Alzheimer - und dann?

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Wiedersehen ... macht Freude

12. April 2006

Mutti sitzt mit einigen anderen Bewohnerinnen am Wohnzimmertisch, wo Sprichwörter und Redensarten geraten werden. Die Mitarbeiterin beginnt den Satz und wer ihn beendet, bekommt eine Spielkarte:

Lügen haben … kurze Beine
Wer wagt … gewinnt
Was du heute kannst besorgen … das verschiebe nicht auf morgen
Man soll den Tag ... nicht vor dem Abend loben
Weihnachten im Schnee ... Ostern im Klee

Mutti hat schon einen ganzen Stapel vor sich gehortet. Wir setzen uns in die Sofaecke und unterhalten uns. Als ich nach eineinhalb Stunden gehe und den Frauen, die teilweise noch am Tisch sitzen aber nicht mehr spielen, „auf Wiedersehen“ sage, ist bei einer das Spielgeschehen noch so präsent, dass sie antwortet: „... macht Freude“ und mich anstrahlt. Eine Karte habe ich dafür nicht zu vergeben.
12.4.06 11:07


Wir sparen Porto

10. April 2006

Ich frage Mama, ob sie jemanden eine Osterkarte schreiben will. Ihr fällt ihre Kusine in Kanada ein, was mich wundert, denn die hat ihr in der ganzen Zeit nie geschrieben, wohingegen die Kusine in Amerika immer wieder kleine Karten aus ihrem Alltag schreibt. Deshalb frage ich nach: Und was ist mit Lola. Willst Du der auch schreiben? „Nein, wir schreiben nach Kanada und schreiben Grüße für Amerika rein. Wir sparen Porto.“

Ich habe Osterkarten mitgebracht. Auf dem Tisch liegt ein Kugelschreiber. „Schreib Du“ meint sie. Aber die Lola erkennt doch, dass das nicht Deine Schrift ist. „Nein“ widerspricht sie „ich habe doch immer mit Schreibmaschine geschrieben. Außerdem bin ich Analphabet“. Letzte Woche hast Du doch noch geschrieben – bemerke ich. Sie meint trocken: „In einer Woche kann sich viel ändern“.
10.4.06 11:44


Care-Paket von Develey

7. April 2006



Nachdem ich ins Kontaktformular der Firma Develey geschrieben hatte, daß meine Mutter das Konkurrenzprodukt nicht akzeptiert und ich deshalb wissen möchte, ob und wo ich in Berlin den Develey-Weißwurstsenf bekomme, hat man mir umgehend Einkaufsmöglichkeiten mitgeteilt und mich nach meiner Anschrift gefragt, um mir einige Packungen schicken zu können bis ich zum Einkaufen gekommen sein werde. Heute kam tatsächlich ein Care-Päckchen mit Develey Weisswurstsenf.
7.4.06 08:32


Unterhalt für pflegebedürftige Eltern (Teil 1)

5. April 2006

Zehn Leute waren zum Vortrag gekommen – mehr Professionelle (Sozialarbeiter, Heimleiter) als Angehörige. Die Referentin hatte lange Zeit als Sozialarbeiterin in einer Behörde mit dem Thema zu tun und skizzierte kompetent die Sachverhalte.

Da jeder Fall anders liegt, kann man nur sehr allgemeine Aussagen treffen. Allerdings wurde einiges durch die drei praktischen Beispiele deutlich.

Fazit:

- Der Selbstbehalt – früher „Notgroschen“ – liegt bei 2 600 €

- Der Antrag für Sozialhilfe für die Heimkosten muss beim letzten Wohnsitz vor der Heimunterbringung erfolgen

- Kindesunterhalt geht vor Elternunterhalt

- Wer Single ist und keine Kinder hat, dem bleiben auf jeden Fall 1 400 €

- Wer viel hat – also einen höheren Lebensstandard - dem bleibt entsprechend mehr. Beispiel: Ein gut verdienender Facharzt bekam vor Gericht Recht als es um die Frage ging, ob seine Ausgaben für den Liegeplatz seiner Yacht anrechenbar seien.

- Man muß neben den eigenen Einkommens-verhältnissen die Einkünfte des letzten Jahres (bei Freiberuflern der letzten drei Jahre) offen legen.

- Man ist zwar für Schwiegereltern nicht unter-haltsverpflichtet, aber: Da man dem Ehepartner gegenüber Unterhaltsverpflichtungen hat, kann man unter Umständen doch zur Zahlung herangezogen werden. Als Bemessungsgrundlage dient ein Wert, der sich daraus errechnet, welche Unterhalts-verpflichtungen man im Falle einer Scheidung hätte.

Schon inhaltlich ist das ein hoch komplexes Gebiet. Wenn dann aber noch die emotionalen Befindlichkeiten dazukommen, wird es noch schwieriger.


Schlagwörter: Pflegebedürftigkeit, Pflegeheim, Heimkosten, Heimunterbringung, Sozialhilfe, Selbstbehalt, Berechnung
5.4.06 11:52


Krankengymnastik

4. April 2006

Seit kurzem hat Mama eine neue Krankengymnastin, weil die vorherige in eine Vollzeitstelle gewechselt ist. Unglücklicherweise sind Günter und ich gerade zu Besuch gekommen als die Neue um die Ecke biegt um die erste Behandlung durchzuführen. Mir ist das ganz recht, weil ich sie so kennen lerne und sehe, wie sie mit Mama umgeht und was sie macht. Aber Mama ist absolut unleidlich und schimpft. Sie spuckt Gift und Galle und ist verbal ungeheuer vielseitig in ihrem Repertoire. Die 45 Minuten dauern ihr viel zu lange. Wenn wir da wären, wäre es ihr sehr recht, dass sie eine so ausgiebige Lymphdrainage bekommt. Die Krankengymnastin ist sehr geduldig und klar und weiß sie zu nehmen.

Einige Tage später – inzwischen hatte sie noch mal Krankengymnastik – wird sie mir erzählen, wie nett Andrea ist und wie gut die das macht.
4.4.06 10:52


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