Alzheimer - und dann?

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Aus dem Gästebuch

1. August 2007

Seit gut 3 Stunden sitze ich nun vor Deinem blog und lese. Eigentlich ist es schon viel zu spät, aber ich komme hier nicht weg. In ein paar Stunden fängt mein Frühdienst an und ich habe hier so viel dafür gelernt, mehr als in den vielen Aus- und Fortbildungen! Ich wünschte mir, Dein blog würde zur Pflichtlektüre für alle Pflegeberufe - einschließlich der von Ärzten! Du bist so authentisch, näher ist fast nicht mehr möglich. Ich wünsche Dir noch viel Kraft!!! Mach weiter und lass uns an Deinem Wissen und Leben weiter teilhaben!! Es ist so wertvoll!! DANKE! myriel
Es gibt einige Lehrkräfte für Pflegeberufe, die ihren Schülerinnen dieses Weblog empfehlen.

Ich habe auch schon einige große Alzheimerseiten gefragt, ob sie auf mein Weblog hinweisen würden. Wollen sie nicht. Die Begründungen waren teilweise kurios. Da hieß es, daß "Altern in Würde", was unter meinen Links auf der linken Seite genannt ist, kommerzielle Interessen habe ...

G**gle ist mir inzwischen suspekt geworden. Einige Zeit war mein Weblog bei Eingabe des Begriffs "Alzheimer" hinter der Seite von Werner Saumweber, einem der ersten Alzheimeraktivisten, unter den ersten zwanzig Positionen. Von einem Tag auf dem anderen rangierte es dann - trotz regelmässiger Einträge - zwischen Position 140 und 150.

Aber es gibt ja noch ein Alzheimerblog von Karin Ritter mit einem Eintrag so alle vier bis sechs Wochen. Das ist immer unter den ersten zwanzig Positionen bei G**gle. Ironiemodus Ende

Und weil ich gerade neugierig war, habe ich nachgeguckt:
Derzeit Position 94 bei g**gle. Und technorati verrät, daß 102 Seiten - meist andere Weblogs - auf mein Weblog verlinken.

Fazit: Da staunt der Laie und wundert sich der Fachann!
1.8.07 14:02


Brief von Mama

28. Juli 2007

Schon lange hat Mama nichts mehr geschrieben, und wenn, dann waren es kurze Botschaften. Mitte Juni habe ich in ihren Sachen einen Brief an mich vorgefunden, mit Anrede und ziemlich lang. Er war auf die leere Seite einer Karte von ihrer Kusine aus Amerika geschrieben und macht sehr deutlich, wie klar sie zeitweise ihre Situation sieht und benennen kann. Die Schrift ist ganz deutlich. Ich frage mich, wie es geschafft hat, das zu schreiben. Sie sitzt im Rollstuhl, und es fällt ihr schwer, ihre Hände zu bewegen. Es muß ihr ganz wichtig gewesen sein, das mitzuteilen. Es ist ihre Schrift von früher. Da heißt es:

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket


Kann Klosett nicht öfnen.
bitte wenden
Ich will nur eines: TOT sein!!!


Sie will dann auf's Klo gehen und vergißt, daß sie Inkontinenzeinlagen hat. Sie sieht dann nur die Hindernisse.
Auf der anderen Seite der Karte schreibt sie:

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket


Ich muß dringend auf’s Klo, kann aber die Türe nicht öffnen. Das wird ein Drama. Schmerzen in den Armen, es ist ganz schlimm … Ich bin mehr als alleine, tot sein wäre schön. Ich wünschte mir tot zu sein. Es geht mir scheiße!!!

Die Medikamente gegen die Schmerzen schlagen nur begrenzt an. Seit drei Wochen bekommt sie jetzt Schmerzpflaster. Es ist die niedrigst mögliche Dosis. Aber es schlägt auf den Kreislauf, dämpft sie. Sie ist sehr müde und kaum ansprechbar an dem Tag, an dem das Pflaster erneuert wird, was alle drei Tage der Fall ist. Auch am nächsten Tag ist ihr Aktivitätslevel kaum höher. Wenn ich an diesen beiden Tagen komme, dann bekommt sie kaum was von meinem Besuch mit, weil sie so müde ist und die meiste Zeit schläft. Am dritten Tag ist sie dann ansprechbar und nimmt Anteil an dem, was um sie herum vorgeht (siehe letzter Eintrag). Alles ist mühsam für sie. Trotz dieser Einschränkungen sind die Schmerzen zwar vermindert, aber trotzdem nicht weg. Nun bekommt sie seit dieser Woche die nächsthöhere Dosis.

