Alzheimer - und dann?

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Verstehen Sie Alzheimer?

24. Januar 2006

So hei?t eine Kampagne, die vor einigen Tagen in M?nchen gestartet wurde. Sie dauert das ganze Jahr und wurde in Zusammenarbeit von der Stadt M?nchen, der ?rtlichen Alzheimerangeh?rigeninitiative sowie den Kirchen initiiert. Die Bev?lkerung soll f?r diese Fragestellung sensibilisiert werden. Dazu dient ein umfangreiches Informations- und Fortbildungs-angebot. Das Programmheft ist ?ber 100 Seiten dick und enth?lt Veranstaltungsangebote zu unter-schiedlichen Fragestellungen wie zum Beispiel:

- Konzepte f?r F?rderung, Betreuung und Pflege
- Pflegekurse
- Mein Nachbar ist wunderlich
- Tiere als therapeutische Begleiter
- Filme, Theater, Lesungen und Ausstellungen
- Kunst- und Musiktherapie mit Demenzkranken
- Gestaltung von Wohnung und Wohnumfeld
- Ern?hrung und Nahrungs-verweigerung
- Themengottesdienste
- Tanznachmittage
- Besichtigungen von ambulanten und station?ren Einrichtungen

Mehr Informationen und das Programmheft zum Herunterladen gibt es unter

www.verstehen-sie-alzheimer.de.
24.1.06 20:03


Zeitsprünge

23. Januar 2006

?Ach ist das sch?n, dass wir wieder einen Papa haben? meint Mama als sie G?nter sieht. Ich wei? nicht, wie ich darauf reagieren soll. ?Wir sind 1926 geboren? sagt sie zu mir. Aha, sie h?lt mich f?r ihre Zwillings-schwester. ?Und wann ist er geboren?? fragt sie mit Blick auf G?nter. Nach einiger Zeit sagt er: ?1940?.

?Dann ist er ja j?nger als wir? stellt Mama verwundert fest. Ich spreche sie mit ?Mama? an, und da scheint sich ein Schalter umzulegen. Sie wei?, wer wir sind.

Sie ist heute schlecht drauf. Sogar Lieblingspfleger Fritz hat sie r?de beschimpft. Sie beklagt sich, dass sie nicht hier im Heim bleiben will. Eher w?rde sie vom Turm gegen?ber runterspringen. Sie will ihre eigene Wohnung f?r sich haben und findet, dass sie nicht so krank ist als dass sie nicht allein leben k?nnte.

Ich will, dass sie sich wohl f?hlt, m?chte ihr erm?glichen, was geht. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, dass das zuhause leben nicht mehr geklappt hat. Sie hat den Pflegedienst immer ?fter nicht mehr hereingelassen ? vermutlich, weil sie die Leute nicht mehr erkannt hat. Essen, trinken und die Medikamente einnehmen hat sie vergessen. Es war ein Fiasko.

Ich bin froh, dass G?nter dabei ist. So d?nnh?utig und angeschlagen wie ich derzeit bin, w?rde ich diesen Besuch allein nicht durchstehen. Er redet sehr einf?hlsam mit ihr, erkl?rt ihr, dass die ?rzte entschieden haben, dass sie nicht mehr nach Hause kann. Die Frage w?re nur, ob sie hier ist, wo wir auch sind und sie oft besuchen k?nnen oder weit weg an ihrem fr?heren Wohnort, wo wir nicht so oft zu Besuch kommen k?nnen.

Sie sagt, wie sehr sie sich freut, dass wir so oft kommen.
Was ist richtig und was ist falsch in so einer Situation? Ich bin zwiesp?ltig dar?ber, wie das Gespr?ch verlaufen ist. Soll man sie eher ablenken oder eher auf ihre Trauer eingehen oder eine Mischung aus beidem? Ich kann gut verstehen, dass ihr ihre Eigen-st?ndigkeit fehlt. Selbst wenn im Heim alles getan wird, den Bewohnern ihr eigenes Leben zu erm?glichen, ist es eine Heimsituation.

