Alzheimer - und dann?

  Startseite
    alltäglich
    Bücher / Medien
    tierisches
    merkwürdig
    künstlerisch
    lyrisch-literarisch
    personelles
    medizinisches
    Humor
    Begehren
    spirituell-religiös
    Praktisches
    wissenschaftlich
    Rechtliches
    Amtsschimmel
    Politisches
    Projekte
    Promis
    Veranstaltungen
    Interkulturelles
    Kurioses
    Meta-Blog
  Über...
  Archiv
  Blogroll
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Alzheimer und Demenz
   Alzheimerforum
   Altern in Würde
   Kunst des Alterns
   Patientenleitlinien Demenz
   Deutsche Alzheimer Gesellschaft
   Betreuungsrecht
   Spirituality and Dementia Ressources
   Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken



gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
Locations of visitors to this page

https://myblog.de/alzheimer

Gratis bloggen bei
myblog.de





zwischen Pferdeschwanz und Hochfrisur

30. Juni
Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Sozialarbeiter gehe ich zu Mama hoch. Wie wird sie heute drauf sein? Beim letzten Besuch war sie total aggressiv und schrie mich an, dass sie in diesem Haus (was ist das ?berhaupt? Die sind doch alle plemplem) nicht l?nger bleibt. Ich soll sofort daf?r sorgen, dass sie wieder nach Hause in ihre Wohnung kommt.

Als ich in die Gruppe komme, hat sie sich gerade hingelegt. Schwester A., eine junge Frau Mitte 20 ist bei ihr. Meine Mutter ist ganz aufgekratzt. Sie erz?hlt mir gleich, dass Schwester A. die Netteste von ganz M. (ihr alter Wohnort) ist. ?Die tut immer so viel f?r mich ? das kannst du dir gar nicht vorstellen? l?utet sie ihre Lobeshymne ein.

Heute hat sie eine flotte Pferdeschwanzfrisur. Mutti hat ihre schulterlangen Hare immer nur glatt nach hinten gek?mmt. So viele unterschiedliche aparte Frisuren wie ich in dieser kurzen Zeit im Heim an ihr gesehen habe, hatte sie ihr ganzes bisheriges Leben nicht. Ihr scheint das sehr zu gefallen.

Sie hat sich in ihrem ganzen Leben geschminkt und das in den letzten Jahren aufgegeben. Pfleger D. hatte mich gefragt, was f?r sie wichtig war und dann gemeint: ?BringenSie doch bitte Schminksachen f?r Ihre Mutter mit. Wir M?nner kennen uns damit nicht so gut aus, aber unsere Kolleginnen k?nnen Ihrer Mutter doch beim Schminken helfen?.

F?r mich ist es immer noch ungewohnt bei meinen Besuchen im Heim, dass mich die Mitarbeiter fragen, ob ich etwas zu trinken m?chte.

Ich unterhalte mich mit Mutti ?ber dies und das. Sie m?chte wissen, was das f?r ein Hund ist, den sie drau?en bellen h?rt und wo er hingeh?rt. ?ber die Schokolade, die ich ihr von G. mitgebracht habe, freut sie sich sehr und fragt, wie es ihm geht. Meinen Vorschlag, dass er n?chstes Mal mitkommen k?nnte, findet sie prima: ?Ich freue mich doch ?ber jeden Besuch. Ihr und die Amerikaner sind doch die einzigen, zu denen ich noch Kontakt habe.?

Bei ?den Amerikanern? hat sie vor mehr als 50 Jahren gearbeitet, genauer gesagt bei den amerikanischen Organisationen, die die DP-Lager f?r die ?berlebenden j?dischen ?displaced persons? im Nachkriegsdeutschland versorgten. Nachdem das letzte DP-Lager in F?hrenwald 1957 geschlossen worden ist, sind ?die Amerikaner?, die dort gearbeitet haben, wieder nach Hause zur?ckgekehrt.

Kurz darauf sagt sie: ?Ic habe doch einmal eine Tochter gehabt?. In flappsigem Ton entgegne ich: ?Nimm halt mich daf?r?. Sie: ?Es wird mir nichts anderes ?brig bleiben?.
Nach einigen Momenten des Schweigens sage ich: ?Mama, ich bin doch deine Tochter?. Sie zuckt leicht zusammen und sagt: ?Das war doch nur ein bl?der Spruch von mir. Du wei?t doch, dass ich auf bl?de Spr?che abonniert bin? ?. Hmmmmmm
? und ich frage mich, wie viele ?hnliche Situationen sie schon ?berspielt hat.
30.6.05 02:01
 
Letzte Einträge: Kommentarfunktion abgeschaltet, Kommentarfunktion abgeschaltet, Kommentarfunktion abgeschaltet, Kommentarfunktion abgeschaltet, Kommentarfunktion abgeschaltet
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung