Alzheimer - und dann?

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Hunde-Content: Outing

5. Juni 2007

In den letzten Wochen habe ich immer wieder von dem Therapiehund erzählt, der Mama jede Woche besucht. Da - außer Günter - jeder hier im Weblog einen anderen Namen hat, habe ich auch den Hund umbenannt, nämlich in "Branco".

Inzwischen habe ich den Halter des Hundes etwas kennengelernt. Er ist einverstanden, wenn sein Hund hier mit seinem richtigen Namen auftaucht. Hiermit oute ich also "Branco", der IRL (in real life = im realen Leben) "Largo" , genauer gesagt "Largo vom Rosen-hof" heißt. Der Hundebesitzer möchte weiterhin pseudonym "Herr Mandel" bleiben.

Die Züchterin hat mir für dieses Blog Fotos von Largo geschickt als er noch ein Welpe war:


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Hier ist Largo vier Wochen alt und sitzt in der Wurfkiste


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Hier ist Largo fünf Wochen alt


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Largo - spielfreudig und sechs Wochen alt

Man kann richtig beim Wachsen zuschauen. Wer noch mehr Fotos vom kleinen Largo, seinen 10 (zehn!!!) Geschwistern und der Entwicklung des Wurfs anschauen mag, findet sie hier. Leider springt die Seite dann gleich auf die Startseite, deshalb auf "Welpen" klicken und dann bei der Buchstabenleiste oben auf "L" für den L-Wurf. Herr Mandel hat mich darauf hingewiesen, daß man bei den Fotos auf dieser Hovawart-Webseite die Rassemerkmale besonders gut sieht.


Wer Largo noch nicht kennt und mehr von ihm und dem Hundebesuchsdienst lesen und sehen möchte, klickt auf der linken Leiste auf "Tierisches" oder hier.
5.6.07 19:35


Erleichterung

3. Juni 2007

Mama versteht sich gut mit Günter. Er kann ihr auch sehr kritische Dinge sagen. Manchmal besuchen wir sie gemeinsam, und manchmal besucht er sie alleine.

Beim letzten Mal läßt sie mich wissen: "Mit dem Günter darfst Du aber nicht böse sein". Ich erfasse sofort, worauf sich ihre Sorge bezieht und sage ihr: "Mama, der Günter besucht Dich, weil er Dich mag, nicht, weil wir zusammen sind. Auch wenn sich unsere Beziehung ändern würde, dann käme er Dich trotzdem weiterhin besuchen." Sie ist sichtbar erleichtert darüber.
3.6.07 22:06


Luxus oder nicht Luxus

31. Mai 2007

Ich habe Erdbeeren mitgebracht und Frage die anderen Bewohnerinnen, ob sie Erdbeeren mögen. Frau D. schaut mich ganz lange erstaunt an, nimmt eine Erdbeere, dreht den Stengel heraus, schiebt sie in den Mund und kaut sie ganz lange und intensiv. Ich habe noch nie einen Menschen so intensiv - und bewußt - scheint es mir, eine Erdbeere oder auch irgendetwas anderes essen sehen. Ich frage: "Frau D. mögen Sie noch mehr Erdbeeren?"

Sie schaut mich verunsichert an. Sie zögert. Ihr Blick scheint mir zu sagen, daß sie gerne noch welche hätte. Aber warum reagiert sie nicht auf meine Frage? Ich warte. Schließlich sagt sie: "Ja, - aber das ist doch Luxus".

Da fällt mir ein, daß Frau D. vor dem Fall des eisernen Vorhangs in einem osteuropäischen Land gelebt hat. Dort hat man einen großen Teil des Obstes gegen Devisen in den Westen exportiert.
31.5.07 01:28


Zwischen Kreativität und Nicht-Wissen

30. Mai 2007

Ich sitze mit Mama am Frühstückstisch und habe eine große Smily-Kaffeetasse vor mir. Die oberen vier Zentimeter Kaffee habe ich abgetrunken. Nun erscheint eine Schrift in der Kaffeetasse: "Du bist meine ... Morgensonne". Ich zeige es Mama. Sie liest: "Du bist meine ..." und schaut mich an, denn das letzte Wort ist ihr zu lang. Ich sage: "Morgensonne".

"Stimmt gar nicht" sagt sie. Da muß stehen: "Ganztagssonne - Du bist meine Ganztagssonne". Mamas Tasse ist leer. Eine Mitarbeiterin fragt, ob sie noch Kaffee mag. "Ja, schon, aber der ist hier nie richtig süß".

Mama bekommt hier immer 3 Teelöffel Zucker und Milch in die Tasse. Die Mitarbeiterinnen kennen die Vorlieben der einzelnen Bewohnerinnen. Ich sage zu ihr: "Also, wenn ich da war, hast Du Deinen Kaffee immer süß bekommen. Die Mitarbeiterinnen, die regelmäßig da sind, wissen, wie Du Deinen Kaffee magst. Nur wenn jemand Aushilfe ist und das noch nicht weiß, dann sagst Du halt, daß Du noch Zucker reinhaben willst." Mama nickt.

"Bei Deiner Arbeit früher hast Du ja auch die Leute, mit denen Du in der Abteilung zusammengearbeitet hast, besser gekannt als die anderen, und ihr habt voneinander gewußt, wer was wie gemacht haben mag."

Mama fragt: "Habe ich gearbeitet?" und setzt nach einigen Momenten nach: "Was habe ich denn gearbeitet?"

Mich reißt es innerlich und ich versuche mir nichts anmerken zu lassen. Ich bin fassungslos. Von ihrem siebzehnten bis zu ihrem sechzigsten Lebensjahr hat Mama ganztägig gearbeitet. Eine kurze Unterbrechung gab es nur zu meiner Geburt. Über zwanzig Jahre hat sie in einer Abteilung einer Bundesbehörde gearbeitet. Diese Arbeit, von der wir oft sprechen, war über viele Jahre ihr wichtigster Lebensinhalt.

Eine halbe Stunde später sind wir unterwegs zu den Kaninchen. Bei denen geht es heute etwas turbulent zu, weil ein Frühschoppen mit Grillen und Musik stattfindet. Mama gefällt die Musik. Neben uns sitzt eine Frau, die wissen will, wie alt Mama ist. Weil sie nicht antwortet, tue ich es und sage: "achtzig".

"Du lügst vielleicht heute wieder", sagt sie entrüstet. "Ich bin doch keine achzig Jahre alt". "Und wie alt bist Du?" frage ich zurück. Im Brustton der Überzeugung sagt sie: "Vierzig". Und einige Minuten später ist sie froh, daß heute Sonntag ist, weil man sich da noch ausruhen kann, denn morgen am Montag muß sie ja wieder in die Arbeit gehen.
30.5.07 12:43


Orientierungsversuch

28. Mai 2007

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Im Eingangsbereich hängt dieses Plakat. Als Mama es entziffert hat, meint sie: "Aber Pfingsten ist doch schon lang vorbei".
28.5.07 11:36


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