Bei diesem Besuch ist es das erste Mal, dass sie nicht mehr zwischen starken und schwachen Beugungs-formen bei der Vergangenheitsform unterscheidet. Sie bildet alle schwach (gegeht, geseht, gesteht statt gegangen, gesehen und gestanden). Gelegentlich hat sie schon mal die eine oder andere Form falsch gebildet, aber nicht so durchg?ngig wie heute. Wie lange wir noch miteinander reden k?nnen werden?
23.1.06 08:44


Medizinsoziologie - Eure Stimme zählt

21. Januar 2006

Neri braucht Eure Hilfe: Im Rahmen seines Soziologie-Seminars ist er angehalten, eine Umfrage durchzuf?hren. Als Thema hat er sich folgendes ausgesucht:

Privat- und Kassenpatienten in Deutschland - Kranke erster und zweiter Klasse?
"Wie sind Sie versichert?" - Oft die erste Frage in der Arztpraxis. Entscheidet die Antwort nur ?ber die Wartezeit oder auch ?ber die Qualit?t von Behandlung und Medikamenten?

Das Ganze passiert nat?rlich online, und zwar ?ber folgenden Link: http://www.befrager.de/befragung.aspx?projekt=312

Das Ganze dauert wirklich nur zwei Minuten!

21.1.06 22:52


Über was schreiben Sie nicht?

18. Januar 2006

Eine junge Frau will sich an einer Journalistenschule bewerben. Daf?r muss sie einen Artikel ?ber ein Weblog schreiben und hat sich daf?r mein Alzheimer-Blog ausgesucht.

Eine Frage hat mich noch ?ber unser Gespr?ch hinaus besch?ftigt: ??ber was w?rden Sie nicht schreiben?? wollte sie wissen.

Gar nicht so einfach dazu etwas zu sagen. Der erste Gedanke, der mir kam, betrifft das Thema Inkontinenz. Ausscheidungen hat man oder hat man nicht. Aber au?er beim Arzt sind sie ? soweit sie einen erwachsenen Menschen betreffen ? ein Tabu. Inkontinenz hat mit Kontrollverlust zu tun. Ich kann noch gar nicht einsch?tzen, ob und wie ich dar?ber mehr als andeutungsweise ? wie in meinem allerersten Blogbeitrag - schreiben kann.

Auch Erlebnisse, bei denen ich sehr viel Hintergrundinfos geben m?sste, damit sie von einem Au?enstehenden verstanden werden, erz?hle ich nicht.

Au?erdem finde ich, dass jeder Mensch das Recht hat, nicht blo?gestellt zu werden. Ich vesuche mir also vorzustellen, ob ich mich an Mamas Stelle blo?gestellt f?hlen w?rde.

Manche Themen sind noch so im Flu? und unabgeschlossen, dass ich noch keine Worte finde.

Ich kann nichts ?ber die Vorf?lle schreiben, die ich als traumatisch empfinde wie etwa die Aufl?sung von Mamas Wohnung. Die Bilder davon haben mich lange verfolgt. Ich finde es schon schlimm, die Wohnung von jemand aufzul?sen, der gestorben ist, aber bei jemand, der lebt ist es einfach nur entsetzlich.

?ber die Zwangsma?nahmen , die im Krankenhaus an Mama durchgef?hrt wurden, weil sie gegen Mitpatienten und Pflegepersonal aggressiv geworden sein soll, habe ich erst Monate sp?ter erfahren. Ich war vom Gericht ?bergangen worden und nicht gefragt worden, ob ich die Betreuung ?bernehme. So ist das durch die H?nde einer Berufsbetreuerin gegangen. ?Freiheitsentziehende Ma?nahmen? hei?t das im Amtsdeutsch und bedarf einer richterlichen Genehmigung. Das f?ngt bei Bettgittern an, die verhindern sollen, dass jemand aus dem Bett aussteigt, st?rzt und sich etwas bricht.

