Alzheimer - und dann?

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Duzen oder Siezen

13. Dezember 2007

Bei den Kontrollbesuchen von der Heimaufsicht kommt ein Haus schlecht weg, in dem die Bewohner gedutzt werden oder gar mit "Oma" oder "Opa" oder "Mäuschen" angesprochen werden. Der Grundgedanke dahinter ist ja auch sinnvoll. Der Respekt vor dem alten Menschen, sei er auch noch so krank, gebrechlich und dement, darf nicht auf der Strecke bleiben.

In Mamas Heim ist das anders geregelt. Als sei einzog, war unter den vielen Papieren, die ich unterschreiben mußte, auch eines, in dem ich dazu Stellung nehmen sollte, ob sie von Mitarbeitern - wenn sie das will - gedutzt werden darf. Begründung: Die Bewohner entwickeln zu unterschiedlichen Mitarbeitern unterschiedliche Beziehungen.

Die Mitarbeiter haben an der Kleidung Namensschilder. Mama kann ja noch lesen. Und auch auf dem schwarzen Brett sind immer die Fotos derer angebracht, die gerade Dienst haben.

Mama wurde also nach kurzer Zeit von den einzelnen Mitarbeitern gefragt: "Wie möchten Sie denn, daß ich Sie anspreche". Es gibt also Mitarbeiter, die sie duzen und mit Vornamen ansprechen und andere, die sie siezen.

In Ausnahmefällen, wenn ein therapeutischer Grund dahinter steht, dann wird von dieser Regel abgewichen. Frau Steiner wird von allen Mitarbeitern gesiezt. Vor einiger Zeit hatte sie massive Schwierigkeiten mit dem Essen. In diesen akuten Situationen wurde sie dann mit Vornamen angesprochen: "Rosa, ißt Du denn heute keinen Kirschkuchen? Den magst Du doch sonst so gerne". "Doch, doch". Nach dieser akuten Essenssituation ist "Rosa" dann wieder für alle "Frau Steiner".

Wenn Mama akute Angstsituationen hat, dann wird sie auch von denen, die sie sonst siezen, gedutzt:. Manchmal fürchtet sie, daß man sie nicht richtig festhält und sie fallen könnte. Dann fängt sie an zu schreien. Man kann sie dann am schnellsten aus ihrer Angst herausholen, wenn man ihr erklärt, was los ist und was sie tun soll. Und manchmal, wenn die ganz großen Ängste hochkommen, dann bekommt sie gesagt: "Niemand darf Dich gegen Deinen Willen abholen und was machen, was Du nicht willst. Wir beschützen dich."
13.12.07 12:30


Fragen zur Tastwand

11. Dezember 2007

Ja, diese Tastwand gibt es im Heim von meiner Mutter. Sie hängt in einem der Flure, die mit unterschiedlichen Werken aus der Ergo- bzw. Kunsttherapie gestaltet sind. Die Tastwand war eine Idee von Mitarbeitern, die dann mit Bewohnern im Rahmen der Ergotherapie umgesetzt worden ist.

Außerdem gibt es auf den Fluren verschiedene Nischen mit Sitzecken und in einigen Ecken Schränke mit Gegenständen aus früheren Zeiten, die als Erinnerungshilfe eine Stütze der Biografiearbeit sind.
11.12.07 08:26


Tastwand

9. Dezember 2007

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9.12.07 17:42


Auf dem Weihnachtsmarkt

3. Dezember 2007

Gestern war ich mit Mama auf dem Weihnachtsmarkt. Er fand in Sichtweite des Heimes statt. Veranstalter war die örtliche Gemeinde mit dem Unternehmerverband. Alles war so angelegt, daß auch Rollstuhlfahrer keine Probleme hatten.

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Es gab verschiedene kunsthandwerkliche Stände mit Gestecken, Adventsdekorationen, Lederwaren ...

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Für die Kinder gab es einen Bilderbuchstand, eine Bastelecke und ein Karussell.

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Außerdem war noch ein kleines Gehege mit Schafen aufgebaut worden.

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Mit Blasinstrumenten wurden Weihnachtslieder aber auch Jazziges gespielt. Und was hat Mama am Besten gefallen?

Die Hunde! Es waren nämlich reichleich Besucher in Hundebegleitung da, und manche der Hunde waren groß genug um vom Rollstuhl aus gestreichelt zu werden: Ein Dalmatiner, ein schwarzer Howawart und ein blonder Howawart. Als sie den schwarzen Howawart sah, wurde sie ganz aufgeregt, weil sie dachte, es sei Largo, der sie immer freitags besucht.
3.12.07 17:59


Mutter hat Alzheimer und ihr Leben nicht mehr im Griff

1. Dezember 2007

In der heutigen Zeit, wo Familien oft entfernt voneinander wohnen, kann es schon länger dauern, bis Kinder die Alzheimer-Erkrankung eines Elternteils realisieren, denn die Erkrankten sind auch Meister darin, die Krankheit so lange wie möglich zu verschleiern. Von daher kann eine solche Demenz-Diagnose sehr oft sehr plötzlich hereinbrechen. Thomas Bruhn hat das sehr anschaulich im Neuen Deutschland geschildert:

Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr wie vorher, nicht für die Welt, doch für einen einzigen Menschen.

Gegen zehn am Freitagabend erreicht uns in Cottbus ein Anruf aus Berlin, Maman sei mit stark erhöhtem Blutdruck und entgleistem Zucker ins Unfallkrankenhaus eingeliefert worden...

In der Nacht zum Montag muss Maman in die geschlossene Anstalt der Psychiatrie gebracht werden. Sie ist aggressiv und zeigt Fluchttendenzen, schlägt um sich und muss am Bett fixiert werden.

Nachmittags beim Stationsarzt. Er sei nicht glücklich mit der Einweisung der Mutter auf seine Station, die geriatrische Neurologie wäre angebracht, aber dort sei kein Bett frei. Ein langes Gespräch. Ich erzähle, was in letzter Zeit vorgefallen: mehrmals verloren gegangene Portemonnaies, die bösartigen Ausfälle in der Familie und gegen die Freundinnen. Die ersten Teile eines Puzzles liegen an ihrem Platz, weitere Teile werden folgen und ein ungefähres Bild ergeben. Die Anfänge der Krankheit liegen weit zurück; zwei, drei Jahre, wahrscheinlich länger.

Alles lässt auf Demenz schließen, Alzheimer. Eine langsame, kaum merkliche Entwicklung mit Schwankungen. Die Fassade eines normalen Lebens kann Jahre aufrecht erhalten werden, die gewohnten Dinge funktionieren, aber eines Tages geht nichts mehr, und alles stürzt zusammen...

Der ganze Artikel steht hier.
1.12.07 17:35


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