Alzheimer - und dann?

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Lieblingshund 2: Ronja

6. Mai 2007

Hier das versprochene Foto vom "weißen Wuschelhund". Ronja kam kurz zum Gartenzaun, wedelte und ließ sich streicheln, nur war ich leider nicht schnell genug mit dem Fotografieren. Dann legte sie sich ermattet unter den Baum und blieb da auch liegen. Und so sieht sie aus:

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket
6.5.07 00:45


noch ein Lieblingshund

30. April 2007

In der Nachbarschaft des Heimes gibt es einen großen weißen Wuschelhund. Der freut sich über jeden, der an seinem Gartenzaun vorbeigeht und läßt sich streicheln.

Wenn ich mit Mama spazieren gehe, dann schauen wir gern beim "weißen Wuschelhund" vorbei. Der stürmt dann sofort an den Zaun, wedelt mit dem Schwanz, bellt freudig und läßt sich streicheln. Oft ist auch schon Herr Krohn aus Mamas Nachbarwohngruppe da. Auch er gehört zu den Hundefans aus dem Heim, die sich in gewisser Regelmässigkeit am Gartenzaun "bei Ronja" einfinden.

Heute hatte er zu erzählen, daß Ronja beim Hundefriseur war. Sieht man ja (er schon - ich nicht), "weil sie jetzt wieder viel besser aus den Augen schauen kann". Herr Krohn ist noch sehr kommunikativ und spricht ein Worte mit Mama, die darüber sehr glücklich ist.

Heute haben wir dann Ronjas Familie kennengelernt, das heißt Mama und ich. Herrn Krohn kannten sie offensichtlich schon. Sie kamen raus, begrüßten uns alle mit Handschlag und sprachen mit jedem ein paar Worte. Die etwa 13jährige Tochter kam auch noch dazu. Sie erzählte, daß Ronja als Hundebaby ausgesetzt worden ist. In einer Mülltonne wurde sie abgelegt.

Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei, aber nächstes Mal fotografiere ich Ronja. Versprochen!
30.4.07 23:04


Am letzten Sonntag im April

29. April 2007

Das Wetter war am letzten Sonntag im April vor zwei Jahren etwa so wie heute. Ich frühstückte gerade mit Günter als ein Anruf aus der Notaufnahme eines Allgemeinkrankenhauses kam, daß Mutti eingeliefert worden sei.

Ihr Allgemeinzustand war schlecht. Die Ärzte gingen davon aus, daß sie verwirrt sei, weil sie zu wenig getrunken hatte. Ich hatte schon länger den Verdacht, daß sie Alzheimer hat. Deshalb bat ich einige Tage später den inzwischen zuständigen Stationsarzt, einen Neurologen hinzuzuziehen um abzuklären, ob meine Mutter Alzheimer hat.

Eine Woche später wollte ich sie aus dem Krankenhaus abholen. Als ich ankam, war sie per Zwangseinweisung in die Psychiatrie gebracht worden. Sie sei gewalttätig gegen Pflegekräfte und Mitpatienten geworden. Wie ich mir das vorstellen soll, weiß ich bis heute noch nicht. Denn Mama war geschwächt, wog gerade noch 42 Kilo. Ich weiß, daß sie verbal ausfällig werden kann, aber "tätlich gegen andere vorgehen" - das war jenseits meiner Vorstellungsmöglichkeiten.

Leider kam ich in dieser Akutsituation nicht auf die Idee, in das Zimmer, in dem Mama bis vor ein paar Stunden gelegen hatte, zu gehen und die Mitpatientin zu fragen, was vorgefallen war. Als ich Mama dann einen Tag später im psychiatrischen Krankenhaus sah, hatte sie am Auge ein dickes fettes "Veilchen". Da hatte ich dann etwas andere Phantasien als die, daß sie "gewalttätig" geworden war.

Die Zeit dannach war eine emotionale Achterbahn und ist es auch manchmal heute noch. Ich mußte mich über Demenz informieren, welche Wohnmöglichkeiten es gibt, denn sehr schnell hatten mir die Ärzte gesagt, daß sie nicht mehr allein leben könne und - unabhängig wie meine familiären Verhältnisse wären - Mama auch nicht in einer Famillienstruktur adäquat zu versorgen wäre.

Soll ich sie an dem Ort lassen, wo sie ihr ganzes Leben gelebt hat oder zu mir holen, damit ich sie öfter sehen kann? Heim oder Wohngemeinschaft? Ich mußte in sehr kurzer Zeit weitreichende Etnscheidungen treffen, mir verschiedene Einrichtungen anschauen. Sechs Wochen nach diesem Anruf an einem Sonntag im April holte ich Mama und begann dann auch mit diesem Weblog.
29.4.07 09:46


In aller Stille: Fred Delmare wird 85 Jahre alt

24. April 2007

Durch die Serie "in aller Freundschaft" wurde er als Opa Friedrich bekannt.

Vor knapp eineinhalb Jahren hat sich Schauspieler Fred Delmare vom Berufsleben zurückgezogen. Am 7. November 2005 stand der gebürtige Thüringer das letzte Mal als Opa Friedrich für die ARD-Arztserie «In aller Freundschaft» vor der Kamera. Seitdem ist es um den kleinen großen Schauspieler, der am Dienstag (24. April) 85 Jahre alt wird, still geworden, sehr still. Der 1922 als Werner Vorndran geborene Mime lebt zurückgezogen in einem Altenheim, nachdem Alzheimer bei ihm diagnostiziert wurde. Vergessen ist Delmare aber nicht. So zeigt zu seinem 85. Geburtstag der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) gleich mehrere Filme.
weiter hier
24.4.07 18:28


Sonntags wird kein Holz gehackt

23. April 2007

Gestern hat Günter Mama vormittags besucht. Zwischendurch hat er mehrmals darauf Bezug genommen, daß Sonntag ist (hörst Du die Glocken läuten? Heute ist Sonntag)

Als sie dann etwas später bei der Kirche vorbeikamen und nebenan jemand Holz hackte, kommentierte Mama: "Kann der das nicht unter der Woche machen? Hat der da keine Zeit dazu?"

Immer wieder erstaunlich, was sie sich merkt und sich orientieren kann.
23.4.07 08:00


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