Das geht bis zur Fixierung ? unter Umst?nden mit dem Bauchgurt. Wolfi, der selber im Krankenhaus arbeitet, hat es auf meine Nachfrage hin plastisch so ausgedr?ckt: ?Bauchgurt ist das fieseste, was es gibt. Da bist du festgeschnallt, liegst in deiner eigenen Schei?e und kannst dich nicht r?hren?.

Warum haben Sie das Mama angetan? Mit einer 79j?hrigen Frau, die durch Arthrose schon eingeschr?nkt in ihren Bewegungsm?glichkeiten ist und auf 41 Kilo abgemagert war, konnten sie nicht anders umgehen? Ich will mir das nicht weiter vorstellen.

Ein Weblog ist ein gestalteter Text. Und Manches f?llt aus unterschiedlichen Gr?nden raus.
18.1.06 15:35


Auflösung des Sparkontos - Teil 1

17. Januar 2006

Als ich Mamas Sparkonto vor drei Monaten gek?ndigt habe, weil das Geld f?r die Kosten des Pflegeheims ben?tigt wird, fragte ich die Bankangestellte, was ich dann f?r Unterlagen vorlegen mu?, wenn ich ?ber das Geld verf?gen will: ?Ihren Personalausweis, den Betreuerausweis und das Sparbuch, wenn es noch vorhanden ist?.

Als ich nun mit diesen Sparkassen vor einer anderen Mitarbeiterin der Bank sitze, meint diese: ?Und dann brauche ich noch den Beschlu? vom Amtsgericht, dass Sie ?ber dieses Geld f?r Ihre Mutter verf?gen d?rfen und das Sparkonto aufl?sen d?rfen?. Ich bin platt. Das hatte mir niemand gesagt, auch die zust?ndige Richterin beim Anh?rungstermin ?ber die dauerhafte Betreuung. Sie hatte mich noch darauf hingewiesen, dass ich das Geld m?ndelsicher anlegen muss, aber keinen Ton gesagt, dass ich einen eigenen Beschlu? daf?r brauche.

Meine Betreuerfunktion umfasst alle Aufgabenkreise, die man ?berhaupt haben kann, also auch die Verm?genssorge. Aber ein Sparkonto darf ich nicht aufl?sen. Dazu kommt noch, dass meine Mutter lange vor ihrer Demenz bei der Bank eine Vollmacht hinterlegt hat, dass ich ?ber ihr Giro- und Sparkonto verf?gen darf. Sie wollte, dass ich in Notf?llen schnell handeln kann. Die deutsche B?rokratie will es im Falle einer Betreuung anders. Da gilt diese Willenserkl?rung nicht mehr. Welchen Sinn macht dann das Instrument einer Bankvollmacht?

Als ich die Rechtspflegerin fragte, f?r welche Ma?nahmen und Rechtsgesch?fte ich einen extra Beschlu? vom Vormundschaftsgericht brauche, erkl?rte sie mir:
- F?r Zwangsma?nahmen
-Wenn ein Fall eintritt, wo Interessenkollisionen mit Ihren eigenen Interessen vorliegen k?nnen (Wohnungsaufl?sung)
-Wenn eine medizinische Ma?nahme (Operation) durchgef?hrt werden soll, bei der eine lebensbedrohliche Situation eintreten k?nnte

All das liegt nicht vor. Nun sitze ich in der Bank, kann ?ber das Geld nicht verf?gen und hoffe, dass der Beschlu? vom Gericht rechtzeitig kommt, denn wenn ich nicht innerhalb eines Monats ?ber das Geld verf?ge, dann verf?llt die K?ndigung und das Ganze geht von vorne los, und ich mu? mir ?berlegen, wie ich dann die Kosten ?berbr?cke.

17.1.06 08:45


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