Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

https://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





Ästhetische Probleme

31. Januar 2007

Manchmal bringe ich Mama Lieblingsspeisen mit, die es hier nicht gibt. Vor einiger Zeit habe ich in der Lebensmittelabteilung eines Kaufhauses "Leberspätzlesuppe" gesehen, zwei Dosen eingekauft und vor drei Wochen ins Heim mitgebracht. Es sollte ein Test sein, ob Mama das noch mag und ob sie diese Zubereitung mag.

Letztes Mal meinte Margit: "Also, Ihre Mutter hat die Suppe jern gegessen. Ick muss ja zujeben, dat ick da ästhetische Probleme hatte. Wie dat so in da Brühe rumschwimmt".

Ja - denke ich - sag's ruhig: Es sieht aus wie kleine dicke Würmer.

"Aba Ihrer Mutter hat et ausjezeichnet jeschmeckt. Sie hat dat Janze mit jrossem Jenuss und jutem Appetit jejessen. Vielleicht könnten Se mal wieda welche mitbringen."

Meine Mutter ißt dort noch ganz andere Sachen. Margit hat mir erzählt, daß sie Grützwurst liebt. Ich mußte etwas schlucken, denn meine Mutter hat und hat nie Blutwurst gegessen. Und die heißt in Berlin und Brandenburg eben Grützwurst. Schon beim Gedanken daran schüttelt es mich. Brrrrrr
31.1.07 14:08


Erziehung zum Säufer

30. Januar 2007

Es ist zehn Uhr morgens als ich ins Gruppenwohnzimmer komme. Vor Mama steht eine große Kaffeetasse, die sie leergetrunken hat und ein großes Saftglas, das auch fast leer ist. Weil Alzheimer-Patienten oft Probleme mit dem Trinken haben, sage ich: "Du hast ja schon ganz viel getrunken heute".

Ihre Reaktion: "Die erziehen mich hier zum Säufer".
30.1.07 09:17


Memopoly - ein Spiel über Demenz

28. Januar 2007

Memopoly ist ein Brettspiel nach der Vorlage eines Spieleklassikers, allerdings ein Computerspiel für 1 - 6 Personen. Es gibt drei Schwierigkeitsgrade und vier Bereiche:

Fragen rund um das Thema Demenz:
Diese werden sowohl als multiple choice, also als "Ja/Nein – Fragen", als auch als Fragen mit jeweils drei Antwort-möglichkeiten gestellt. Durch diese Karten werden dem Spieler Begrifflichkeiten, aber auch Diagnostik- und Therapiemög-lichkeiten der Demenzerkrankung nahe gebracht. Für die richtige Beantwortung bekommt der Spieler einen Punkt.

Aktivierungskarten:
Diese geben Anregungen zur Beschäftigung von Demenzerkrankten. Es sind Aufgaben, die der Lebenswelt der Betroffenen angepasst sind, sprich sich auf das Langzeitgedächtnis beziehen, welches auch in fortgeschrittenen Stadien einer Erkrankung lange erhalten bleibt. Auf diesen Feldern kann der Spieler nur Informationen und keine Punkte sammeln.

Gedächtnistrainingsaufgaben:
Eine Demenz ist eine fast immer – aber nicht ausschließlich – im Alter auftretende Erkrankung des Gehirns, bei der es zu einer fortschreitenden Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit kommt. Mit den Gedächtnisaufgaben sollen die Spieler ihr Gedächtnis trainieren. Löst der Spieler die Aufgaben, bekommt er ebenfalls Punkte.

Bonus- und Aussetzkarten:
Vergessen und Erinnern sind entscheidende Themen vieler Demenzerkrankten. Zur abwechslungsreichen Gestaltung des Spiels gibt es deshalb auch Bonuspunkte z.B. für "einen Brief, den man einem alten Bekannten geschrieben hat" oder man muss auch einmal aussetzen, da man „seine Brille verlegt oder eine Telefonnummer vergessen hat“.

Entwickelt wurde das Spiel vom multiprofessionallen Team der Beratungsstelle einer Memoryklinik in Essen. Gedacht ist das Spiel für Angehörige, Pflegekräfte, Therapeuten und andere Interessierte.


Soweit der Pressetext vom Verlag, der das Spiel produziert hat und vertreibt. Mehr dazu steht hier und hier.

Nachtrag am 1. Februar 2007: Heute habe ich das Spiel mal ausprobiert. Meine Einschätzung steht hier .
28.1.07 18:47


Nur meiner!

27. Januar 2007

Gestern vormittag war der große Tag! Zum ersten Mal Hundebesuch in Mamas Wohngruppe. Fünf Bewohnerinnen saßen um den großen Tisch.

Und dann kam ER und interessierte sich als erstes für das Trockenfutter in den beiden Näpfchen der Katze, die am Eingang des Gemeinschaftswohnzimmers stehen.

Mama war sofort hin und weg von IHM. Liebe auf den ersten Blick! Und so sieht ER aus:

Photobucket - Video and Image Hosting


Branco ist ein schwarzer Hovawart. Auf dem Foto kommt gar nicht raus, was für ein großes Tier er ist. Hovawarts sehen so ähnlich aus wie Golden Retriever. Die meisten sind auch blond oder schwarz gefleckt. Aber sie sind noch ein ganzes Stück größer und kräftiger als die Golden Retriever. Hier sieht man, wie groß die Hunde sind.

Die anderen Bewohnerinnen waren eher vorsichtig und waren zögerlich auf die Frage, ob sie den Hund streicheln möchten. Mama verkündete: "Nur meiner!".

Hovawarts sind sehr bewegungsfreudige Hunde und lernen gerne immer was Neues. Das Herrchen von Branco ist sehr ruhig und zurückhaltend. Der Hund hört auf gesprochene Kommandos, aber sehr viel öfter schnalzt Herr Mandel. Dann schaut Branco sofort zu ihm. Und über Handzeichen von seinem Herrchen weiß er dann, was er tun soll. Das geht in solche Details wie ob er jetzt von links oder von rechts an den Rollstuhl rangehen soll.

Für die Bewohner ist Herr Mandel eher im Hintergrund. Eine Mitarbeiterin ist verantwortlich für den Hundebesuch und moderiert das Ganze. Sie fragt nach: "Frau L., möchten Sie den Hund auch streicheln?" oder nimmt Äußerungen auf und führt sie manchmal weiter.

Das absolute Highlight war für Mama als sie ihm einen Hundekeks geben durfte. Sie hat dann viel über ihre Pudel, besonders den Lieblingshund Tarzan gesprochen und sich an die alten Zeiten im Pudelclub erinnert. Noch nach einer Stunde wußte sie den Namen des Hundes und seine Rasse, obwohl sie die bis dahin noch nie gehört hatte. Und "Hovawart" ist nicht unbedingt ein einfaches Wort.

"Du mußt mir seinen Namen und seine Rasse aufschreiben" sagte sie mir "damit ich das weiß, wenn er wieder kommt."

Photobucket - Video and Image Hosting

Vor 50 Jahren: Mit Tarzen beim Pudelclub-Treffen

Wenn der Therapiehund kommt: Mehr von Branko und dem Hundebesuchsdienst
27.1.07 19:26


Schwuppdiwupp ...

26. Januar 2007

... nun ist er da. Vorgestern Nachmittag kam der Bescheid, daß der Rollstuhl von der Krankenkasse genehmigt ist. Als ich heute Vormittag kam, war er schon da.

Wer hat da gezaubert? Die Wohnbereichsleiterin erzählte mir, daß sie gleich gestern vormittag im Sanitätshaus angerufen hat. "Jaaaa" - meinten die "den Rollstuhl haben wir schon im Computer".
"Na, dann kommen Sie doch gleich heute noch vorbei um die Maße für das Anpassen zu nehmen. Die Bewohnerin ist klein und zierlich. Es ist dringend. Sie wartet schon seit November".

Und siehe da. Heute wurde das Teil gebracht Und Rücklichter hat er auch:

Photobucket - Video and Image Hosting


Das war eine schwere Geburt!



Rollstuhl-Story Teil 2
Rollstuhl-Story Teil 1
26.1.07 16:42


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter] s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung