Alzheimer - und dann?

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Alzheimer-Wohngemeinschaften werden immer bekannter

18. Februar 2006

In der Welt von heute ist ein sehr anschaulicher Artikel ?ber eine Alzheimer-Wohngemeinschaft in M?nchen. In M?nchen ist diese Entwicklung noch sehr in den Anf?ngen, weil dort die Infrastruktur f?r Demenz nicht so gut ist wie die allgemeine Infrastruktur f?r alte Menschen.

In M?nchen ist es wegen des hohen Mietpreisniveaus und wegen des viel kleineren Altbaubestandes auch schwieriger geeignete R?umlichkeiten f?r Wohngemeinschaften zu finden.

Ich habe ?ber dieses Thema schon im August geschrieben:

Heim oder Wohngemeinschaft
Heim oder Wohngemeinschaft (Teil 2)

wobei es um Kriterien geht, anhand derer man gute Heime und WGs erkennt.

18.2.06 19:57


So kann man es auch sehen

17. Februar 2006

Noch ein paar Gedankensplitter zum Film ?Memory for Max, Claire, Ida und Company?: Der Filmkritiker der Berliner Zeitung fasst das, was er gesehen hat, folgenderma?en zusammen:

?Ist man sich des Vergessens bewusst, wie die meisten Bewohner von Baycrest, kann es auch komisch sein. "Memory for Max, Claire, Ida and company" ist ein ?ber weite Strecken heiterer Film, der mit vielen Anekdoten und geballter Lebenserfahrung aufwartet. W?re er nicht so lang, mit zwei Stunden und einigen Wiederholungen eigentlich zu lang, man k?nnte die weniger sch?nen Seiten des Altwerdens fast vergessen.?

Bei meiner G**gle-Suche stie? ich noch auf einen Artikel ?ber Artikel ?ber die Dreharbeiten . Alan King, der Regisseur sagt:

?Von entscheidender Bedeutung waren die Treffen mit
den Familien und Freunden der Bewohner im f?nften Obergeschoss des Apotex-Zentrums in Baycrest, wo wir drehen wollten. Die Bewohner selbst konnten keine juristisch fundierte Einwilligung geben, sich filmen zu lassen, dar?ber mussten die Familien entscheiden. Die Angeh?rigen hatten gro?es Vertrauen in unsere Arbeit und zeigten sich sehr kooperativ ? ebenso wie das Personal von Baycrest.

Dann galt es noch eine weitere H?rde zu nehmen: Es ging darum, dass ein ?Bewacher? (ich pers?nlich w?rde eher sagen: ein ?Polizist?) uns die ganze Zeit ?ber begleiten und so gew?hrleisten sollte, dass wir nichts tun w?rden, was die Betreuung der Bewohner beeintr?chtigt h?tte. Das war f?r Baycrest eine Conditio sine qua non, f?r mich dagegen war ein solcher Zensor am Set schon immer etwas vollkommen Inakzeptables ? und so hatten wir eine Patt-Situation.

Irgendwann kam mir der rettende Einfall: Warum sollte man die Person, um die es hier ging ? Beverly Zwaigen ? nicht als einen ?bersetzer betrachten? In der Vergangenheit waren Dolmetscher f?r die Produktion mehrerer unserer Filme in anderen L?ndern unentbehrlich gewesen. (...) Mit der Definition von Bev als Dolmetscherin konnten wir unsere Arbeit fortsetzen. (...) Da sie selbst zwei nahe Verwandte in Baycrest in Pflege gehabt und umfassende pers?nliche Erfahrungen als freiwillige Mitarbeiterin gesammelt hatte, kannte sie das Feld aus erster Hand. W?hrend der Dreharbeiten lernte sie, den Bewohnern zuzuh?ren, ohne Fragen zu stellen. Sie hatte die Gabe, mit ihnen Freundschaft zu schlie?en, und war mit unserem Ansatz ganz und gar im Einklang. Wir nannten sie ? auch in den Stabangaben ? die Koordinatorin; ohne sie h?tten wir den Film niemals zustande gebracht?.


