Alzheimer - und dann?

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indirekte Kommunikation

17. November 2005

- An was ist eigentlich der Gro?vater gestorben (sie meint ihren Vater)?
- An Herzversagen.
- Und die Gro?mutter, was hat die gehabt?
- Demenz
- Was ist Demenz?
- Eine Krankheit, wo man mit der Zeit immer mehr vergisst
- eine greussliche Krankheit ? stellt sie fest. ?Greusslich? hei?t auf hochdeutsch ?scheu?lich?.

17.11.05 10:13


Orientierungsversuche

15. November 2005



?Ich weiss NICHTS NICHTS? hat Mutti auf eine Windeleinlage geschrieben, wie sie im Badezimmer ihrer Wohngruppe zu finden sind, denn manche der Bewohner sind inkontinent.

Mama hat nicht mehr gewusst, dass sie Schreibpapier in ihrer Handtasche hat, aber die Windeleinlage hat sie vom Bad in ihr Zimmer mitgenommen. Was muss das f?r sie, die fr?her nach Stichpunkten Korrespondenz erledigt hat, bedeuten?

Dar?ber hat sie geschrieben ?Klo 517 / 519?. Ich schaue nach, 517 ist ihre Zimmernummer und hinter 519 befindet sich die n?chste Toilette. Sie hat also einzelne Orientierungspunkte, die zumindest zu bestimmten Zeiten helfen. Deshalb werde ich einem Umzug in ein anderes Zimmer nicht zustimmen. Die Schwierigkeiten mit Mamas Zimmergenossin Frau H. dauern an. Wegen ihrer dominanten Art geht Frau H. allen auf die Nerven. Sie kommandiert alle herum. Alles muss nach ihrem Kopf gehen. Eigentlich sollte sie ein Einzelzimmer haben, aber es ist keines frei.




15.11.05 09:39


Wer war der Mann im Bett?

14. November 2005

Die Tür geht auf und Frau Holzapfel kommt rein: „Passen Sie bloß auf“ wendet sie sich an Mama „gestern lag ein Mann in meinem Bett“. Aha! Mama und ich wissen nicht so recht, was wir damit anfangen sollen. Frau H. bemerkt unsere zurückhaltende Reaktion und legt nach: „Ja, der lag auf meinem Bett und wollte sehen, welche Frauen hier sind. Ich habe gleich wieder die Tür zugemacht“. „Haben Sie den Mann gekannt“ frage ich nach. „Nein, den habe ich noch nie in meinem ganzen Leben gesehen. Also passen Sie auf!“ instruiert sie uns, schließt die Tür und zieht weiter ihrer Wege.

Zwar darf sich tagsüber jede/r Bewohner/in in jedes Bett legen, aber ein Mann in Frau Hs Bett? Die beiden männlichen Bewohner der Gruppe sind Rollstuhlfahrer und können ohne fremde Hilfe in kein Bett. Ich habe die beiden auch noch nie in diesem Bereich des Stockwerks gesehen.

„Schpinna is schoo schee, aber so schpinna muas ma dann doch ned. I glab, de hod Halluzinationen“ kommentiert Mutti den Vorfall (hochdeutsch: Spinnen ist schon schön, aber so spinnen muß man dann doch nicht. Ich glaube, die hat Halluzinationen).

Ich wundere mich. Halluzinationen können durchaus im fortgeschrittenen Stadium von Demenz auftreten, aber dafür ist es bei Frau H. zu früh. Dann reden Betroffene von Besuchern, die außer ihnen niemand gesehen hat. Fremde Männer, die einfach in der Wohnung waren, stellen sich nicht selten als die Sprecher der Fernsehnachrichten heraus.

Später erzähle ich Pfleger Fritz von Frau H’s Begegnung der besonderen Art. Er meint: „Das war zwar nicht gestern, aber der Mann in Frau H’s Bett war ich. Das war ein Test. Wir wollten wissen, ob sie das als ihr Zimmer und ihr Bett betrachtet und ob und wie lange sie sich daran erinnert.“
14.11.05 12:01


Fürsorge

Samstag 12. November 2005

Vor einigen Tagen war in der Wohngruppe unterschwellig eine merkw?rdig gereizte Stimmung. Die meisten der Bewohner (8 Frauen und 2 M?nner) sind sehr d?nnh?utig. Frau P. (103 Jahre alt) kommt mit ihrem Kuchen nicht zurande. Sie kommt mit dem Bewegungsablauf beim Kuchenessen heute nicht klar. Neben ihr sitzt Frau H., Muttis Zimmergenossin. Sie nimmt den kleinen L?ffel von Frau P. , schiebt einen Bissen des Kuchens auf den kleinen L?ffel, sagt zu Frau P: ?Nu essen Se doch?. Man sieht an Frau P?s Blick, sie w?rde gerne, aber wei? nicht wie. Frau H. f?hrt ihr die rechte Hand zum kleinen L?ffel. Im Reflex greift Frau P. zu und jetzt f?hrt sie den L?ffel zum Mund.

Frau H. meint: ?Nu tun Se sich doch wat vom Kuchen runter?. Aber es geht noch immer nicht. Und Frau H. hilft weiter wie beim ersten Bissen bis Frau P. die H?lfte ihres Kuchenst?ckes gegessen hat. Dann mag Frau P. keinen Kuchen mehr. Sp?ter wird Mama ?ber Frau H., ihre nervige Zimmergenossin, sagen: ?Die kann nett sein, aber meistens ist sie ein Mistviech.?
12.11.05 17:49


Eingewöhnung

11. November 2005

An kleinen Zeichen merke ich, wie Mama sich mehr und mehr in die Gruppe hineinfindet. Herrn L., Herrn R. und Frau L. kennt sie mit Namen. Von Frau R., die im Liegerollstuhl liegt und die sie lange Zeit nicht wahrzunehmen schien, sagt sie: ?das ist eine ganz nette Frau?. Herrn L. will sie beim Geburtstagskaffee dabeihaben. Und bei einem meiner letzten Besuche gingen wir in ihr Zimmer. Kurz bevor wir das Gruppenwohnzimmer verlie?en, meint sie: ?Ich mu? mich noch verabschieden?, dreht sich zum Tisch, um den einige Bewohner sitzen, winkt ihnen zu: ?Tsch????ss bis sp?ter?.
11.11.05 08:51


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