Alzheimer - und dann?

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Industrielle Perspektive zu Alzheimer

So hört sich eine Pressemeldung von einer Firma, die für eine Beteiligung an ihren Fonds wirbt, an:

„Affiris entwickelt maßgeschneiderte Impfstoffe gegen Krankheiten mit attraktivem Marktpotential und ungelöstem medizinischen Bedarf. Der aktuelle Entwicklungsschwerpunkt ist ein Impfstoff gegen Alzheimer. Hier soll der Affitope Impfstoff AD-1 Ende des Jahres in die klinische Erprobung der Phase I gehen. Für den Aufbau eines zweiten Standbeines betreibt die Firma Forschungen im Bereich Gefäßverkalkung (Atherosklerose). Auch hier wird die Entwicklung eines speziellen Impfstoffes angestrebt.

Über die MIG-Fonds:

Die MIG Verwaltungs AG setzt mit ihrer Beteiligung an der Affiris GmbH ein bewährtes Konzept fort: Erst nach eingehender Prüfung ihrer Zukunftsfähigkeit wird in ausgewählte Firmen in Deutschland und Österreich investiert. Ihre innovativen, viel versprechenden Produkte zeichnen die Anlageobjekte dabei ebenso aus, wie die unternehmerische Leistung ihres Managements.“
25.5.06 10:39


Personalkarussell

21. Mai 2006

Bei meinen Besuchen in den letzten fünf Wochen traf ich nur zwei Mal auf eine mir bekannte Pflegeperson: die türkische Mitarbeiterin Sema, die meine Mutter sehr gern mag. Ansonsten waren mir immer alle anderen neu. War eine Krankheitswelle ausgebrochen oder der große Fortbildungsboom? Die Atmosphäre in der Wohngruppe ist merklich kühler und unruhiger geworden. Nur Elke, Mitte 50 und sehr robust wirkend hielt es für nötig, sich vorzustellen. Auf meine Nachfragen wurde ausweichend geantwortet.

Gestern hatte Elke wieder Dienst – ansonsten kein mir bekanntes Gesicht. Nun wollte ich es genau wissen und fragte nach. Sie versuchte weiterhin auszuweichen, aber sie stand im Stationszimmer und ich in der Tür. Sie kam schlicht und einfach nicht an mir vorbei, und außerdem hatte sie das ganze Medikamentenarsenal auf dem Tisch stehen. Ich sagte ganz deutlich, dass ich die Vielzahl von neuen Personen auf der Station in den letzten fünf Wochen sehr irritierend finde.

„Das kommt immer mal vor, dass jemand krank ist oder im Urlaub und Vertretung von einer anderen Station da ist“ meinte nun Schwester Elke. „Meine Mutter ist seit Juni letzten Jahres hier. Da war immer mal jemand da, den ich nicht kannte. Aber in den letzten fünf Wochen sind nur noch Leute da, die ich nicht kenne. Nur zweimal habe ich Sema gesehen, ansonsten lauter neue Leute. Und heute sind Sie die einzige, die ich kenne. Sie sind auch die einzige von den Neuen, die sich vorgestellt hat .“

„Ja, das ist wirklich ungünstig heute“ räumt Elke ein, und das Gespräch ist ihr unangenehm. „Wer arbeitet denn jetzt eigentlich fest hier auf Station“. Sie fängt mit Namen von Leuten an, die ich nicht kenne. Ich frage nach: „Was ist mit Fritz“ (Lieblingspfleger von Mama). Der ist krank. „Und Dieter“ (bisher Leiter der Wohngruppe und Mamas Top 2 nach Fritz). „Der ist jetzt im dritten Stock“ erfahre ich. Marina (hat für Mama keine besondere Bedeutung) habe ich auch die ganze Zeit nicht gesehen. „Die ist jetzt im siebten Stock“.Und was ist mit Gerald? Den mochte Mama wegen der Englisch-Konversation. Elke sagt, dass sie ihn nicht kennt und daraus schließt, dass er nicht mehr hier arbeitet. Und Alina? Kennt Elke auch nicht und meint: „Das war eine Schülerin, deren Ausbildungsphase hier zuende war“. Nein, Alina war eine sehr junge aber schon examinierte Mitarbeiterin.

Ich bringe meinen Unmut zum Ausdruck und sage deutlich, dass ich durchaus verstehe, wenn Leute die Stelle wechseln und dass man auch mal auf eine andere Station geht. Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass wenn zwei Leute gekündigt haben, gleich zwei weitere in andere Wohngruppen versetzt werden. Natürlich ist mir klar, dass Elke mir nichts Näheres dazu sagen will. Sie hat mit mir eine Angehörige vor sich, die das nicht versteht und gleichzeitig muss sie loyal sein. Sie löst ihr Dilemma indem sie zu mir sagt: „Das passiert immer mal, dass jemand auf eine andere Station geschickt wird. Da haben wir keinen Einfluss darauf“. Wirft eigentlich kein gutes Bild auf die Einrichtung, wenn über Mitarbeiter in dieser Art verfügt wird.

Ich frage mich, was da passiert sein kann. Die Hälfte der Besetzung wechselt in so kurzer Zeit. Würde mich interessieren, was die hier mitlesenden Pflegepersonen dazu meinen. Jedenfalls denke ich nicht, dass ein so massiver Wechsel Dementen zuträglich ist.

Mama ist an diesem Tag völlig durch den Wind. Sie klagt mehrmals darüber, dass sie nicht weiss, wo sie hingehört und wer sie ist. „In M. hatte ich Bekannte. Und hier? Im wievielten Stockwerk wohne ich hier?“ Im Fünften. „Warum nicht im zehnten. Dann wäre ich sicher tot, wenn ich aus dem Fenster springen würde. Warum habe ich keine eigene Wohnung mehr und warum kommt niemand von denen, die ich kenne? Ich will kein Bad, das ich mit anderen teilen muß. Ich habe immer meine eigene Wohnung gehabt.“ Sie weint, wie sie schon seit Monaten nicht mehr geweint hat. „Hans (mein Vater), wenn Du wüsstest, was die mit mir machen, Du würdest Dich im Grab umdrehen“.

Als ich am Ende meines Besuches darüber mit Elke sprechen will, meint sie: „Aber Ihre Mutter ist doch desorientiert. Das ist doch nichts Neues“.
21.5.06 09:59


Sympathiebekundung

19. Mai 2006

Als Günter mich beim letzten Besuch begleitete, wollte Mama wissen, ob er noch einen älteren Bruder habe. „Wenn der genauso ist wie Du, dann nehme ich ihn unbesehen“ meinte sie.
19.5.06 16:37


Fensehtipp: Alter als Chance

15. Mai 2006

Motto: 'Alter als Chance' in Phönix von 14.45 – 18.00 am Di 16. Mai

Festveranstaltung mit Bundespräsident Horst Köhler und seniorenpolitischer Grundsatzrede 'Chance des Alters in einer Gesellschaft des langen Lebens' von Ursula von der Leyen (Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Live-Reportage, Gespräche und Interviews

Man darf gespannt sein!
15.5.06 08:47


Pseudo-Demenz: Nur vergeßlich oder schon dement?

14. Mai 2006

fragt ein Artikel in „diepresse.com“:

„Pseudo-Vergesslichkeit oder schon echte Demenz? Die Differenzial-Diagnose eines Neurologen kann hier Klärung schaffen - und zwar mittels einer ausführlichen Anamnese sowie eines Depressions-Tests und eines neuropsychologischen Checks. Bei letzterem werden unter anderem Aufmerksamkeit, Sprache, räumliches Orientierungsvermögen und Exekutiv-Funktionen (also ob man bei gesetzten Handlungen auch die richtige Reihenfolge einhält und nicht etwa das Dessert vor der Suppe serviert) gecheckt…“ weiterlesen
14.5.06 22:30


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