Diejenige, die im Film als ?Therapeutin? r?berkommt, weil sie viel mit den Menschen spricht und von den Mitarbeitern am h?ufigsten pr?sent ist, war nur f?r den Film anwesend und war vor dem Film im Alltag dieser Bewohner nicht pr?sent. Jetzt f?hle ich mich im Nachhinein ver?ppelt, denn dann ist mein Eindruck des Baycrest Seniorenheims noch negativer als in meinen ersten Eindr?cken wie ich sie im Blog weiter unten geschildert habe.

Ist ein Film, der die Realit?t, die er abbildet zu einem gro?en Teil selbst herstellt, ?berhaupt noch ein ?Dokumentarfilm?? In welchem Ausma? ist das Bild, das wir von Baycrest sehen (sollen?) von dem gepr?gt, was Beverly Zwaigen oder die Leitung des Hauses m?chte, dass wir Zuschauer zu sehen bekommen? Dass ein Dokumentarfilm Fachberater braucht oder auch Leute, die Kontakte herstellen, organisieren, koordinieren etc. ist unbestritten, aber dass die Beraterin (Koordinatiorin) die Rolle wechselt und das nirgends im Film benannt ist, finde ich manipulativ.

Mehr zum Film (Inhalt)
Erste kritische Anmerkungen zum Film
17.2.06 08:34


Überraschung

16. Februar 2006

Seit einem guten halben Jahr ist dieses Weblog online. Wenn man bei G**gle ?Alzheimer? eingibt, dann gibt es 2 570 000 Eintr?ge. Und mein Blog taucht zwischen Platz 24 und 28 auf. Und das, obwohl es haufenweise Pharmaunternehmen und Lobbyorganisationen, die aus ihrer Sicht zum Thema informieren.
16.2.06 09:02


Memory for Max, Claire, Ida and Company - Teil 3

14. Februar 2006

Auch die zweite Vorstellung auf der Berlinale von ?Max, Claire, Ida and company? war gut besucht. Im Anschlu? an die Vorf?hrung war ein Gespr?ch mit dem Regisseur des Films, Alan King, angek?ndigt.

Der gr??ere Teil meiner Erwartungen an den Film wurde entt?uscht. Ein Film ?ber Ged?chtnis und Erinnerung war er insofern als deutlich wurde, an was sich die Protagonisten in welchen Situationen erinnern oder auch nicht. F?r die, die mit Demenz und Alzheimer nicht vertraut sind, war es sicher auch neu, dass die Kranken im Laufe der zeit die Generationen innerhalb der Familie verwechseln und die Zuordnung der einzelnen Familienmitglieder nicht mehr funktioniert.

Mein gro?es Interesse war, eine Modelleinrichtung f?r die Pflege von Demenzkranken zu sehen, die einen au?erordentlichen Ruf hat. So hie? es im Pressematerial und auf der Internetseite des Baycrest Centre for Geriatric Care. Bei uns ist das Vorurteil g?ngig, dass Einrichtungen im englischsprachigen Bereich drei bis f?nf Jahre der hiesigen Entwicklung voraus seien.

Warum das Baycrest Centre for Geriatric Care einen so au?erordentlichen Ruf hat, ist mir nach diesem Film schleierhaft. Nach unseren Ma?st?ben ist die Einrichtung guter Durchschnitt. Die Atmosp?re des Hauses ?hnelt mehr einem Krankenhaus als einem Heim. Die Bewohner haben Einzelzimmer mit Erinnerungsst?cken in einer abgeschlossenen Glasvitrine.

Viel Zeit sitzen sie alleine herum, gelegentlich zu zweit oder zu dritt auf dem Flur. Es gibt eine Betreuerin, die sehr viel mit den Menschen spricht, aber bei den anderen Mitarbeitern ist der Umgangston zwar freundlich, aber auf die t?gliche Routinen bezogen und ziemlich gesch?ftsm??ig.

Ich fand den Umgang mit den alten Menschen an vielen Stellen ausgesprochen respektlos. Ein alter Herr wurde nicht auf die Rasur vorbereitet, sondern ? schwuppdiwupp ? hatte er den Rasierapparat im Gesicht.

Eine alte Frau, die alleine auf dem Flur im Rollstuhl sa?, wurde von einem Mitarbeiter gen?tigt zu trinken. Klar, es ist schwierig alte Leute dazu zu bringen, dass sie genug trinken. Bei meiner Mutter im Heim halten sich die meisten Bewohner lange Zeiten des Tages im Wohnzimmer auf. Es werden ihnen unterschiedliche Getr?nke in h?bschen Bechern angeboten. Wenn einer trinkt, hat das oft einen Nachahmungseffekt auf die anderen. Meine Mutter verlangt jetzt wieder von selber zu trinken. Im Film bekommt die Bewohnerin ein Tetrapack mit Strohhalm unter die Nase gehalten. Da sieht sie gar nicht, was drin ist und der Betreuer sagt auch nicht, was er ihr gibt.

Entsetzt war ich, als gezeigt wurde, wie eine Frau beim Verbandswechsel von vier Leuten festgehalten wurde. Da wurde richtig sch?n deutlich, wie die Pflegepersonen den Widerstand der Frau durch den Druck, den sie aus?ben, verst?rken.

Claire ist sehr traurig, dass ihr Freund Max gestorben ist. Sie hat vergessen, dass ihr sein Tod schon mehrmals mitgeteilt wurde und dass sie an der Trauerfeier, die f?r ihn im Heim abgehalten wurde, teilgenommen hat. Mir standen die Haare zu Berge als die Betreuerin sie immer wieder belehrte, dass man es ihr schon vor soundsoviel Tagen gesagt habe. Hat man in diesem Haus noch nichts von der Validation von Naomi Feil geh?rt, die speziell f?r den Umgang mit an Demenz Erkrankten entwickelt worden ist?

Heftig fand ich auch eine andere Szene mit Claire. Die alte Dame sieht nur noch recht schlecht und schminkt sich jeden Tag. Eine Betreuerin wischt ihr ohne Ank?ndigung und ohne dass das von Claire gew?nscht wird im Gesicht herum. Der Regisseur meinte sp?ter auf meine Nachfrage im Gespr?ch dazu, dass die Angeh?rigen von Claire nicht m?gen, wenn sie so stark geschminkt heruml?uft. Na ja, wenn man als Pflegeperson der verl?ngerte Arm der Angeh?rigen ist ?

Abgesehen von Claires Geburtstagsfeier, einem Gespr?ch ?ber den Tod von Max und einer Trauerfeier f?r ihn waren keine angeleiteten Gruppenaktivit?ten zu sehen.

Da es sich um ein j?disches Altersheim handelt und in der j?dischen Tradition Gedenken und Erinnerung von zentraler Bedeutung sind, hatte ich auch erwartet zu sehen, wie die j?dischen Feiertage vorbereitet werden. Da? w?hrend des Schabbat und der Feiertage nicht gefilmt werden kann, ist schon klar. Im j?dischen Alltag gibt es so viele Rituale, mit denen man immer wieder Vergangenes und Erlebtes in Erinnerung rufen kann und die Erinnerungsinseln der Bewohner st?rken k?nnte.

Insgesamt hat der Film bei mir zwiesp?ltige Eindr?cke hinterlassen.


Mehr zum Film
Mehr zu Validation

Nachtrag: Als ich diesen Blogeintrag verfa?t habe, wu?te ich noch nicht, da? die "Betreuerin" keine Mitarbeiterin dieser Station war, sondern - je nach Sprachgebrauch - eine "?bersetzerin", Koordinatorin oder Zensorin. Mehr dazu steht in einem sp?teren Blogeintrag hier
14.2.06 08:45


Memory for Max, Claire, Ida and Company Teil 2

13. Februar 2006

Bei der ersten Vorf?hrung auf der Berlinale war ?Memory for Max, Claire, Ida and Company? schon eine Stunde vor Beginn des Films ausverkauft. Dass sich so viele Menschen f?r diesen Film interessieren, der acht Demenzkranke vier Monate in ihrem Alltag begleitet, h?tte ich nicht gedacht. Es war das erste Mal, dass ich auf der Berlinale in einen Film nicht rein gekommen bin.

Mehr zum Film
13.2.06 08:32


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