Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

https://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





Mein Vater oder :

1. November 2006

Götz George und Klaus Behrendt kennt man eher als Tatort-Komissare. Vor einigen Tagen kam im Fernsehen der Film "mein Vater", in dem sie Vater und Sohn gespielt haben.

Der Vater ist an Alzheimer erkrankt. Eine sehr ausführliche Beschreibung der einzelnen Szenen findet man hier.

Günter hat den Film aufgenommen. Wir haben gelegentlich angehalten und über einzelne Szenen gesprochen. In einem Stück hätte ich den Film nicht sehen können.

Von Mamas Nachbarn wußte ich, daß sie manchmal nicht nach Hause gefunden hat und von Fremden begleitet wurde. Ich habe mir das gelegentlich schon vorgestellt, aber das im Film dargestellt zu sehen ist schon sehr beklemmend.

Der Vater im Film hatte nach dem Tod seiner Frau einige Jahre alleine gelebt. Er verlor seine Arbeitsstelle als Busfahrer, weil er mehrmals Haltestellen überfahren hat. Der Film schilderte sehr realistisch den Weg des Kranken und seiner Familie, wie die Krankheit alle überfordert und die Familie in eine Krise stürzt.

Unheimlich gut auch die Szene vom Besuch der Gutachterin, weil eine Höherstufung beantragt wird. Der Kranke kann seine Fassade aufrecht erhalten und der Antrag wird abgelehnt. Fazit des Sohnes: "Wir sind rund um die Uhr beschäftigt und bekommen nicht einmal drei Stunden Pflegebedarf am Tag genehmigt".

Manche Szenen sind sehr poetisch beispielsweise wenn der Kranke sich ausgelassen den ersten Schnee freut oder beim Anblick einer Kugellampe meint: "Der Mond ist heruntergefallen".

Viele ethische Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Krankheit stellen, werden angesprochen:
- Der Vater wird eingesperrt, weil er immer wieder wegläuft und der Sohn hat ein schlechtes Gewissen, das ihn versprechen läßt, das nicht mehr zu tun.
- Die Situation eskaliert derart, daß es zu Gewalt gegen den kranken Vater kommt. Aber auch dieser ist gewalttätig gegenüber einer Besucherin.

Gewalt gegen Pflegebedürftige in der Familie ist eines der bestgehüteten Geheimnisse. Das äußerste, worüber pflegende Angehörige in der Selbsthilfe-gruppe sprechen ist Ungeduld ("da schreie ich ihn schon einmal an"). Hoffentlich gibt es wenigstens in der Einzelberatung oder am Sorgentelefon für pflegende Angehörige die Möglichkeit, diese Notsituationen anzusprechen.

Fazit: Ein beklemmend realistischer Film.


Den Film gibt es als DVD.

Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. einen Emmy für den "best foreign feature film" im Jahr 2003.
1.11.06 22:42


das wachsende Vergessen

30. Oktober 2006

41 Jahre alt und an Alzheimer erkrankt. Mehr darüber steht in einem Artikel im Tagesspiegel.

"Es ist ein Leben zwischen noch und nicht mehr, das Martina Peters führt. Was noch geht: Sport. Sudoku. Autofahren, bevor sie ihre Tabletten genommen hat. Was nicht mehr geht: arbeiten. Ihre letzten drei Stellen als Floristin hat sie verloren, weil sie Fehler mit der Kasse gemacht hat.

Anwaltsdeutsch verstehen geht auch nicht mehr, Freundschaften werden schwieriger. Ein paar Freunde haben ihr schon ins Gesicht gesagt, dass sie nicht mit der Krankheit zurechtkommen..."
weiter lesen
30.10.06 23:09


Kohle machen als Berufsbetreuer

29. Oktober 2006

Günter war völlig entsetzt und fassungslos als er mich am Freitagnachmittag anrief und fragte, ob ich schon Nachrichten gehört hätte.

Der Landesrechnungshof Brandenburg hat seinen Jahresbericht 2006 vorgestellt.

Unter dem Punkt "unwirtschaftliches Verhalten" wird ausgeführt, daß dem Land Brandenburg ein Schaden von 1 Million Euro entstanden ist, weil überhöhte Vergütungen für Berufsbetreuer bezahlt wurden. Die Ausgaben für Berufsbetreuer sind in den letzten vier Jahren um mehr als das Doppelte auf 14,5 Millionen Euro gestiegen.

So haben zwei Berufsbetreuer so viel Geld kassiert, daß sie rein rechnerisch pro Tag eine Durchschnittsarbeitszeit von 22,5 bzw. 27,5 Stunden hatten. Mein Tag hat immer noch nur 24 Stunden, und da geht so einiges für Schlafen etc. ab.

Den Vogel schoß eine Betreuerin ab, die im Jahr 2003 in drei Amtsgerichtsbezirken 245 100 Euro abrechnete und ausbezahlt bekam. Zweihundertfünfundvierzigtauseneinhundert Euronen - das muß man sich richtig auf der Zunge zergehen lassen.

Ich habe das mal durchgerechnet unter der Annahme, daß sie diejenige ist mit den 27,5 Arbeitsstunden am Tag und zwar an 250 Arbeitstagen, die 2003 im Land Branden-burg anfielen.

Sie bekommt dann 980 Euro am Tag und einen Stundensatz von 35 komma nochwas Euro - ist übrigens der übliche Stundensatz für Berufsbetreuer.

Übrigens hat der Landesrechnungshof auch moniert, daß der Grundsatz verletzt wurde, daß vorrangig ehrenamtliche Betreuer - meist Familienangehörige - genommen werden müssen. Ein ehrenamtlicher Betreuer - egal wie viel oder wie wenig er tut - bekommt pauschal im Jahr eine Aufwandsentschädigung von 329 Euro für Telefonate, Fahrkarten, Portokosten und damit man dem Betreuten mal was Kleines mitbringen kann.

Hat der Betreute selber (noch) Vermögen, so werden aus diesem die Vergütungen bzw. Aufwandsentschädigungen für die Betreuungsleistung vergütet. Ist kein Vermögen mehr da, dann muß die Staatskasse ran.

Ach ja - man kann es sich schon denken - die Betreuten, denen diese zumindest finanziell bombastischen Betreuungs-leistungen zuteil wurden, waren allesamt an Demenz erkrankt.


Mehr zum Jahresbericht 2006 des Landesrechnungshofes Brandenburg (257 Seiten - pdf-Datei)
Kohle machen als Berufsbetreuer - Teil 2: praktische Anleitung
29.10.06 00:02


Wenn Bilder antworten ...

27. Oktober 2006


"Wenn Du nicht da bist, dann spreche ich ganz oft mit Deinem Bild." und nach einer kleinen Pause fügt sie hinzu: "Und es antwortet sogar."

Was sagt es denn dann? - will ich wissen

"Immer das, was ich hören will".
27.10.06 13:51


Dogs with Jobs: Profis auf vier Pfoten oder: Was es nicht alles gibt

26. Oktober 2006

Blindenhunde, Drogenspürhunde, Sprengstoff-schnüffelhunde oder Lawinenhunde kennen die meisten von uns. Wir kennen auch die Fernsehbilder von Erdbeben-gebieten, in den Hunde eingesetzt werden um Verschüttete aufzuspüren.

Vor einigen Monaten habe ich eine Sendung gesehen mit einem Hund, der Behinderten ein eigenständiges Leben ermöglicht. Er trägt Einkäufe, kann Türen öffnen oder bringt Gegenstände.

Letzte Woche wurden in einem Politmagazin Zollhunde gezeigt, die Geld aufspüren konnten, das in die Schweiz geschmuggelt werden sollte.

Vom Hundebesuchsdienst in Mamas Heim habe ich schon erzählt. Aber völlig neu war mir, daß es in Amerika Hunde gibt, die dazu fähig sind, Alzheimerkranke, die sich verirrt haben, aufzuspüren. Damit ist jetzt nicht nur gemeint, daß der Hund einen Gegenstand, der den Geruch eines vermißten Menschen trägt, unter die Nase gehalten bekommt und dann diesen aufspürt, sondern, daß der Hund durch eine Ausbildung in der Lage ist Menschen zu erkennen, die herumirren und sich nicht mehr zurecht finden.

Ein solcher Hund wird in der Sendung "Dogs with Jobs: Profis auf vier Pfoten" vorgestellt, die am So 5. Nov. von 13.55 bis 14.25 auf VOX gezeigt wird.


Eine halbe Minute Hund
26.10.06 01:22


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter] s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung