Alzheimer - und dann?

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Fernsehtipp: Doktor Eckhart von Hirschhausen

27. Juli 2006

Heute um 23.00 Uhr bringt das ZDF eine Aufzeichnung von Eckhart von Hirschhausens medizinischem Kabarett!
Absolut empfehlenswert!
27.7.06 13:58


Computerspiel Freecell hilft bei Diagnose von Demenz

20. Juli 2006

Seit Anfang der Woche geistert die folgende Meldung durch die deutsche Presselandschaft:

„Arbeitgeber ärgern sich seit Jahren über das Windows-Spiel «Freecell», mit dem Angestellte sich von der Arbeit ablenken lassen. US-Forscher haben nun eine sinnvolle Anwendung für das Programm entdeckt.

Das Kartenspiel «Freecell», das seit 1992 mit allen Windows-Systemen ausgeliefert wird, könnte Medizinern helfen, Anzeichen von Demenz bei Patienten frühzeitig zu erkennen. Forscher der Oregon Health & Science University haben in einer Studie gezeigt, dass das Solitärspiel zusammen mit einer Extrasoftware Senioren identifizieren kann, die leichte Gedächtnisprobleme haben.

Menschen mit so einer milden Beeinträchtigung sind Risikopatienten für Demenz, die am häufigsten durch Alzheimer ausgelöst wird. Im Frühstadium ist die Krankheit wesentlich leichter und aussichtsreicher zu bekämpfen. Um «Freecell» erfolgreich zu spielen, wird vor allem Planungsvermögen benötigt, einer der Maßstäbe, mit denen Neuropsychologen Patienten auf Demenz hin testen.

Im Versuch wurden neun Personen mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren herangezogen, die alle «Freecell»-Spieler sind und das Kartenspiel über einen sechsmonatigen Zeitraum regelmäßig spielten. Um die Wahrnehmungs-Performance zu messen, verglichen die Forscher die Spielergebnisse der Probanden mit denen einer automatischen Lösungssoftware, die ständig versucht, die minimale nötige Anzahl von Spielzügen auszurechnen.“
20.7.06 07:37


Klausjürgen Wussow im Pflegeheim (Beitrag ediert)

19. Juli 2006

Als Professor Brinkmann von der Schwarzwaldklinik wurde er zum Hausarzt der Nation. In den letzten Monaten wurde immer wieder über gesundheitliche Probleme berichtet wie Schwächeanfälle, Kreislaufprobleme und zwei kleinere Schlaganfälle. Nun ist er in ein Pflegeheim eingewiesen worden und zwar wegen einer Demenz. Und natürlich gibt es gleich einen Arzt, der sich sicher ist, dass diese Diagnose nicht stimmt. Er kennt neuere Befunde des Schauspielers und hat ihn viele Jahre betreut.

Jetzt hat natürlich die „böse“ Ehefrau die Arschkarte . Und was ist das für eine Aussage: "Diese Art der Behandlung ist insbesondere eines Trägers des Bundesverdienstkreuzes, der sich zeitlebens für kranke Menschen und Kinder eingesetzt hat, absolut unwürdig." Ob die Behandlung in einem Pflegeheim „unwürdig“ ist, hängt davon ab, wie dort gearbeitet wird, aber nicht, ob der Bewohner durch ein Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden ist oder nicht. Und zuhause bei Angehörigen, die mit der Pflege überfordert sind, kann es "unwürdig" sein und zwar für alle Beteiligten. Aber das Thema "Gewalt in der Pflege" ist im Bereich der häuslichen Pflege noch mehr tabu als im stationären Bereich. Lieblingspfleger Fritz hat mir so einiges aus dem Nähkästchen seiner Erfahrungen erzählt. "Was meinen Sie, wie oft Angehörige stundenlang die Kranken in ihrer Soße liegenlassen. Da werden alte Rechnungen beglichen".

Ich hatte monatelang den Verdacht, dass meine Mutter Alzheimer hat und bin von ihrem Hausarzt, der sie jahrelang intensiv betreut hat (ein bis zwei Hausbesuche wöchentlich) beschimpft worden, das sei nicht der Fall und er würde sich nicht zum Komplizen von Leuten wie mir machen, die ihre Angehörigen nur ins Heim abschieben wollten. Das ging soweit, daß er in der Gerontopsychiatrie, wo meine Mutter eingewiesen worden war, während der Visite auftauchte und den dortigen Ärzten klarmachen wollte, dass sie sich irren.

Meine Mutter hatte die Mitarbeiter vom Pflegedienst nicht mehr reingelassen, weil sie sie nicht erkannt hat. Einmal war ein Feuerwehrgroßeinsatz nötig, weil sie vergessen hatte, daß sie in der Küche Fett in der Pfanne auf dem Herd hatte. Eine Nachbarin hatte den Rauchmelder gehört, meine Mutter jedoch nicht. Sie rief mich manche Nächte mehr als zehn Mal mit der gleichen Frage an, weil sie vergessen hatte, daß wir vor ein paar Minuten genau darüber gesprochen hatten. Mit der Einnahme ihrer Medikamente kam sie nicht mehr zurecht, weil sie keinen Überblick hatte - und das bei morphinhaltigen Medikamenten, weil sie eine chronische Schmerzpatientin war. Aber der Doktor meinte, dann muß der Pflegedienst eben zwei mal täglich statt einmal kommen. Nur: Wenn sie die Pflegepersonen nicht erkannte, dann machte sie nicht auf, egal ob einmal oder zweimal jemand vorbeikam. Aber der Doktor war davon überzeugt, daß meine Mutter noch jahrelang in ihrer Wohnung bleiben könnte.