Es ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber die Schmerztherapie hat Priorität. Als ob Demenz, chronische Schmerzen und Arthrose / Osteoporose nicht jedes für sich schon genug wäre ... Als ich heute in der Wohngruppe anrief, hieß es, ich möge besser morgen kommen, weil sie heute wieder sehr müde und schläfrig sei.
28.7.07 23:01


Pudding oder Eis

21. Juli 2007

Heute war Mama sehr munter und gut orientiert nachdem sie bei den letzten beiden Besuchen kaum ansprechbar war. Sie bekommt Schmerzpflaster, denn chronische Schmerzen sind schon viel länger ihr Problem als die Demenz. Andere Medikamente helfen nicht mehr. Aber das Schmerzpflaster geht auf den Kreislauf, hemmt den Antrieb und verschlechtert ihren Gesamtzustand. Heute wurde gewogen: Nur noch 39 Kilo wiegt sie.

Aber heute war sie sehr gut drauf, hat sich an dem neuen Kaninchen sehr gefreut, wollte den Schäferhund mitnehmen, den wir unterwegs trafen und beobachtete intensiv die Zebrafinken, die in einer anderen Wohngruppe leben.

Als ich sie zum Mittagessen in die Wohngruppe brachte., meinte sie: Heute sind aber wenig Leute da. Tatsächlich waren zwei Bewohner zuhause. "Aber es ist schon toll, daß es so einen Essenstreff gibt und man sich nicht um die Kocherei kümmern muß" kommentierte sie ihren Brühreis, den sie mit großem Genuß verspeiste. Beim letzten Besuch brauchte ich mehr als eine Dreiviertelstunde bis sie zwei kleine Kartoffeln gegessen hatte und etwas Pilzsoße.

Heute fragte Mona: "Möchtest Du Nachtisch?" Ja, meinte Mama. "Was denn" meinte Mona "Eis oder Pudding". Beides - meinte Mama. "Was beides"? fragte Mona nach. "Pudding und Eis". Mona schluckt etwas verdutzt und fragt: "Und mit was fängste an?" "Mit Eis".
Sie aß dann tatsächlich eine Portion Eis und eine Portion Pudding.
21.7.07 22:08


Wie gut ist Mutters Pflegeheim?

14. Juli 2007

Diese Frage muß ich mir glücklicherweise nicht stellen. In der taz von heute geht dieser Frage ein Artikel nach:

Bisher werden die Prüfberichte über die Zustände in Pflegeheimen nicht veröffentlicht. Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz von Heimbetreibern.

"Und dann stehen wir dort vor der Tür" - unangemeldete Besuche gehören für Martina Wilcke-Kros zum Berufsalltag. Im Auftrage des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) prüft sie in Berlin und Brandenburg, ob die Bewohner in Heimen ordentlich gepflegt und versorgt werden. 120 Besuche macht sie pro Jahr, die Hälfte davon aufgrund von Beschwerden. "Die Anrufer sind oft Bewohner, die sich etwa darüber beklagen, dass sie zu selten auf die Toilette geführt werden oder zu lange auf Hilfe warten mussten." Wilcke-Kros macht sich dann mit einem Team auf den Weg ...
weiter hier .

Was die meisten Angehörigen nicht wissen: Die Prüfberichte sind auch im Heim und das Heim entscheidet selber über die Möglichkeit Einsicht zu geben oder nicht. Mamas voriges Heim sagte mir mal: "Die Prüfberichte liegen beim MDK. Da kommen wir nicht ran."
14.7.07 23:45


Pflegeheimrealität

10. Juli 2007

In den letzten Tagen wurden in der Abendschau immer wieder Demenz-WGs gezeigt, immer mit dem Tenor, das sei so viel menschlicher als im Pflegeheim, denn auf die Bewohner würde vieeel individueller eingegangen. Mir geht es langsam auf den Senkel, wie hier die Alzheimer-WGs in den Himmel gelobt und idealisiert werden.

Dass es solche und solche gibt, wird aus Pepas Blog deutlich, wo sie einen Einsatz im ärztlichen Notdienst beschreibt.

Die Kommentare dazu sind sehr aufschlußreich.
10.7.07 02:35


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