Alzheimer - und dann?

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bekümmert sein

12. September 2005

Auch wenn das inzwischen ein ungewohnter ? fast altert?mlicher ? Ausdruck ist, so scheint er mir am treffendsten auszudr?cken, wie ich meine Mutter erlebe: bek?mmert.
Sie ist bek?mmert, weil sie erfasst, dass sie nicht mehr in ihr altes Leben zur?ck kann. Es gibt keine Ankn?pfungspunkte mehr. K?rperlich ist sie oft so schwach, dass sie nicht alleine aus einem Stuhl aufstehen kann. ?rtlich ist sie so desorientiert, dass sie ohne fremde Hilfe die Toilette nicht findet.

Sehr fr?h hat sie geheiratet und war ganz jung als sie ihr Elternhaus verlie? und immer ein eigenst?ndiges Leben lebte. Jetzt ist ihre Eigenst?ndigkeit weitgehend eingeschr?nkt. Was es zu essen gibt, entscheidet nicht mehr sie. Auch wenn die Wohngruppe mehr Freiraum l?sst als andere Betreuungsformen, so ist es nicht mehr das eigene Zuhause.

?Wie hat das nur so weit kommen k?nnen mit mir? wollte sie gestern wissen. Eine Antwort habe ich darauf auch nicht. Es scheint sie zu entlasten, wenn ich ihr sage, dass es eine Krankheit ist, die auch andere alte Menschen haben und dass sie nichts f?r die Krankheit kann.
12.9.05 16:22


Alzheimer-Internet-Community

8. September 2005

?24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr? sind diejenigen Einsatz, die einen Angeh?rigen, der an Alzheimer erkrankt ist, pflegen. Der Kontakt mit Freunden und Bekannten bricht oft ab, und die Welt wird immer kleiner. Nicht jeder hat die M?glichkeit an einer Selbsthilfegruppe f?r pflegende Angeh?rige vor Ort teilzunehmen.

Deshalb gibt es seit einigen Jahren eine Mailingliste von der Alzheimerangeh?rigen-Initiative. 122 Mitglieder tauschen sich aus ?ber die Fragen, die sie besch?ftigen: Wo man bestimmte Pflegehilfsmittel g?nstig bekommt, wie man vorgeht, wenn die Krankenkasse den dringend ben?tigten Rollstuhl nicht bewilligt hat, welche Erfahrungen mit bestimmten Medikamenten gemacht wurden oder aber auch der Hilferuf ?mir ist alles zuviel?.

Von den 122 Mitgliedern haben sich 28 aus dem gesamten Bundesgebiet im Odenwald getroffen um aus ihrem Pflegealltag rauszukommen, zu sehen, welche Gesichter hinter den eMails stecken und sich auszutauschen.

Dieses Treffen nahm die Odenw?lder Zeitung zum Anlass um ?ber diese neue Form der gegenseitigen Unterst?tzung zu berichten. Der Artikel hebt sich wohltuend von der sonstigen Berichterstattung ?ber Alzheimer ab, die sich gro?enteils auf neue Erkenntnisse in der medizinischen Forschung beschr?nkt.
Da in Deutschland 1,2 Millionen Menschen von Demenz betroffen sind und die meisten zuhause gepflegt werden, wird diese Form der Hilfe in den n?chsten Jahren sicher noch mehr gefragt werden. Eine Mailingliste ist im Gegensatz zu einer Selbsthilfegruppe vor Ort rund um die Uhr erreichbar. Man kann lesen und schreiben wann man Zeit hat. Aber gibt es auch inhaltliche Vorteile?

Manche Fragen werden ?ber Tage oder Wochen ausdiskutiert wie das in pers?nlichen besuchten Gruppen nicht m?glich w?re. Ob auch Fragen besprochen werden, die man in der Live-Situation einer Gespr?chsgruppe nicht ansprechen w?rde, weil man Hemmungen hat oder das Thema mit Scham besetzt ist wie etwa Inkontinenz?


Der Artikel ?von Angesicht zu Angesicht: Wie eine zweite Familie? ist hier

Info und Anmeldem?glichkeit zur Alzheimer-Mailingliste sind
hier
8.9.05 00:49


kleine Abschiede - ein Ritual

7. September 2005

Auf dem Wochenmarkt kaufte ich einen Strau? wundersch?ner Dahlien.
Schon vom Anschauen wurde mir schwindlig von der Energie, die sie ausstrahlten.
Ihre Farben explodierten in den beginnenden Herbst hinein.

Ich trug sie nach Hause,
stellte sie ins Wasser.
Jeden Tag wechselte ich das Wasser und schnitt sie ab.

Sie beginnen zu welken.
Die beiden ersten Bl?tenbl?tter sind zu Boden gefallen.

Ich werde die Dahlien weiter pflegen:
Das Wasser wechseln und die St?ngel k?rzen.

Bl?tter werden abfallen.
Ich werde dabei sein
achtsam innehalten
bis das letzte Blatt am Boden liegt.

Dann trage ich die Bl?tenbl?tter und St?ngel hinaus
?bergebe sie dem Wasser vor meinem Haus
oder begrabe sie.

7.9.05 04:48


Zum Schutze seiner grauen Zellen

5. September 2005

Jeden Freitag lese ich im Tagesspiegel die Nachrufe-Seite. Drei Lebensläufe von ganz normalen Menschen wie ich und du werden veröffentlicht und spiegeln das Leben in dieser Stadt mit seiner ganzen Vielfalt. Ich mag diese Seite. Jedes Mal ist auch ein Foto aus einem der Berliner Friedhöfe dabei. Seit einiger Zeit können auch Leser ihre Nachrufe auf der Internetausgabe hinzufügen.

Leute sterben an Herzversagen, Krebs, Gehirntumor, Unfallfolgen, werden ermordet oder entscheiden sich für Selbsttötung. Alles scheint aussprechbar oder schreibbar – nur das Wort „Demenz“ oder „Alzheimer“ kommt bei diesen persönlichen Berichten nicht vor. Ich will es genau wissen. Ich probiere es mit der Suchfunktion, gebe erst „Demenz“ dann „Alzheimer“ und das Ressort „Nachrufe“ ein: Null Treffer.
Ich wiederhole das Ganze für „alle Redaktionen“ und bekomme 111 Artikel zum Stichwort Demenz und 341 zu Alzheimer. Die laufen meist unter Wissenschaft, Forschung und Gesundheit. Sogar heute gibt es einen tagesaktuellen Artikel über die Entwicklung von Impfstoffen gegen Alzheimer, der mit einem persönlichen Einstieg beginnt: Der Forscher Konrad Beyreuther nimmt jeden Morgen präventiv einen kleinen Pillencocktail „zum Schutze seiner grauen Zellen“.

Beim Nachruf Irmgard von Mahlsen , die im Alter von 95 Jahren verstarb, wird Alzheimer nur indirekt verhandelt: Als sie über achtzig ist findet ihre Tochter „beim Besuch ein Brathähnchen im Ofen, vergessen und verschimmelt. Eine Woche hat die Mutter nur Würfelzucker gegessen. Das Kurzzeitgedächtnis verschwindet, doch Irmgard von Malsen will Haltung bewahren, nicht aus dem geliebten Haus ausziehen. Ihre Kinder, weit weg, organisieren ein Betreuungssystem und leben doch in ständiger Angst.“ Das funktioniert anscheinend über 12 Jahre irgendwie bis die Tochter sie nach Berlin holt. „Ihr Geist ist längst zurückgewandert in ihre Jugend“. „Verwirrt“ ist noch das Äußerste, was die Tagesspiegel-Mitarbeiterin formuliert. Das sind ältere Menschen aber zuweilen ohne an Demenz zu leiden, etwa weil sie zu wenig getrunken haben.

Auch Leben mit Alzheimer ist Leben. Wie das aussehen kann und welche Lebensqualität im Umgang mit Alzheimer-Kranken möglich ist, schildert Gitte, eine Pflegekraft in einer Wohngruppe mit Demenz-Kranken, seit einigen Wochen im Designblog „Zeit der Erinnerungen “. Sehr empfehlenswert!



Impfstoffe gegen Alzheimer:
Ein Pikser gegen das Vergessen

Nachruf Irmgard von Mahlsen


Designblog Zeit der Erinnerungen
5.9.05 12:59


Vergiss deine Grenzen

4. September 2005

Ob Rose Ausl?nder bei diesem Gedicht ihre Emigrationen im Sinn hatte? Dachte sie an jemand, der Alzheimer hatte? Oder ihre Arthrose? In den letzten Jahren konnte sie nicht mehr schreiben und musste ihre Gedichte diktieren. Egal ? ich lese es als Wunsch f?r jemand, der mit einer Beeintr?chtigung leben mu?, die unab?nderlich ist.

"Vergiss deine Grenzen
wandre aus.
Das Niemandsland
unendlich
nimmt dich auf."


Rose Ausl?nder
4.9.05 22:34


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