken Angehörigen ausdrucken kann, findet man genauso und besser auf diversen Internetseiten, wie die der Alzheimerangehörigeninitiative oder anderen!
1.2.07 22:50
 



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