Alzheimer - und dann?

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Zahnprothese verloren


Nun ist der untere Teil der Prothese seit etwa zwei Wochen verschwunden. Lieblingspfleger Fritz erzählte mir, dass er Spätdienst hatte – wahrscheinlich der Grund, dass Mama das Gebiss rausrückte – und beide Teile in die Reinigungsdose gelegt wurde. Die Reinigungsdosen von Mama und ihrer Zimmergenossin stehen in dem Bad, das gleich neben ihrem Zimmer ist, aber für jeden zugänglich ist – und zwar auf einem Brett in 1,80 m Höhe.

Am nächsten Morgen beim Frühdienst lag nur noch die obere Prothese in der Dose. Inzwischen wurde alles abgesucht, auch die Schränke anderer Bewohner, aber die Zahnprothese hat sich nicht gefunden.

Fritz meinte, dass jemand von den nachtaktiven Bewohnern, der entsprechend groß ist, an die Dose gegangen sein muß. Mama käme da gar nicht hin. Er wollte nun von mir wissen, wie vorzugehen sei. So ganz billig ist so ein Teil ja schließlich nicht. Ich meinte, das wäre doch eine Haftungssache des Heimes, was er verneinte. Er meinte, beim Essen habe Mama keine Schwierigkeiten mit nur einem Teil. Wir haben vereinbart, noch etwas zu warten in der Hoffnung, dass sich die Zahnprothese noch finden wird.

Eine Bekannte, die Krankenpflegelehrerin ist und auch schon in der ambulanten Altenpflege gearbeitet hat, meinte, bei staatlichen und städtischen Trägern sei eine Versicherung für solche Fälle Pflicht. Ein privater Träger – und das trifft für Mamas Heim zu – sei zwar zu einer solchen Versicherung nicht verpflichtet, aber deshalb nicht aus der Haftung raus. Ich muss mir noch anschauen, was der Heimvertrag dazu sagt. Vielleicht können die Mitlesenden, die im Pflegebereich tätig sind, dazu was sagen?

Ich finde es ja schon merkwürdig, dass solche medizinischen Hilfsmittel offen für alle zugänglich aufbewahrt werden. Ich habe vor vielen Jahren im Rahmen meines Studiums ein längeres Praktikum bei einer Gruppe behinderter Kinder bei einem staatlichen Träger gemacht. Wir mußten Zahnspangen oder andere medizinische Hilfsmittel über Nacht so unterbringen, dass außer den Mitarbeitern niemand rankam – also konkret in einem abschließbaren Hängeschrank, in dem auch die Medikamente und die Körperpflegemittel aufbewahrt wurden.
8.8.06 11:08


Apfelsaft gegen Vergeßlichkeit

4. August 2006

In der Basler Zeitung vom 3. August steht’s als Agenturmeldung:

Der regelmässige Genuss von Apfelsaft könnte gegen Alzheimer-Symptome helfen. Bei Mäusen steigerte das Getränk die Konzentration von Acetylcholin im Gehirn - einem für die Gedächtnisleistung wichtigen neuronalen Botenstoff - und verbesserte die Lern- und Erinne-rungsfähigkeit der Tiere.

Die Wissenschaftler um Thomas Shea von der Universität von Massachussetts in Lowell hatten den Acetylcholinspiegel im Gehirn von Mäusen verschiedener Altergruppen untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die Konzentration dieses Neurotransmitters generell abnahm, wenn sich die Nager mit einer einmonatigen Vitamin-mangelernährung begnügen mussten, die zusätzlich schädliche Prozesse im Körper fördert, welche auch bei Alzheimer-Demenz eine Rolle spielen. Ausserdem schnitten die Mäuse mit mangelhafter Kost bei Lern- und Gedächtnistests schlechter ab. Dies galt ebenfalls für genetisch veränderte Tiere, die Alzheimer-Symptome entwickelten.

Auch bei Alzheimerdemenz wirksam

Freier Zugang zu mit Apfelsaftkonzentrat angereichertem Trinkwasser konnte diesen Effekt in normalen - wie auch in genetisch veränderten Tieren - verhindern. Dabei entsprach die durchschnittlich am Tag aufgenommene Menge an Apfelsaft - auf den Menschen umgerechnet - etwa zwei Gläsern Saft oder zwei bis drei Äpfeln.

Während des natürlichen Alterungsprozesses fällt die Acetylcholinkonzentration im Gehirn ab - besonders drastisch allerdings bei Alzheimer-Patienten. Ärzte versuchen daher, den Abbau dieses Neurotransmitters medikamentös zu hemmen. Auf Grund seiner Ergebnisse vermutet Shea, dass der Verzehr von Äpfeln und Apfelprodukten nicht nur gegen normale Altersvergesslichkeit, sondern auch bei Alzheimerdemenz wirksam sein könnte.
4.8.06 00:25


Stern-Artikel über Alzheimer

2. August 2006

Vorgestern hat sich Frau Geisler, Medizinjournalistin und Mitarbeiterin des Stern, gemeldet und angekündigt, dass nun diesen Donnerstag – wenn aus Aktualitätsgründen nichts dazwischenkommt – ihr Artikel über Alzheimer erscheinen wird. Im Inhaltsverzeichnis des morgen erscheinenden Heftes ist der Beitrag aufgeführt.

