Alzheimer - und dann?

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Tabuwörter Demenz und Alzheimer

13. Juli 2005

Vorgestern lie? ich mich in einer medizinischen Buchhandlung in meiner Nachbarschaft beraten. Die Buchh?ndlerin hatte eine Beratungskompetenz, wie man sie in diesem Bereich im Zeitalter der B?cherketten nur noch selten findet.

Soll das Buch f?r jemand sein, der professionell mit Alzheimerpatienten umgeht oder f?r einen Angeh?rigen? Mehr medizinisch oder mehr soziale und psychologische Aspekte im Sinne von Lebenshilfe? F?r mich, weil meine Mutter Alzheimer hat ? also mehr soziale und psychologische Aspekte, aber auch eine Basiseinf?hrung ins Medizinische, soda? sie f?r mich als Laie in diesem Feld verst?ndlich ist. Sie zeigt mir eine Auswahl und sagt mir, was in welchem Buch mehr oder weniger vorkommt. Ich entscheide mich f?r zwei B?cher. Bis ?bermorgen seien die B?cher da.

Heute komme ich in den Laden. ?Meine? Buchh?ndlerin hat am Computer zu tun. Eine Kollegin ist f?r die Kundenbetreuung da. Zu der sagt sie: ?Die Dame hat die beiden B?cher ?ber ????hhh ?ber? ? sie fischt nach Worten und verhaspelt sich mehrmals ? bis sie herausbringt: ??ber Verwirrung bestellt?.

Die habe ich zwar nicht bestellt, sondern das eine ?ber ?Mit dem Vergessen leben: Demenz? und das andere ?ber den Umgang und die Pflege ?altersverwirrter Menschen?. Aber ich kann die Verwirrung der Buchh?ndlerin verstehen, denn Alzheimer und Demenz sind nur selten ein ?ffentliches Thema in einer Gesellschaft, wo Senioren mobil, r?stig und unternehmungslustig sein sollen.

13.7.05 12:43


Helfen nicht vergessen ...

11. Juli 2005

hei?t eine Kampagne der Deutschen Alzheimergesellschaft unter Schirmherrschaft von Bundesministerin Renate Schmidt und Fernsehpfarrer J?rgen Fliege.

Gestartet wurde die Aktion am 17. Mai am Brandenburger Tor. Bis zum Welt-Alzheimer-Tag im September soll die weltgr??te Galerie von H?ndefotos im Internet zusammenkommen.

So geht`s: Wer mitmachen will, schreibt eine wichtige Erinnerung in die Hand und schickt ein (Digital-)Foto davon an die Deutsche Alzheimergesellschaft, die das dann ins Netz stellt. Bis jetzt sind 2300 solcher Fotos entstanden.

?ffentlich geworben wird f?r diese Aktion durch Plakate mit vier ?Beispielh?nden?, die folgende Inschriften haben:

- Ich hei?e Ida Helms
- Mein Mann hei?t Heinz
- Ich wohne Wallstra?e 9
- Helfen nicht vergessen

?Als Zeichen der Solidarit?t kann jede und jeder die Kampagne unterst?tzen? hei?t es in einem Aufruf. Ich finde, das ist eine sehr abstrakte Form von Solidarit?t. Damit ist keinem pflegenden Angeh?rigen geholfen, und dass die Situation Demenzkranker dadurch ?ffentlich sichtbarer wird, wage ich auch zu bezweifeln.

Durch mein Abo der Google Newsalerts zu den Schlagworten ?Demenz? und ?Alzheimer? bekomme ich mit, dass durch diese Kampagne die Berichterstattung keineswegs zunimmt.

Fazit: Viel Wind um (fast) nichts. Den pflegenden Angeh?rigen w?rde es mehr helfen, wenn ihnen gelegentlich f?r ein paar Stunden jemand den kranken Angeh?rigen abnehmen w?rde, damit sie etwas Abstand bekommen k?nnten und Zeit f?r sich h?tten. Die Gelder f?r den Druck der Plakate und sonstige Kosten der Kampagne w?ren besser angelegt in der Anwerbung und Schulung von Ehrenamtlichen, die eine solche Aufgabe ?bernehmen w?rden.


Helfen nicht vergessen
11.7.05 20:21


Bürgeramt für Bürgernähe

7. Juli 2005

10 Minuten nach Beginn der Sprechzeiten komme ich in das Rathaus meines Bezirks, das wegen der Bezirksfusion kein Rathaus mehr ist, sondern das B?rgeramt. Das Foyer ist vollbesetzt mit mehr als 200 Personen. An einem Schalter, der sich am diagonal entgegengesetzten Ende zum Rathauseingang befindet, steht eine Schlange bis 10 Meter vor dem Rathauseingang. Das ist die Schlange f?r den Schalter, an dem man die Nummer bekommt.


Der Anzeigentafel, die einen Wartenden zu einem Platz mit einem Sachbearbeiter aufruft, ist zu entnehmen, dass zu vier Pl?tzen gerufen wird, also vier Sachbearbeiter anwesend sind.


Ich ?berlege, ob ich das in vier Stunden schaffen kann, denn dann erwarte ich Besuch. Ich brauche eine Meldebest?tigung f?r die Bank, bei der ich ein Konto f?r Mutti er?ffnet habe. Bevor ich diese Meldebest?tigung (die von mir!) nicht vorgelegt habe, kann ich auf dem Konto keine Transaktion durchf?hren.


Ich stelle mich an. Laaaangsam gaaanz laaaangsam bewegt sich die Schlange vorw?rts. Als ich mich dem Nummernausgabeschalter auf drei Meter angen?hert habe sind 25 Minuten vergangen. Eine Mitarbeiterin kommt heraus und sagt, dass wir alle gehen k?nnen. Das Computersystem sei abgest?rzt. Heute k?nnten keine Daten mehr eingegeben werden. ?B?rgern?he? zu anderen B?rgern war gegeben, aber nicht zu den Beh?rdenmitarbeitern.


Bei einem Anruf erfahre ich von der freundlichen Sachbearbeiterin, dass es sinnvoll ist, auf eines der B?rger?mter der Randbezirke auszuweichen.


Auf der Internetseite der Berliner Verwaltung
hei?t es:


?B?rger?mter sind eine wichtige Komponente der Verwaltungsmodernisierung. Soll die Verwaltung effizient und wirtschaftlich ?hnlich wie ein Unternehmen agieren, so muss sie sich an den Bed?rfnissen und Anspr?chen ihrer Kunden orientieren?


Aspekte der B?rgerorientierung sind u.a. kompetente Beratung, schnelle Bearbeitung der Anliegen, kurze Wartezeiten, kundenfreundliche ?ffnungszeiten. Dazu geh?rt auch, dass der B?rger verschiedenste Anliegen an einem Ort erledigen kann, dem B?rgeramt oder, wenn m?glich, ?ber den Postweg, das Telefon sowie das Internet. Die B?ndelung der Aufgaben erfordert eine umfassende Schulung der Sachbearbeiter, eine Ausstattung der Arbeitspl?tze mit entsprechender Technik sowie die Optimierung der Gesch?ftsprozesse ??
7.7.05 14:23


Eine Frage der Generationen?

6. Juli 2005

13 Leute ? vorwiegend Frauen ?ber 70 haben sich zum Treffen der Alzheimer-Angeh?rigengruppe eingefunden. Die meisten pflegen zuhause den Ehepartner. F?r sie ist es eine der seltenen Gelegenheiten rauszukommen ? mit gesunden Menschen zu reden. Es gibt Kaffee, Tee und Geb?ck. Reihum erz?hlt jede/r, wie es mit dem Erkrankten geht.

Gelegentlich klingt an, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen sich so ver?ndern zu sehen. Die ?lteren Frauen gehen das eher pragmatisch an: Es-ist-schwer-aber-da-mu?-man-durch ist ihre Grundhaltung.

Ich sp?re, dass f?r dieses Thema, das mich eigentlich zu dieser Zusammenkunft gef?hrt hat, wenig Platz da ist. Vielleicht ist es eine Frage der Generationen. Die alten Frauen geh?ren zur Aufbaugeneration nach dem Krieg. Zupacken k?nnen sie und durchhalten auch. F?r sie sind diese zwei Stunden Dampf ablassen wichtig. Dann kehren sie in ihren ? meist ? sehr einsamen Alltag zur?ck. Wie sollen sie dann mit dem Schmerz, der Trauer und der Wut klarkommen, die vielleicht durchbrechen k?nnten?

Manchmal klingt die Frage doch an, aber bevor es tiefer geht, gibt es schnell jemand, der eine ?Story? hat, worauf dann einige einsteigen: zum Beispiel der Mann von Frau P. ging bis jetzt immer allein in den park neben dem Haus und kam zur?ck. Vorgestern wurde er von der Polizei nach Hause gebracht. In seiner Hosentasche fand sich ein Fahrschein, der an einer Bushaltestelle 15 km von der Wohnung abgestempelt war. Als nun eine geschlagene Viertelstunde diskutiert wurde, welche Route Herr P. genommen haben k?nnte und welche Umsteigepunkte in Frage kommen, wurde ich innerlich immer ungeduldiger. Es ist nicht herauszufinden. Die Spekulation dar?ber ist m??ig, und selbst wenn man es w?sste, was w?rde dieses Wissen bringen?

6.7.05 23:37


"Arche Noah hat noch Plätze frei ..."

5. Juli 2005

? ist an den Laternenmasten meines Viertels plakatiert, wobei die Arche Noah sich als ?Seniorenwohngemeinschaft f?r Demenzkranke und Pflegebed?rftige? zu erkennen gibt.

Das Bild von der Arche gef?llt mir, weil es Schutz symbolisiert War doch die Arche der Ort, wo Noah mit seiner Familie und vielen Tieren Zuflucht fand und die gro?e Flut ?berlebte.

Was k?nnen Alzheimer-Kranke ??berleben?? Was ?berlebt in ihnen, selbst wenn Angeh?rige in fortgeschrittenem Stadium nur noch das Gef?hl von ?Abbau? haben? Welche Qualit?t kann die Betreuung haben?

F?r meine Mutter habe ich mir einige Heime und Alzheimer-wohngemeinschaften, wie sie seit den 1990er Jahren in Berlin entstanden sind, angesehen. Was ich vorfand, war sehr unterschiedlich.

In den WGs haben die Bewohner Einzelzimmer, was immer stark hervorgehoben wurde. Dabei hat es gute Gr?nde, dass Demenzkranke in Heimen Zweibettzimmer haben. Die alten Leute sind ruhiger. Es scheint ihre Angst zu reduzieren. In einem Heim f?r Demenzkranke, wo Einzelzimmer ?blich waren, wurde renoviert. Aus irgendeinem Grund haben sich die Renovierungsarbeiten verz?gert, soda? die Kranken eine Nacht zu mehreren in einem Raum schlafen mussten. Als sie dann wieder in ihren Einzelzimmern waren, machten sie deutlich, dass es ihnen anders lieber ist. Wobei es im Einzelfall schon sein kann, dass ein Einzelzimmer die bessere L?sung ist.

Obwohl ich urspr?nglich eine WG f?r Mama favorisiert habe, bin ich davon abgekommen. Eine WG lag direkt neben einem Gro?stadtbahnhof. Meine Mutter hat die letzten 30 Jahre sehr ruhig gelebt. In einer anderen WG war die Flurbeleuchtung so angebracht, dass die Lampen lange Schatten warfen. Das wollte ich nicht, denn ich hatte gelesen, dass Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium Angst haben vor Schatten. Eine andere WG hatte einen wundersch?nen Garten. Von dem h?tte Mama aber nicht viel gehabt, denn sie h?tte im oberen Stockwerk des Hauses ohne Lift gewohnt.

In einer anderen WG bekam ich trotz mehrmaliger Nachfrage keine klare Antwort auf die Frage, wie viele Leute mit welchen Qualifikationen dort arbeiten. Ziemlich umst?ndlich wurde mir erkl?rt, wer wann mit dem Fr?h- bzw. Sp?tdienst anf?ngt und aufh?rt. 50 Prozent examinierte Mitarbeiter (Krankenpfleger / Altenpfleger) m?ssten es in einem Heim mindestens sein. Eine Bekannte, die selber viele Jahre in einem ambulanten Pflegedienst gearbeitet hat, machte mich darauf aufmerksam, dass die ?WG-Konstruktion? leicht dazu missbraucht werden k?nnte, die Standards der Heimaufsicht zu unterlaufen.

In der gleichen WG stand im Leistungskatalog an erster Stelle ?Validation?. Das freute mich sehr, denn der Stationspfleger von der Gerontopsychiatrie hatte mir geraten, bei der Suche nach der Unterbringung auf ?Validation? zu achten. Das sei eine Methode, die Naomi Feil f?r den Umgang mit verwirrten alten Menschen entwickelt h?tte. Daf?r g?be es Zusatzausbildungen. ?Erkundigen Sie sich, wie viele Mitarbeiter eine Ausbildung in Validation haben und auf welcher Stufe. Es gibt drei Stufen?. Mit diesen Infos im Hinterkopf fragte ich also bei der WG-Besichtigung, was denn ?Validitation oder so ?hnlich? ist. Von den drei anwesenden Mitarbeiterinnen konnte mir das keine erkl?ren. Zwei waren Hilfskr?fte, also die Quote von 50 % Examinierten wie sie das Heimaufsichtsgesetz erfordern w?rde, war klar unterschritten.

Sp?ter stellte sich raus, dass ich in der falschen WG war. Ich war zwei Stockwerk h?her erwartet worden. Da stimmte dann der Anteil der Examinierten.

Nun ist Mama in einem Heim, das aus mehreren Wohngruppen besteht. Es gibt einen Garten mit Hollywoodschaukel, Terrasse, Hochbeeten und Tieren. Die Mitarbeiter, die Hunde haben, bringen sie zum Dienst mit. ?Validation? steht auch im Prospekt, aber nicht an hervorgehobener Stelle. Als ich dort einen Nachmittag verbrachte, wurde ?Validation? so selbstverst?ndlich praktiziert, dass sich die Frage danach er?brigte.


Pr?fkriterien f?r Heimunterbringung Alzheimer Mehr zu Validation
5.7.05 09:10


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