Alzheimer - und dann?

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Sehnsüchte

10. Januar 2006

Als sie noch jung und sch?n waren. Jetzt sind Sie nur noch jung ? meinen Sie? pflaumt Mutti Lieblingspfleger Fritz in der Raucherecke an. Der ist mit seiner Zigarette fertig, steht auf und geht zu Herrn Ludwig ins Bad. Mama schaut ganz gl?cklich tr?umerisch versunken und sagt leise vor sich hin: ?Ich eine M?nchnerin aus Bayern und er ein Berliner aus Preu?en. Das w?re direkt Rassenschande!? Der Gedanke scheint ihr sehr zu gefallen.

Ich halte die Luft an. Das Wort ?Rassenschande? hatte ich aus ihrem Mund noch nie geh?rt. Als ich diese Geschichte meinem Liebsten erz?hle ? auch Preu?e ? meint er: ?So, so ? wir machen also Rassenschande?.

(F?r die j?ngeren unter den Mitlesenden: In der Nazizeit war sexueller Kontakt zwischen Juden und ?Ariern? verboten und stand unter Strafe. Der Straftatbestand hie? ?Rassenschande?)

10.1.06 10:52


wilde Träume

9. Januar 2006

Ich frage Lieblingspfleger Fritz (den von Mutti), wie sie schl?ft und wie ihr Tag- und Nachtrhythmus ist. Das sei alles gut geworden. Gelegentlich w?rde sie nachts aufwachen, aber nicht mehr herumgeistern wie fr?her. ?Sieht man ja auch daran, dass sie Mittagsschlaf macht? meint er. Schmunzelnd f?gt er hinzu: ?Manchmal hat sie wilde Tr?ume?. ?Wilde Tr?ume? frage ich nach.

Neulich hatte ich mit Gerald Sp?tdienst ? erz?hlt er - und da haben wir ihr beim Aufstehen nach dem Mittagsschlaf geholfen und sie ins Wohnzimmer begleitet. Da hat sie dann unsere anatomischen Details verglichen. ?Ick habe se dann jefragt, woher se det denn so jenau wissen will. Meent se, det h?tten wa ihr jezeigt? (Ich habe sie gefragt, woher sie denn das so genau wissen will. Da hat sie gemeint, das h?tten wir ihr gezeigt?.

?Sie jing denn hia voa alle so int Detail mit ihren Schilderungen, dat wa ihra Frau Mutta Einhalt jebietn musstn? (Sie ging dann hier vor allen so ins Detail mit ihren Schilderungen, dass wir Ihrer Frau Mutter Einhalt gebieten mussten?.
9.1.06 10:12


Feindschaften - Freundschaften

8. Januar 2006

Mit Mama sitze ich in der Sofaecke im Wohnzimmer. Die Ralley Paris-Dakar wird gerade im Fernsehen gezeigt. Lieblingsfeindin Frau Holzapfel sitzt auch da und fragt mich nach einiger Zeit: ?K?nnen Sie mir bitte sagen, wie sp?t es ist?? Ich antworte ?kurz vor f?nf?. Mama fragt: ?Hat Minna (Vorname von Frau Holzapfel) tats?chlich bitte gesagt?? Ja, best?tige ich. ?Das musst Du aufschreiben und rot im Kalender ankreuzen, wenn die ?bitte? sagt?.

Etwas sp?ter meint sie: ?Ich weiss gar nicht, wie ich das mit dem Haushalt weiterhin schaffen soll?. ?Dir ist das zuviel.? Ja! Mama, Du brauchst ja auch nichts hier machen, wenn Du nicht kannst oder magst. Die Frau Fr?hlich, die legt gern die Handt?cher zusammen f?r alle, weil sie das gern macht?.

?Die Frau Fr?hlich ist eine Ratschn? (hei?t ?tratscht gern?) stellt Mama fest. Ja, die war daheim die j?ngste von drei Schwestern. ?Die w?rde auch mit 30 fertig werden? stellt Mama bewundernd fest ?die hat Nerven wie Schiffstaue?. Meinst Du ?Nerven wie Drahtseile? frage ich nach, was eine bekannte Redensart im s?ddeutschen Raum ist, weil ich vermute, dass sie ?Drahtseile? vergessen hat. ?Nein, ich meine ?Nerven wie Schiffstaue. Drahtseile sind gar nichts dagegen??.
8.1.06 19:42


aus dem Morgengebet (jüdische Tradition)

4. Januar 2006

Das sind die Dinge, deren Fr?chte der Mensch im Diesseits geniesst, deren Stamm aber f?r die kommende Welt erhalten bleibt. Es sind: Das Ehren von Vater und Mutter, Aus?ben von Wohltaten, fr?hzeitiges Erscheinen im Lehrhaus morgens und abends, Gastfreundschaft, Besuchen von Kranken, Ausstatten von Br?uten, das Begleiten von Toten, Andacht beim Gebet, Frieden stiften zwischen den Menschen.

Traktat Schabbat 127 a
4.1.06 17:22


bei euch - bei uns - bei denen

1. Januar 2006

Mit Mama sitze ich im Gruppenwohnzimmer. Einige Bewohner schauen sich einen Film an, andere unterhalten sich. Frau Fr?hlich beginnt Bananen zu sch?len und zu schneiden.

Ich sage zu Mama: "Ich glaube, bei Euch gibt es heute noch Obstsalat."

Was hei?t hier "bei uns" - fragt Mama - Du meinst wohl "bei denen".

Etwas sp?ter will sie wissen, ob man das nicht abstellen kann, dass so viele Menschen sich in ihrem Wohnzimmer aufhalten. Sie will ihre Ruhe haben und heute ganz fr?h ins Bett gehen.
1.1.06 17:44


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