Fazit: Was lange währt … wird (hoffentlich) endlich gut. Ich hatte mit Frau Geisler letztes Jahr zum ersten Mal Kontakt als sie über die AAI (Alzheimeran-gehörigeninitiative) nach gesprächsbereiten Ange-hörigen suchte.
2.8.06 13:54


Hilfreich: Visitenkarten

1. August 2006



Die Alzheimer-Angehörigeninitiative hat eine neue Auflage von Visitenkarten drucken lassen, die pflegenden Angehörigen helfen sollen, wenn sie mit Dementen unterwegs sind.

In schwierigen Situationen, beispielsweise in Geschäften, kann man einem Mitarbeiter ein Kärtchen zuschieben, um das Verhalten des Angehörigen zu erklären ohne diesen bloßzustellen.
1.8.06 20:17


Erleichterung

31. Juli 2006

Mama wird umziehen. Eine anstrengende Zeit liegt hinter mir. Soll ich sie in dem Heim lassen, in dem sie ist oder einen anderen Ort für sie suchen? Welcher Ort ist der richtige für sie? Welche Konsequenzen würde ein Wechsel für ihren Gesundheitszustand haben?

Ich bat um einen Beratungstermin bei der AAI (Alzheimerangehörigeninitiative) und schilderte dort meine Eindrücke von der Heimsituation, die sich so negativ verändert hat: Das Personalkarussell im Heim und damit verbunden ein dauernder Wechsel von Mitarbeitern. Mama, die sich „wie auf dem Bahnhof“ fühlt.

Sie selber wünscht sich ein Einzelzimmer und ein eigenes Bad, wie sie es ihr ganzes erwachsenes Leben hatte. Einzelzimmer gäbe es auch im jetzigen Heim gegen Aufpreis, aber ein eigenes Bad nicht. Für das Einzelzimmer müsste sie die Gruppe wechseln. Aber wenn sei sowieso innerhalb des Hauses wechseln müsste und mir das Grundvertrauen verlorengegangen ist, dann kann ich gleich überlegen, ob ich das Heim wechsele oder eine Alzheimer-Wohngemeinschaft suche.

Die Beraterin der AAI gab mir den wichtigen Hinweis, dass die Wohnsituation im Heim so nah wie möglich an ihrer letzten Wohnsituation sein sollte: Also kein Doppelzimmer für einen Menschen, der lange für sich gelebt hat. Mama kann ja auch noch sehr deutlich sagen, was sie will und was nicht.
Dann die Suche nach einem neuen Haus, das für sie passt. Nach vielen Telefonaten und einigen Besichtigungsterminen und Informationsgesprächen einen Ort gefunden, der für sie passen könnte. Sie kann ein geräumiges Einzelzimmer haben mit eigenem Bad, lebt in einer Wohngruppe und es gibt eine Reihe von angeboten, die sie wahrnehmen kann: Gymnastik, Singen, Seidenmalerei, Hundebesuchsdienst, Streichelzoo … In diesem Haus hat mich besonders beeindruckt, wie wach und präsent die Bewohnerinnen waren, selbst die schon durch Sonden ernährt wurden und auch, wie sehr die Angehörigen im Blick sind. So gibt es Gästezimmer und zu bestimmten Zeiten einen Shuttle-Service für die, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Besuch kommen.

Trotzdem blieben bei mir Zweifel. Für Demente ist jede Veränderung schädlich. Soll ich ihr den Umzug zumuten? Aber im jetzigen Heim hat sie permanent Veränderung.
Ich telefonierte mit ihrer Krankengymnastin. Die erzählte mir, dass Mama immer wieder sagt, sie will da nicht bleiben.
Ich ging noch zum Hausarzt, der sie im Heim ausgezeichnet betreut. Er riet, den Umzug genau zu überlegen, meinte dass es für sie wichtig sei, von mir regelmäßig besucht zu werden. Im neuen Heim sei der Weg viel weiter. Da könnte ich sicher nicht so eben mal zwischendurch vorbeischauen.
Eine schwere Entscheidung. Aber ich merkte immer mehr, dass ich einen Wechsel versuchen wollte. Als Günter und ich gestern zu Besuch kamen, war ihr erster Satz: „Ich will hier nicht bleiben.“

Ich erzählte ihr, dass es eine andere Möglichkeit gäbe: Ein anderes Haus, wo sie ein Zimmer mit einem eigenen Bad hätte, erzählte ihr von den Angeboten dort. Ihre spontane Reaktion war: „Das ist die beste Nachricht seit langem.“
Etwas später wollte sie wissen, ob ihre Krankengymnastin sie auch dort behandeln könnte und ob Fritz, Sema und das nette junge Mädchen – gemeint ist Nadia, die ein freiwilliges soziales Jahr macht – mitkommen könnten.

Etwas später als Mama eine Zigarette rauchen wollte, fand ich in ihrer Handtasche eine Botschaft, die sie in ganz klarer Schrift auf eine Serviette geschrieben hatte:
„ I want to go home. I don’t know, why I am here. At home there are television, newspapers. I feel like in a grave”

(Ich möchte nach Hause. Ich weiß nicht, warum ich hier bin. Zuhause habe ich Fernsehen, Zeitungen. Ich fühle mich wie in einem Grab).
31.7.06 10:44


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