Alzheimer - und dann?

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Helfer auf vier Pfoten - Therapiehunde im Einsatz

18. Februar 2007

Am Dienstag 20. Februar 18.00 Uhr zeigt 3 sat eine Sendung, wie Therapiehunde ausgebildet werden:

Barbara Puhl hat einen besonderen Beruf. Sie bildet Therapiehunde aus. Diese Tiere werden überall dort eingesetzt, wo Menschen eine besondere Art von Hilfe brauchen: bei Krankheiten wie Demenz, bei körperlichen Behinderungen, aber auch bei neurotischen Entwicklungsstörungen. Die Hunde durchlaufen eine lange und intensive Ausbildung, bei der sie lernen, den für sie stressigen Umgang mit fremden Menschen zu bewältigen.

Der Film begleitet die Tiere während ihrer Ausbildung, zeigt den 'Arbeitseinsatz' der Hunde und berichtet über die oft überraschenden Therapie-Ergebnisse.

Mehr zum Hundebesuchsdienst
eine halbe Minute Hund

Wenn der Therapiehund kommt - Hundebesuchsdienst bei Alzheimer-Kranken
18.2.07 09:43


ein schwerer Nachmittag

16. Februar 2007

Gestern hatte Mama einen schweren Tag. Es war sehr feucht und Gelenkschmerzen setzten ihr sehr zu. Außerdem mußte sie zum Zahnarzt, weil ein Abdruck für die Prothese gemacht werden mußte. Das ging glücklicherweise über die Bühne, denn das letzte Mal als ich zum Zahnarzttermin nicht kommen konnte, war sie nicht dazu zu bewegen den Mund aufzumachen.

Als wir mit dem Krankentransport zurückfuhren war sie total sauer. Sie geht niemehr zum Zahnarzt. "Der war ganz furchtbar", obwohl es wieder die nette Zahnärztin gewesen war.

Dann beschimpfte sie mich sehr heftig: "Du widerliche Drecksau. Was Du mir antust. Ich hoffe nur, daß Deine Kinder es Dir später einmal genauso machen wie Du es mir machst. Dauernd lügst Du mich an. Ich will Dich nie wieder sehen."

"Wenn Du mich heute nicht mehr sehen willst, dann gehe ich."

"Ich habe gesagt nie wieder."

Ich beschloß, einen Kaffee trinken zu gehen und eine Stunde später wieder zu kommen, verabschiedete mich von ihr und informierte eine Mitarbeiterin, daß ich jetzt etwas Abstand bräuchte und später wieder käme.

Als ich dann wieder kam, war sie zwar noch ungnädig, aber nicht mehr so aggressiv. Sie wollte eine Zigarette und sich dann hinlegen. Der Tag hatte sie sehr angestrengt und dazu noch die Schmerzen.

Ich machte Flötenmusik an und setzte mich neben ihr Bett. Sie konnte tatsächlich einschlafen. Nach zwanzig Minuten schreckte sie hoch. Und sagte: "Wer wird das sein?"

"Was denn?"
"Es hat drei Mal geläutet. Machst Du mal auf?"
"Erwartest Du jemand?"
"Nein, nicht daß ich wüßte".
Ich gehe zur Zimmertür und öffne sie.
"Es war nur Werbung"
"So eine Unverschämtheit. Und dafür jemand aufwecken".

Ein paar Minuten später meint sie:
-"Wie sind wir eigentlich zu dieser Wohnung gekommen?"
-"Wir haben doch was für Dich gebraucht, damit Du nicht mehr die vielen Treppen steigen mußt. Hier kannst Du mit dem Rollstuhl unterwegs sein, wenn es Dir zuviel wird. Außerdem mußt Du nicht mehr selber einkaufen, wenn Du nicht magst und auch nicht mehr kochen und die Wäsche machen. Und es ist immer jemand da, wenn Du was brauchst".
- "Ich habe so Schmerzen in der linken Schulter. Lang wird das hier wohl nicht mehr gehen. Dann muß ich ins Heim".

Mein erster Impuls ist zu sagen: "Mama, Du bist doch hier im Heim - seit fast fünf Monaten". Aber ich unterdrücke diesen Impuls.

Sie fragt weiter: "Wie kommt man denn zu einem Heim?"
- "Man schaut sich Prospekte von Heimen an. Wenn man meint, eines könnte was sein, dann macht man ein Gespräch aus und schaut sich das Ganze an. Und wenn es einem gefällt, dann macht man Probewohnen."
Sie nickt.
"Soll ich Dir nächste Woche Prospekte mitbringen?"
"Ja" sagt sie "aber ich möchte hier bleiben so lange es geht".
"Du kannst auch hier bleiben solange Du willst" sage ich "wir schauen dann, daß Du immer die Hilfe bekommst, die Du brauchst. Und morgen kommt wieder der große schwarze Hund zu Besuch."

Als ich mich verabschiede, besteht sie darauf, daß ich ihr aufschreibe, wann ich wieder komme.

Offensichtlich stellt sich Mama unter "Heim" etwas anderes vor als den Ort, an dem sie ist.

Als ich im Erdgeschoß den Aufzug verlasse, laufe ich dem Sozialarbeiter über den Weg. Wir unterhalten uns kurz, und er meint: "Morgen ist ja Freitag. Da ist Ihre Mutter ja beim Hundebesuch dabei. Kommen Sie auch dazu?". Sie haben es also wirklich auf Dauer im Blick.
16.2.07 00:44


Mit Lippenstift und Rouge

13. Februar 2007

Mamas Pony ist ziemlich lang. Aber in den letzten Wochen wollte sie sich die Haare nicht schneiden lassen, wenn die Friseurin kam. Am Telefon hatte Sandra mir schon erzählt, dass Mama einen neuen Haarschnitt hat.

Als ich zu ihr ins Zimmer komme, ist Ute gerade bei ihr um sie aus dem Bett zu holen. Ich sage: "Mama, Du hast ja einen schönen neuen Haarschnitt. Steht Dir gut."

Ute fügt hinzu: "Und vorgestern hatten wir ein kleines Fest hier. Da hatte Ihre Mutti Lippenstift und Rouge - ganz chic, gell" und schaut Mama an. Und Mama strahlt sie an und nickt."


Nachtrag: Das "kleine Fest" war eine Faschingsfeier mit einer Kindergartengruppe, die einmal monatlich zu Besuch kommt. Dann findet im Atrium eine Veranstaltung statt, d.h. die Kinder haben was Kleines vorbereitet. Und die Bewohner, die mit den Kindern zusammensein möchten, gehen ins Atrium oder werden dorthin gebracht. Neulich haben die Kinder mal ein Gebäude-Erkundungsspiel gemacht.
13.2.07 22:21


Zum Wiehern oder peinlich?

12. Februar 2007

Mamas Lieblingspflegekraft Sandra ist kräftig, ja sehr kräftig gebaut. Durch die Krankheit bedingt, bröseln die sozialen Konventionen bei Mama immer mehr weg.

Ausgerechnet Mama, die immer sehr auf Eleganz und perfekte Umgangsformen in der Öffentlichkeit bedacht war. Wie hat sie sich gefreut als sie mich mal mit sechs oder sieben Jahren in ein Kaffeehaus mitnahm. Der Kaffeehausbesitzer hat - so erzählte sie immer wieder - sehr mißbilligend geschaut als sie mit mir die Lokalität betrat. Er hatte wohl Angst, daß das Kind sich nicht benehmen kann, den Kakao verschüttet, die Tischdecke versaut und mit der Sahnetorte rumschmiert. Als sie dann bezahlt hatte, sei er auf sie zugekommen und habe gemeint: "Gnädige Frau, Sie haben aber ein ausnehmend gut erzogenes Kind". Noch Jahre später platzte Mama vor Stolz, wenn sie diesen Vorfall erzählte.

Und nun beim vorletzten Besuch hatte Sandra Dienst und ich saß mit Mama im Gruppenwohnzimmer - Mama mit Blick zur Tür. Und immer wenn Sandra den Raum verließ, kommentierte Mama - mit durchaus beeindruckter Stimme - lautstark: "Mei, dee hot vielleicht an Aasch wia a Braiross" - will heißen auf Hochdeutsch: "Die hat vielleicht einen Hintern wie ein Brauereipferd".

Hier ist ein Bild von einem imposanten Brauereipferd

Photobucket - Video and Image Hosting

zur Verfügung gestellt vom Holzmichel zeigt es den Einzug der Wiesnwirte auf dem Oktoberfest in München.
12.2.07 22:42


Wohin mit Vater? (Mutter)

11. Februar 2007

Nach dem Tod der Mutter, die den Vater jahrelang gepflegt hat, stellt sich für Sohn und Tochter die Frage: "Wohin mit Vater".

"Sie waren auf nichts vorbereitet. Nicht im Geringsten. Sie sprachen nicht miteinander, aber sie begannen nun, jeder für sich, rasende Gedanken zu denken, ungeordnete, unkontrollierbare, sich überstürzende. Und die Gedanken waren, wie sie später entdeckten, in diesem Moment fast identisch. Ich muss ihn zu mir nehmen, dachte die Tochter, ich muss ihn zu mir nehmen, dachte der Sohn. Ich muss das tun, jedes Kind muss das tun, es ist das Mindeste, was man seinen Eltern schuldig ist. Es ist ein Gesetz, ein ehernes Gesetz. Sie haben mich versorgt, als ich hilflos war, als ich klein war. Jetzt ist der Vater hilflos. Also muss ich jetzt die Fürsorge zurückgeben. Generationenvertrag nennt man das, Generationengerechtigkeit. Es bleibt mir nichts anderes übrig. Der braucht mich jetzt, der Vater, er hat ja niemanden. Aber das geht doch nicht. Ich kann doch nicht, ich habe einen Beruf, ich habe eine eigene Familie. Wie soll ich das schaffen? Alles verändern, alles, alles? Es ist doch auch mein Leben. Ich bin doch meiner Familie auch verantwortlich und mir gegenüber obendrein, nicht nur dem Vater. Ich habe mir dieses Leben nicht aufgebaut, um nun alles hinzuwerfen. Wie soll ich leben und wovon? Und meine Familie? Ich kann das nicht, nein, und das ist keine Ausrede, ich kann nicht, es muss doch einen anderen Weg geben, warum, verflucht, habe ich mir bloß früher keine Gedanken gemacht? Wie habe ich das so radikal verdrängen können? Und jetzt? Jetzt sitze ich da, was mache ich bloß?"

Der Tagesspiegel hat einen Textauszug aus dem Buch Wohin mit Vater? veröffentlicht.

Der Autor bleibt anonym, denn er möchte seine Lösung nicht gefährden, da sie illegal ist: eine Hilfskraft aus Osteuropa.


Kriterien für Pflegeheime und Wohngemeinschaften für Demenzkranke

Schlagwörter: Heim - Seniorenheim - Pflegeheim - Wohngemeinschaft - Demenz - Alzheimer - Suche - Kriterien - Gütesiegel
11.2.07 19:56


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