Alzheimer - und dann?

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dringende und drängende Bedürfnisse

4. Oktober 2005

In Selbsthilfegruppen kommt man an manche hilfreiche Information, von der man auf anderem Wege nicht erfahren h?tte. Stell? Dir vor, Du bist mit einem an Alzheimer erkrankten Angeh?rigen (es kann auch eine andere Behinderung vorliegen) und der muss pl?tzlich auf die Toilette. Dann muss es ziemlich schnell gehen. Hoffentlich ist ein WC und das n?tige Kleingeld f?r den Zugang zur Hand. Denn lange vorher meldet ein dementer Mensch seine diesbez?glichen Bed?rfnisse nicht an.

In Berlin ist die Firma Wall f?r ihre City-Toiletten und Stadtm?bel ziemlich bekannt. ?Stadtm?bel? ? das sind die Warteh?uschen an den Bushaltestellen oder die B?nke in den Bereichen, die viel von Touristen frequentiert werden. Die Firma Wall vermarktet die Fl?chen an den Haltestellen als Werbefl?chen.

Aber nicht nur das. Das Unternehmen ist auch sehr engagiert im Kultur- und Sozialsponsoring. Soeben l?uft in Berlin eine Ausstellung an, die auf Magistratsmitglieder hinweist, die 1933 aus ihren Positionen ausgeschlossen wurden. Schon seit Jahren sind drei der Buswarteh?uschen als Gedenkorte gestaltet. In der Kurf?rstenstra?e, wo sich heute das Hotel Sylter Hof befindet, war das ?Judenreferat? des Reichssicherheitshauptamts. Von dort organisierte Adolf Eichmann die Vernichtung von 6 Millionen Juden. Gegen?ber ist ein Warteh?uschen mit entsprechenden Bildern und Texten gestaltet. In der Franzensbader Strasse in Wilmersdorf war fr?her eine Synagoge. Auch dort wird in einem Warteh?uschen informiert.

Diese Aktivit?ten finde ich wichtig und sie werden von vielen Menschen auf ihren allt?glichen Wegen wahrgenommen. Gestern habe ich von einer Aktivit?t erfahren, von der vermutlich nur wenige wissen, die aber den Betroffenen viel bedeutet, weil deutlich wird, dass jemand an ihre Situation denkt und das mit einer Erleichterung im Alltag verbunden ist.

Gegen einen Pauschalbetrag von wenigen Euro bekommt man als Angeh?riger eines an Alzheimer Erkrankten einen Schl?ssel f?r die City-Toiletten mit einer Liste, an welchen Stellen die kleinen ?rtchen zu finden sind. Den Schl?ssel gibt es gegen einen entsprechenden Nachweis beim VdK . Er hat den zus?tzlichen Vorteil, dass man die 20-Minuten-Grenze, nach der sich die T?r ansonsten aus Sicherheits- und anderen Gr?nden wieder automatisch ?ffnet, au?er Kraft setzen kann.

F?r die Firma Wall ist der ?Einnahmeausfall? sicher eine Quantit? n?gigable, eine nette menschliche Geste ist es allemal.
.
5.10.05 08:28


Nacht-Gedanken-und-Gefühle

30. Sept. 2005

Ich wache auf und bin w?tend. Habe ich getr?umt? Ich wei? es nicht. Aber ich habe Bauchschmerzen und eine ganz elementare Wut. Mit dieser Schei?-Krankheit dr?ngt sie sich in mein Leben, ist mit nichts zufrieden und stellt Anspr?che ?ber Anspr?che.

Ich will mein Leben nicht so stark von Mamas Krankheit in Beschlag nehmen lassen ? egal ob Alzheimer oder was auch immer.

30.9.05 16:56


Fremder

28. September 2005

Anne Goscinny, Tochter von Ren?, der Asterix und Obelix sowie den kleinen Nick erfand, war 25 Jahre als ihre Mutter nach einer Krebserkrankung starb. In einem Interview sagt sie: ?Wir haben 18 Jahre lang mit der Krankheit gelebt. Der Krebs war wie ein Tier, das man adoptiert hat ? wie ein Fremder, der sich im Haus einnistet?.

Eine Formulierung, die es ? finde ich ? sehr gut trifft, egal um welche unheilbare Krankheit es geht, ob Krebs oder Alzheimer oder was auch immer.
28.9.05 10:08


erste Tränen

26. Sept 2005

W?tend bricht es aus Mama heraus: Ich will ein freier Mensch sein und leben k?nnen wie ich will ? die Zeitung lesen, die ich will und nicht die, die man mir hinlegt, weil man die umsonst bekommen hat.

?Die Zeitung, die Sie gestern bekommen haben, die war aus M. Sie ist mit der Post gekommen. Es stand Ihr Namen drauf? sagt Pfleger D.

Mama, die haben Dir die E?s geschickt. Das ist ein Abo ?ber vier Wochenendausgaben. Die haben gedacht, das k?nnte Dich freuen.

?Ich hab? so ein sch?nes Leben gehabt ? so eine sch?ne Wohnung und meine Nachbarn, das waren so liebe Menschen?. Mama hat Tr?nen in den Augen. Sie weint ? das erste Mal. Sie weint um ihr altes, um ihr verlorenes Leben. Um das Leben, in das sie zur?ck m?chte und nicht mehr zur?ck kann.

26.9.05 01:12


Undercover im Altenheim

22. September 2005

und zwar nicht nur in einem. Markus Breitscheidel hat ein Jahr lang in f?nf verschiedenen Altenheimen gearbeitet. G?nter Walraff, der durch seine Undercover-Recherchen zur Bildzeitung (der Mann der bei Bild Hans Esser war) bekannt wurde, war sein Vorbild. Was Breitscheidel erlebte, machte ihn so fertig, dass er w?hrend dieser Zeit 19 Kilo abnahm. Alte Menschen wurden absichtlich vernachl?ssigt, zwangsgef?ttert und bet?ubt.
Durch die Pflegeversicherung wurde ein Privatisierungs- und Kommerzialisierungsschub in diesem Bereich ausgel?st. Vor der Einf?hrung der Pflegeversicherung waren 6 Prozent der Seniorenheime von privaten Tr?gern gef?hrt, heute sind es schon 40 Prozent. Fr?her mussten Heime kostendeckend arbeiten, heute d?rfen sie Gewinn machen.

Je schwerer ein Mensch pflegebed?rftig ist, desto ?lohnender? ist er im finanziellen Sinn. Man braucht weniger Personal und bekommt vergleichsweise mehr Geld.

?Bei mir lag das Pensum, au?er in einem Heim, immer zwischen zw?lf und 26 Bewohnern pro Dienst ? vorgeschrieben sind, je nach Pflegestufe, sechs bis acht. Es gehen viele Heimleiter hin und sparen Personal, um den Gewinn zu maximieren. Bei mir lag das Pensum, au?er in einem Heim, immer zwischen zw?lf und 26 Bewohnern pro Dienst ? vorgeschrieben sind, je nach Pflegestufe, sechs bis acht. Es gehen viele Heimleiter hin und sparen Personal, um den Gewinn zu maximieren? sagt Breitscheidel.

Der Heimaufsicht entgehen diese Zust?nde, denn die mu? ihre Besuche vierzehn Tage vorher ank?ndigen ? au?er in Bayern. So ist es nicht verwunderlich, wenn sie gesch?nte Zust?nde antrifft. Das geht so weit, dass es in den Dienstpl?nen ?Phantomkollegen? gibt, die keiner kennt.

?Ich hatte st?ndig ein schlechtes Gewissen? ist das sehr lesenswerte Interview im Tagesspiegel ?berschrieben. Das Buch hei?t: ?Abgezockt und totgepflegt. Alltag in deutschen Pflegeheimen?. Mit einem Vorwort von G?nter Wallraff. Econ Verlag 2005, 240 Seiten, 16,95 Euro
22.9.05 11:30


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