Nächtelang hat sie mich am Telefon beschimpft, daß ich ihr Konto manipuliert hätte und sie bestohlen hätte. Monate später als ich dann die Betreuung hatte, stellte sich heraus, daß ein Sozialarbeiter des gerontopsychiatrischen Dienstes, der sie regelmäßig besucht hat, sich von ihr eine Bankvollmacht über 4000 Euro geben hat lassen. Meine Mutter hat ihr ganzes Leben bei der Bank immer nur soviel Geld geholt, wie sie monatlich an Lebenshaltungskosten brauchte. Die viertausend Euro jedenfalls waren weg. Und die Mitarbeiter des Pflegedienstes, bei denen sie sich beklagte, schrieben das zwar auf, aber nahmen es nicht ernst. Informiert hat mich auch niemand. Dabei hatte ich mit der Sozialarbeiterkollegin vom gerontopsychiatrischen Dienst eine klare Absprache. Sie hatte mich gefragt, wie das denn laufen solle mit Bargeld, da meine Mutter die drei Treppen nicht mehr schaffe. Ganz einfach, sagte ich. Eine meiner Freundinnen wohnt in der Nachbarschaft meiner Mutter. Da ich eine Bankvollmacht habe, überweise ich der Freundin den Betrag und sie bringt ihn meiner Mutter vorbei.

In den letzten Monaten habe ich immer wieder davon gelesen, dass viele Hausärzte nicht das entsprechende Wissen haben, um eine Demenz zu erkennen geschweige denn damit adäquat in ihrer hausärztlichen Praxis umzugehen. Dazu kommt noch, dass die Erkrankten Strategien entwickeln, um ihre Krankheit zu überspielen. Pfleger Dieter meinte mal zu mir: „Wenn ich Ihre Mutter im Rahmen der häuslichen Krankenpflege betreut hätte, hätte ich ihre Demenz sicher auch lange nicht erkannt“.


Mehr zu Klausjürgen Wussow
19.7.06 13:50


Alleine gehen

16. Juli 2006

Mama ist so gut drauf wie schon lange nicht mehr. Sema hat Dienst und Lieblingspfleger Fritz ist aus dem Urlaub zurück. Mama schwärmt davon, wie fürsorglich der „Doktor“ (Lieblingspfleger Fritz) ist. „Wie der sich um die alten Leute kümmert“. Leider ist dieses Glück selten, denn ansonsten ist sehr viel Fluktuation von Mitarbeitern in der Gruppe. Und das bei Demenzkranken, die eine möglichst stabile Situation brauchen.

Mama kann seit drei Tagen wieder alleine gehen ohne Gehhilfe und Rollstuhl. „Du glaubst gar nicht, wie mich der Doktor kojuniert (bayr. Dialektausdruck für „triezen“) hat“. Sie ist wieder allein unterwegs und ihr Zigarettenkonsum ist sehr gestiegen.

Von Sema erfahre ich, dass sie in Kürze eine Ausbildung beginnen wird, was mich für sie freut. Mama wird sie fehlen, wenn sie dann nur noch selten da sein wird.
16.7.06 21:35


die Hölle vor dem KaDeWe

12. Juli 2006

Frau Gabler, Mitte 70, ist erst spät erblindet. Näheres hat sie nicht darüber erzählt. Vor drei Jahren hat sie ihre ältere Schwester zu sich genommen, die wegen ihrer Alzheimer-Erkrankung nicht mehr allein in einer anderen Stadt leben konnte. Die Schwester ist phasenweise sehr bewegungsfreudig. Die beiden gehen dann miteinander raus.

„Neulich waren wir im KaDeWe einige Besorgungen machen“ erzählt sie. Als wir dann vor dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) standen reißt sich meine Schwester von mir los und läuft zu den Bussen. Sie vergisst dann ganz, dass ich sie ja nicht sehen kann“ erzählt Frau Gabler weiter. „Und ich stehe da, und weiß nicht, in welchen Bus sie eingestiegen ist. Da standen mehrere Busse gleichzeitig. Und die Linienführungen sind doch vor einiger Zeit geändert worden. Außerdem kennt sich meine Schwester doch überhaupt nicht hier aus. Ich rufe also nach ihr: Brunhilde, Brunhilde, wo bist Du denn? Aber sie hört mich nicht. Sie ist weg. Und ich steh da. Wo ist sie nur? Wie soll ich sie jetzt wieder finden? Das ist die Hölle, sage ich Ihnen, was man da durchmacht. Ich bin dann zu einem der Busfahrer gegangen. Der hat sich mit den anderen Kollegen, die da auch standen verständigt. Dann ist sie ausgerufen worden. So hab’ ich sie dann wieder gefunden.“
12.7.06 17:59


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